Unser Körper ist für reine Fleischernährung nicht geschaffen. Dazu haben wir einen viel zu langen Darm , auch unsere Zähne wären nicht geeignet rohes Fleisch zu zerkleinern- so wie Hunde und Katzen ihre Fangzähne haben.
Argumentationen wie ich sie liebe.
Von einer reinen Fleischernährung ist nämlich nirgends die Rede, kein Mensch hat je behauptet, der Mensch soll sich nur von Fleisch ernähren. Menschen sind Allesfresser, das waren sie schon immer. Man betrachte dazu nur mal die extrem alten Höhlenmalereien, auf denen Menschen bei der Jagd zu sehen sind. Hatte ich hier irgendwo bereits schon mal thematisiert. Ich glaube kaum, dass die Urzeitmenschen hinter den Tieren hergelaufen sind, um sie mit ihren primitiven Speeren aus lauter Langeweile zu massakrieren.
Lebewesen passen sich den Umständen entsprechend an, bei Menschen war und ist dies ebenso, auch wir sind Teil der Natur.
Bestimmte Naturvölker beispielsweise leben von einem sehr einseitigen, begrenzten Nahrungsmittelangebot. Während buddhistisch lebende Bevölkerungsgruppen eine überwiegend oder gar rein pflanzliche Kost verzehren, haben wir auf der anderen Seite Naturvölker, wie die Inuit oder die Massai, welche fast oder gar ausschließlich von tierischen Lebensmitteln leben. Sie alle haben sich im Laufe der Zeit an die Gegebenheiten der Lebensumstände angepasst, ihnen blieb auch nichts anderes übrig. Denen nun etwas von einem zu langen Darm zu erzählen, ringt ihnen nur ein müdes Lächeln ab.
Hinzu kommen heute noch modernste Untersuchungsmethoden, die mehr Licht in die Diskussionen bringen - nämlich unter anderem die Analyse von Stickstoffisotopen (CSIA, Compound specific isotope analysis) in Knochen- oder Zahnkollagen :
Forschende können die Ernährung unserer Vorfahren rekonstruieren, indem sie die Stickstoffisotopenverhältnisse in einer Probe messen. Diese sind Indikatoren für die trophische Ebene, die Position eines Organismus in einer Nahrungskette. Neandertaler nehmen in den terrestrischen Nahrungsketten eine hohe Stellung ein und verfügen sogar über einen etwas höheren Stickstoffisotopenwert als an denselben Orten lebende Fleischfresser wie Hyänen, Wölfe und Füchse. Diese etwas höheren Werte könnten auf den Verzehr von Mammutfleisch oder Aas zurückgeführt werden. Für einige Neandertaler-Standorte sind auch Beispiele für Kannibalismus bekannt.
So konnten Forscher anhand dieser neuen Analysetechnik nachweisen, dass die Neandertalerin von Les Cottés eine Fleischfresserin war, die sich fast ausschließlich von landlebenden Säugetieren ernährt hatte. Sie war kein spät entwöhntes Kind, hat auch nicht regelmäßig Fisch verzehrt, sondern ihre Leute scheinen hauptsächlich Rentiere und Pferde gejagt zu haben. "Wir konnten auch bestätigen, dass es sich bei dem [zweiten] Neandertaler aus der Grotte du Renne um einen noch nicht abgestillten Säugling handelt, dessen Mutter ebenfalls eine Fleischfresserin war.", so Klervia Jaouen, Erstautorin der Studie und Forscherin am MPI-EVA.
Und Michael P. Richards von der Simon Fraser Universität in Kanada:: "Früheren Isotopenuntersuchungen zufolge ernährten sich die Neandertaler hauptsächlich von Fleisch, was auch durch umfangreiche archäologische Funde der Überreste von Tieren bestätigt wird, die von Neandertalern mitgebracht und deponiert wurden. Die neuen verbindungsspezifischen Isotopenmessungen bestätigen frühere Interpretationen, denen zufolge Neandertaler sich hauptsächlich von großen Pflanzenfressern ernährten; obwohl sie natürlich auch andere Nahrungsmittel - wie Pflanzen – verzehrt haben."
Lange Rede, kurzer Sinn - manche Dinge stellen sich hin und wieder auf den zweiten Blick etwas anders dar, als man gemeinhin angenommen hat.
(Dies betrifft übrigens auch die Theorie, die Dinosaurierer, wie auch die Mammuts, seien durch einen gigantischen Asteroiden-Einschlag von der Bildfläche verschwunden)
Und dass das Fleisch eines wild lebenden Tieres bekömmlicher ist, als das Fleisch eines Tieres aus Massentierhaltung, braucht sicherlich nicht gesondert betont zu werden. Gleiches gilt für die Mengen, die man sich so tagtäglich in die Futterluke schiebt ....