Das heißt: Wer auf dem Arbeitsmarkt nicht funktioniert wie befohlen, den könnten Jobcenter dann legal verhungern lassen. Den Gewerkschaften muss klar sein, dass dies nicht nur zu mehr Obdachlosigkeit, Armut und Kriminalität führt, sondern ihre gesamte Klientel entrechtet und die Ausbeutung auf die Spitze treibt. Doch in Deutschland bleiben sie weiterhin auffällig still: keine Streiks, keine Demonstrationen. Und die Propaganda läuft auf Hochtouren, um Noch-Arbeitsplatzbesitzer gegen Arbeitslose aufzuhetzen.
Sündenbock-Schimären
Zur Schimäre "Totalverweigerer" ist nun eine weitere hinzugekommen: Der Mainstream wettert nun beinahe täglich über angeblich massenhaften "Bürgergeldbetrug durch Banden", um die Bevölkerung aufzustacheln und in die gewünschte Richtung zu lenken. Tatsächlich waren es im Jahr 2024 genau 421 aufgeflogene Fälle, wie man seit Monaten weiß.
Dass es Banden gibt, die verarmten Osteuropäern einen Job in der BRD versprechen, sie dann in schäbige Massenunterkünfte verfrachten, gnadenlos ausbeuten, aufstockendes Bürgergeld für sie beantragen und dieses dann selbst abgreifen, liegt aber nicht am Bürgergeld, sondern an der Massenarmut in der EU. Der Staat könnte die Betrüger dingfest machen und den derart Ausgebeuteten eine menschenwürdige Arbeit geben.
Das passiert freilich nicht, und so erfüllt auch diese Sündenbockfigur einen anderen Zweck: Die Bevölkerung soll nicht nach oben schauen, sondern nach unten treten. So kann die Regierung brutale Schikanen durchsetzen, die am Ende alle treffen, und sagen: Ihr habt es doch so gewollt! – Auf das fehlende Klassenbewusstsein der deutschen Arbeiter kann die Bundesregierung noch immer setzen.