Beiträge von Anna Juchu ich lebe!

    Hallo Nadine,
    Dir natürlich auch alles Gute. Man hat soweit ich weiß gerade beim Non-Hodgkin-Lymphon auch Glyphosat als möglichen Auslöser im Blick. Aber wenn Du Dich ohnehin biologisch ernährst, wird es daran wohl bei Dir nicht liegen.
    Ich hatte ein Hodgkin-Lymphon und habe meines Erachtens auch immer gesund gelebt, kein Rauchen, kein nichts. Ich war eher als Gesundheitsapostel der Familie bekannt...und dann das ! Naja, ich schätze mal das geht vielen so.

    Liebe Kerstin,


    ich habe mich wirklich sehr gefreut zu lesen, dass es Dir besser geht.
    Ich kann verstehen, dass Du Bedenken vorm CT hast.
    Ich hab die Röhre auch gehasst ...brrrr.
    Mir hat man damals gesagt, das PET sei insgesamt nicht ganz so bedenklich, was die Strahlung betrifft, als das CT, aber da gehen die Meinungen wohl auch auseinander. Ich hab auch öfter mit meinen Ärzten diskutiert, wie viel CT denn nötig ist...aber wenn man das schon vorher wüsste, gäbs so was wie CT etc wohl erst gar nicht, da mans nicht bräuchte.


    Ich wünsche Dir weiterhin gute Besserung

    Hallo,


    ich weiß, dass jeder diese Entscheidung für sich selbst treffen muss und habe mich am Anfang meiner Beiträge auch explizit an diejenigen gerichtet, die ihre Entscheidung noch nicht getroffen haben, weil meiner Meinung nach jeder Betroffene unterschiedliche Meinungen zu dem Thema Chemo/Alternativ hören sollte.


    Ich werde mich jetzt auch wieder aus diesem Forum zurückziehen. Versprochen !


    @ Kerstin: Ich hoffe sehr, Kerstin, dass es Dir gut geht und dass Du Dich nicht wegen meiner Beiträge schon so lange nicht mehr zu Wort gemeldet hast. Aber wie gesagt, ich halte mich ab sofort zurück...


    Liebe Grüße
    Anna

    Hallo zusammen,


    es ist schön, mit Euch über all diese Dinge diskutieren zu können. Seit meiner damaligen Erkrankung mache ich mir sehr viele Gedanken über Entstehung, Bekämpfung und Vorbeugung von Krebs.


    Was ich zu Deinem Beitrag noch ergänzen wollte:

    Ach zu Thema Krebs gibt es ein Buch von David Servan Schreiber. Das Antikrebsbuch,
    Er war selber Arzt und erkrankte an einen Gehirntumor. Am Anfang hatte er es Alternativ versucht und seine Ernährung umgestellt. Wie es ihm wieder besser ging wurde er wieder rückfällig und hatte sich herkömmlich ernährt. Das war ein fataler Fehler den er auch bereut hatte. Der Krebs kam wieder zurück und er unterzog sich einer Chemo Therapie wo er mit 50 Jahren daran verstarb.

    Der Autor dieses Buches hat die schulmedizinische Behandlung mit Chemotherapie und Bestrahlung nie völlig abgelehnt und diese Methoden mit der alternativen Medizin kombiniert. Er ist nicht durch rein alternative Methoden von seinem Krebs "geheilt" worden (abgesehen davon, ist es ja gerade in seinem Fall keine Heilung gewesen, weil er wieder einen Rückfall hatte). Er konnte durch die Kombination von Schulmedizin und alternativer Medizin sein Leben entscheidend verlängern, wenn er auch seinen Krebs nicht endgültig besiegen konnte. (Leider lässt sich eben noch nicht jeder Krebs heilen. Das schafft die Schulmedizin nicht, aber die alternative Medizin auch nicht, denn sonst hätte ja gerade der für seine alternativen Methoden bekannte David Sergan Schreiber den Krebs besiegen können). Ich finde es daher falsch zu sagen, dass er an der Chemotherapie gestorben sei. Er starb in Folge seines Krebses, den er weder alternativ noch schulmedizinisch besiegen konnte. Beide Methoden haben ihm aber geholfen, sein Leben entscheidend zu verlängern.
    Schreiber, der wie Du schon sagst, selbst Schulmediziner war, hat niemals den Nutzen von Chemotherapie und Strahlentherapie zur Behandlung einer bestehenden Krebserkrankung in Frage gestellt. Nichtsdestotrotz hat er erkannt, dass der Patient begleitend zur Schulmedizinischen Behandlung sehr viel durch seine Ernährung und Lebensweise zum Heilungsprozess, zur Vorbeugung und Nachsorge beitragen kann. Ich finde das Buch und auch die Lebenseinstellung des Autors auf jeden Fall sehr interessant.


    Ich weiß natürlich auch von verschiedenen Fällen zu berichten, die durch Chemotherapie nicht geheilt werden konnten, und ich kann verstehen, wenn man, gerade wenn sich solche Schicksalsschläge im engeren familiären Umfeld zutragen, eine Skepsis gegen Chemotherapie im Allgemeinen entwickelt. Abgesehen davon, dass ich auch Leute kenne, die sich einzig der alternativen Medizin anvertraut haben und damit leider keinen Erfolg hatten, darf man nicht vergessen, dass nie davon die Rede war, dass Chemotherapie jeden Krebs heilen kann. Krebs ist eben eine schwere Erkrankung. Umso erfreulicher ist es, dass man mit der heutigen Medizin doch schon wirklich große Erfolge erzielen kann, speziell was die Erkrankung Morbus Hodgkin betrifft. Vor ca. 50 Jahren sah es noch ganz anders aus: Damals haben statistisch nur etwa 20 % der an Morbus Hodgkin Erkrankten überlebt, während es heute um die 96 % sind.


    Es mag schon sein, dass Chemotherapie vielleicht die Ursache nicht aus der Welt schafft, wie sollte sie auch gegen alle schädlichen Einflüsse in Umwelt und Nahrung angehen können? Aber die Chemotherapie kann in vielen Fällen die aktuelle Erkrankung heilen. Natürlich ist es nur anzuraten, sich um eine gesunde Lebensweise zu bemühen und die möglichen Krebsursachen/-risiken zu minimieren, so gut es geht.


    Ich wollte auch eigentlich gar keine neue Diskussion über pro und contra Chemotherapie anleiern (da ich ja weiß, dass ein Großteil der Nutzer dieses Forums daran auch nicht interessiert sind, was ihr gutes Recht ist). Ich wollte einfach auf Kerstins Erfahrungswerte meine eigenen anbringen, damit Nutzer dieses Forums, die "neu erkrankt" sind, beide Positionen kennen lernen, sich ein objektives Bild machen können und den für sie am besten geeigneten Weg finden können.


    Ich weiß, dass Du dieses Forum für ganz andere Beiträge eröffnet hast, Kerstin. Ich möchte Dir mit meinen Beiträgen auch nicht Dein Forum leidig machen. Da Du schon länger nicht mehr geschrieben hast, Kerstin, vermute ich, dass das ein bisschen der Fall ist. Ich kann daher jetzt auch gern wieder still sein ;-).


    Liebe Grüße
    Anna

    Hallo,


    zuallererst danke ich Euch, dass ihr meinen Beitrag so aufmerksam gelesen habt und dass ihr vorurteilsfrei, ohne gleich genervt zu sein, geanwortet habt. Ich weiß, dass Anhänger der alternativen Medizin und der Schulmedizin gerne aneinander geraten, was aber eigentlich schade ist, denn eigentlich sollte es doch möglich sein, miteinander zu diskutieren, auch wenn man in manchen Punkten verschiedene Ansichten hat. Vor diesem Hintergrund, weiß ich es wirklich zu schätzen, dass ich bzw. mein Beitrag nicht gleich "in der Luft zerrissen" worden ist.
    Im Übrigen würde ich mich auch gar nicht als Anhänger der Schulmedizin betrachten, sondern suche für mich eher einen Mittelweg zwischen beidem. Hätte ich kein Interesse an Naturheilmitteln, hätte es mich nämlich auch nicht zu diesem Forum verschlagen ;-).


    Vielleicht noch ein paar Worte zu meiner Entscheidungsfindung: Ich bin ein Jahr lang wegen meiner zunehmenden Beschwerden (die auf mein noch unerkanntes Krebsleiden zurückgingen) zu einem Homöopathen gegangen, der meine Erkrankung leider nicht diagnostizieren konnte und organische Ursachen ausschloss. Alle Globuli und weitere homöpathischen Mittel blieben wirkungslos und mein Krebs konnte innerhalb dieses Jahres ungehindert weiterwachsen.
    Als ich mich in meiner Ratlosigkeit an die Klinik wendete, stellte man Morbus Hodgkin im Spätstadium fest. Obwohl ich grundsätzlich immer der Meinung war und auch bin, lieber eine Tablette zu wenig als zu viel zu nehmen, es lieber erst mal mit Kräutern statt mit Chemie zu versuchen, habe ich nach der Erfahrung des vorangehenden Jahres natürlich nicht gezögert, mich der Chemo zu unterziehen, die schließlich sehr hohe Erfolgschancen hat. Wer hätte anders gehandelt, wenn man bedenkt, dass ich am Ende beinahe Tag und Nache im Bett gelegen bin und der homöopathische Arzt bis zuletzt davon ausging, dass ich organisch gesund bin?
    Deshalb, Franz-Anton, kann ich von mir nicht behaupten, von den Ärzten überrumpelt worden zu sein. Ich habe mich aufgrund meiner verschiedenen Erfahrungen und eigener Überlegungen für diesen Weg entschieden, nicht weil ich zu etwas gedrängt worden bin.


    Übrigens beinhaltet Chemotherapie meist Wirkstoffe (Taxotere), wie sie auch in der Eibe vorkommen. Diese Wirkstoffe sind halbsynthetisch hergestellt. Man könnte im weiteren Sinn also sagen, dass Chemotherapie halb "Chemie" und halb "Natur" ist. Natürlich ändert das nichts daran, dass Chemotherapie generell cytotoxisch ist, aber das muss sie ja, denn sonst würde sie ja die körpereigenen überdurchschnittlich schnell wuchernden Krebszellen nicht bekämpfen können. Wie Du so schön sagst, Bernd, sind Krebszellen eben "normale" körpereigene Zellen, die genau aus diesem Grund vom Immunsystem nicht als Fremdkörper betrachtet werden und nicht bekämpft werden können. Diese "normalen" Krebszellen wachsen halt nur viel schneller als gesunde Körperzellen. Dieses ungehinderte Wachstum geht meines Wissens schon auf einen Fehler bei der Zellteilung zurück. Im schnellen Wachstum der Krebszellen liegt aber ja auch die Chance, sie zu bekämpfen, weil Chemotherapie in erster Linie schnell wachsende Zellen angreift. Natürlich können dabei auch langsam wachsende Zellen beeinträchtigt werden, aber der Körper hat ja auch eigene Reparatursysteme, die den "Schaden" besonders bei guter Ernährung wieder reparieren können.
    Ernährung und eine gesunde Lebensweise tragen daher natürlich zur Krebsprävention bei (vgl. das Buch "Krebszellen mögen keine Himbeeren") dennoch kann es aus unterschiedlichsten Gründen (Entstehung freier Radikale) immer wieder zur Entstehung von Krebszellen kommen. Die Zellteilung ist so hochkomplex. Wen verwundert es da, dass es immer wieder mal zu Fehlern kommt? Ist irren nicht einfach nur menschlich? Warum sollten Zellen keine Fehler unterlaufen können, noch dazu, wenn sie so komplexe Aufgaben, wie die Zellteilung zu erledigen haben? Nicht jeder Krebskranke hat seine Krankheit durch seine ungesunde Lebensweise und Ernährung selbst verschuldet. Mit dieser Auffassung tut man den Betroffenen meiner Meinung nach unrecht.


    Ja, Bernd, ich weiß, dass 7 Jahre noch eine vergleichbar kurze Zeit sind, dennoch wäre ich ohne die Chemotherapie heute nicht mehr am Leben und offen gestanden, waren meine letzten Wochen vor der Chemotherapie, während derer ich eigentlich nur noch im Bett lag, auch nicht mehr lebenswert. Sieben Jahre habe ich von daher in jedem Fall gewonnen und ich bin sehr optimistisch, was die Zukunft betrifft. Natürlich besteht das Risiko irgendwann wieder an Krebs zu erkranken, aber dieses Risiko hat jeder Mensch. Die einen rauchen, andere haben eine erbliche Veranlagung, andere sind in ihrem Beruf toxischen Stoffen ausgesetzt und andere haben halt, wie ich, schon mal Chemotherapie bekommen. Aber hat ein Raucher, der statistisch ein relativ großes Risiko hat an Krebs zu erkranken, jeden Tag Angst davor? Nein, hat er nicht.


    Um das Ganze hier zum Abschluss zu bringen, möchte ich sagen, dass ich grundsätzlich viel auf die Kraft der Natur gebe. Sie kann aber hauptsächlich präventiv wirken und das Immunsystem unterstützen. Das Immunsystem kann jedoch noch so stark sein und wird die Krebszellen trotzdem nicht besiegen, weil es diese nicht als gefährlich erkennt, da sie an ihrer Oberfläche ganz genauso aussehen wie gesunde Zellen. Da hilft natürlich nur eine Form von Zellgift. Und auch dieses stellt uns die Natur (die Chemo beruht ja auf Substanzen der Eibe) zur Verfügung. Ich möchte damit nicht behaupten, dass die Chemo ein Spaziergang ist und möchte nicht leugnen, dass sie den Organismus vorübergehend schwächt und dass es in seltenen Fällen auch Spätfolgen geben kann (Nebenwirkungen können aber auch reine Naturheilmittel bei exzessiver Anwendung haben) , aber dennoch hat sie sich als sehr wirksam gegen Krebs erwiesen und stellt momentan einfach die einzige Möglichkeit dar, Krebs gezielt zu bekämpfen und zu heilen. (Wenn wir die sich im Kommabereich einpendelnde geringe Anzahl der Spontanremissionen, die es unter Umständen gibt, mal vernachlässigen)


    Einen schönen Abend


    Anna

    Liebe Kerstin,


    es ist Dein gutes Recht, mit Deinem Leben so umzugehen, wie Du es für richtig hältst.
    Trotzdem kann ich Deinen obigen Beitrag nicht so stehen lassen, auch wenn der Großteil der Nutzer dieses Forums vermutlich nichts für meinen Beitrag übrig haben wird. Aber diejenigen sollen doch dann bitte so lieb sein und über die folgenden Zeilen hinweglesen. Ich möchte mich nämlich an einen ganz anderen Personenkreis wenden, nämlich an die Personen, die Du, Kerstin gerade oben angesprochen hast. Diejenigen, die sich plötzlich mit der Diagnose Morbus Hodgkin konfrontiert sehen, die sich mit dem Thema Chemotherapie oder Nicht-Chemotherapie noch nie auseinandergesetzt haben, und die sich jetzt fragen: Krebs, und was jetzt?


    In der gleichen Situation war ich im Alter von 19 Jahren. Nach knapp 4 Monaten Chemotherapie war mein Hodgkin weg und ist bis heute nicht wieder aufgetaucht. Es geht mir heute gesundheitlich sehr gut, auch wenn ich in den Augen der alternativen Medizin wahrscheinlich nicht als gesund gelte, weil ich mich für Chemotherapie entschieden habe.


    Ich mag ja gar nicht ausschließen, dass es in wenigen Einzelfällen zu Spontanremissionen kommen kann. Für die breite Masse verläuft Morbus Hodgkin ohne Chemotherapie aber leider tödlich, obwohl doch gerade diese Krankheit durch Chemotherapie mit einer Wahrscheinlichkeit von 96 % geheilt werden kann. Wer auch immer die Diagnose Morbus Hodgkin bekommt, hatte Glück im Unglück, an einem so gut zu heilenden Krebs erkrankt zu sein und sollte diese Chance nicht ungenutzt lassen.


    Im Übrigen führt jeder zeitliche Aufschub zu einer Verschlimmerung der Krankheit. Die Ausmaße dieser Verschlechterung sind allerdings abhängig davon, in welchem Stadium man sich zum Zeitpunkt der Diagnose befindet, da sich Krebszellen exponentiell vermehren. Je weiter die Krankheit bereits fortgeschritten ist, desto schneller muss man handeln. Ich rate daher dringend davon ab, einfach mal 4-6 Wochen darauf zu warten, dass sich von selbst etwas tut.


    Allen, die das lesen und an Morbus-Hodgkin erkrankt sind, kann ich daher nur raten, ihr Glück selbst in die Hand zu nehmen und die Chemotherapie schleunigst hinter sich zu bringen. Lasst den Kopf nicht hängen, behandelt ist die Diagnose halb so schlimm, wie sie klingt.


    Allen Betroffenen wünsche ich daher alles Gute zur baldigen Genesung !


    Anna