Richezaas, ich frag mich, mit welcher Intention Du deinen Beitrag geschrieben hast.![]()
Man kann sowieso erst Monate nach der Einnahme wirklich sicher sein, dass die Einnahme keine Folgen hatte.
Ich habe mir eine Packungsbeilage angesehen und festgestellt, dass nichts davon darin steht, dass die Nebenwirkungen auch noch bis Monate nach der Einnahme auftreten können.
Seit sehr vielen Jahren wird auf allen Seiten vor Fluorchinolonen gewarnt.
Überall gab es Berichte.
Auch hier mit Herrn Glaeske und Betroffenen.
: https://www.youtube.com/watch?v=zcHanQ9Oid0
Das bfarm hat dazu auch schon viele Warnungen und auch Rote-Hand-Briefe veröffentlicht, wie schon Naturheilung schrieb.
Wenn ich recherchiere heißt es:
Psychische Nebenwirkungen unter Ciprofloxacin treten bei 1–10 % der Patienten auf („häufig“ bis „gelegentlich“):
- Schlafstörungen: ca. 3–7 %
- Schwindel, Kopfschmerzen: bis 10 %
- Unruhe, Angst, Verwirrtheit: ca. 1–5 %
- Halluzinationen, Psychose, Suizidgedanken: 0,1–1 % (gelegentlich bis selten)
Diese können während oder kurz nach der Einnahme auftreten. Bei schweren psychischen Störungen ist sofortiges Absetzen und ärztliche Abklärung nötig.
Aber wenn man nach Beendigung der Einnahme eine Psychose bekommt, fragt keiner in der Psychiatrie, ob man vorher ein Fluorchinolon genommen hat.
Die Nebenwirkungen von Ciprofloxacin mit geschätzten Häufigkeiten:
- Sehr häufig (>10 %): Übelkeit, Durchfall
- Häufig (1–10 %): Kopfschmerzen, Schwindel, Erbrechen, Bauchschmerzen, erhöhte Leberwerte
- Gelegentlich (0,1–1 %): Sehnenentzündung, Psychosen, Halluzinationen, Krampfanfälle, Rash
- Selten (0,01–0,1 %): Sehnenruptur, periphere Neuropathie, schwerer Durchfall (Clostridium difficile), Leberentzündung
- Sehr selten (<0,01 %): Anaphylaxie, Blutbildveränderungen, QT-Verlängerung
Einige Nebenwirkungen (z. B. Sehnenprobleme, Neuropathie) können während oder Monate nach der Einnahme auftreten.
Die Rate schwerer Nebenwirkungen unter Ciprofloxacin ist insgesamt selten, aber nicht zu vernachlässigen:
- Sehnenverletzungen (z. B. Achillessehne): Betroffen sind etwa 1–2 von 1.000 Patienten, Risiko erhöht bei älteren Patienten und gleichzeitiger Kortisontherapie.
- Periphere Neuropathie: Tritt bei <1 % auf, kann aber dauerhaft sein.
- ZNS-Effekte (Schwindel, Krampfanfälle, psychotische Reaktionen): Bei etwa 1–2 %.
- Tendinitis und Sehnenruptur: Bis zu 0,4 % in klinischen Studien, aber unter realen Bedingungen höher.
- QT-Verlängerung und Arrhythmien: Selten, aber gefährlich bei Risikopatienten.
- Schwere Darminfektionen (z. B. Pseudomembranöse Kolitis): Bei <1 %, jedoch lebensbedrohlich
Als sie die Pandemiemaßnahmen eingeführt hatten, wurde alles dicht gemacht, wenn wir eine Inzidenz von 50 hatten, bzw. der Grenzwert in den meisten Landkreisen bzw. Bundesländern bei 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern lag. Aber bei diesem Medikament haben wir ganz andere Inzidenzen, die ignoriert werden.
1-2 % Nebenwirkungen von 100.000 sind 1.000-2.000.
1-2 von 1000 sind 100-200 von 100.000.
Bei Recherchen heißt es auch:
Eine realistische Zahl für die Inzidenz schwerer Nebenwirkungen unter Ciprofloxacin liegt bei etwa 1 %.
Studien und Arzneimittelkommissionen schätzen, dass 1 von 100 Patienten eine schwere Nebenwirkung wie Sehnenruptur, Neuropathie oder psychische Störungen erleidet – manche Quellen nennen bis zu 3 % bei Risikogruppen.
Zur Risikogruppe mit erhöhtem Risiko für schwere Nebenwirkungen unter Ciprofloxacin gehören – insbesondere:
(Zahlen ohne Gewähr)
- Über 65-Jährige: ca. 18 Millionen – erhöhtes Risiko für Sehnenruptur, Neuropathie
- Nierenerkrankte: 8–10 Millionen (davon 3–4 Mio. unter 65) – verzögerte Ausscheidung, höhere Konzentration
- Herzpatienten: 4–5 Millionen unter 65, insgesamt ca. 8 Millionen – QT-Verlängerung, Arrhythmiegefahr
- Chronische Darmerkrankungen: 400.000–500.000 – erhöhtes C. difficile-Risiko
- Langzeit-Glukokortikoid-Nutzer (Cortison, Hydrocortison, Prednisolon): 1–2 Millionen – erhöhtes Sehnenrisiko, Immunsuppression
- Diabetiker: ca. 7 Millionen – Risikofaktor für Neuropathie und Nierenschwäche, schätzungsweise 3,5 bis 4 Millionen unter 65 Jahren.
Trotzdem schrieb das deutsche Ärzteblatt zu 20118: Fluorchinolone zeigten – entsprechend der Zulassung – einen fast ausschließlichen Gebrauch bei Erwachsenen und machten bei ≥ 65-Jährigen 22 % der Verordnungen aus.
: https://www.aerzteblatt.de/archiv/rueckga…7f-ca3b5c337126
2013 lag die Zahl der Verordnungen noch bei etwa 3,9 Millionen Verordnungen, 2018 bei rund 3,6 Millionen, 2019 waren es ca. 3,4 Millionen Verordnungen, 2020 waren es 2,8 Millionen.
Wenn wir also sagen, es ist realistisch anzunehmen, dass 2% schwere und bleibende Folgeschäden erleiden, dann sind das 2.000 von 100.000 Patienten und bei den 2,8 Millionen Verordnungen in 2020 wären das ca. 56.000 betroffene Menschen.
Bei 3,9 Millionen Verordnungen sind 2% sogar 78.000 Betroffene.
Das sind in jedem Fall eine Menge Menschen/Jahr, jedes Jahr.![]()
Aber stimmen die 2%, wenn wir sehen, wie oft der Zusammenhang nach schweren Nebenwirkungen geleugnet wird?
Vor einigen Jahren hatte unsere Tochter, die keiner Risikogruppe gehört, mit ca. 30 Jahren auf reinen Verdacht von ihrer FA ein Fluorchinolon verschrieben bekommen. Wieder ein Beweis, dass mir das Mädchen nicht zugehört hat.![]()
Obwohl als selten angegeben, da das eh nie genau erfasst wird, denn dazu müssten Ärzte und Patienten ja alle Fälle melden, hatte sie anschließend sehr schweren Durchfall-auch als Antibiotika-induzierte oder Pseudomembranöse Kolitis bezeichnet, und durfte als Köchin wegen dem Clostridium difficile für mehrere Wochen nicht arbeiten.
Für alte Menschen kann schon so eine durch Antibiotika induzierte Clostridium difficile Überwucherung den Tod bedeuten.
Als 2011 so viel Wirbel wegen EHEC gemacht wurde, hatte ich schon festgestellt:
Wenn man bei der Gesundheitsberichterstattung des Bundes mal recherchiert, dann sind 1998 insgesamt 317 Menschen an infektiösen Darmerkrankungen gestorben, in 2009 waren es bereits 2.824 Menschen. Das enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC) hat mit einigen wenigen Todesfällen dabei praktisch keine Rolle gespielt.
Die Sterbefälle durch Diarrhoe und Gastroenteritis, vermutlich infektiösen Ursprungs ohne Angabe des genauen Verursachers sind von 150 Menschen in 1998 auf 1.156 Menschen in 2009 angestiegen.
Die Rate der Sterbefälle durch Clostridium difficile ist von 3 Menschen in 1998 auf 1.046 Menschen in 2009 angestiegen.
Clostridium difficile ist eine Komplikation die durch Erregerselektion nach einer Antibiotikagabe nach kurzem Intervall, häufig nach Infekten der oberen Luftwege oder der ableitenden Harnwege, welche mit Amoxicillin, Ampicillin, Clindamycin, Cephalosporinen der 2. oder 3. Generation oder Ciprofloxacin behandelt wurden oder nach Verabreichung von Zytostatika auftritt.
Üblicherweise einfach als antibiotikainduzierte Enterokolitis bezeichnet.
Die Rate der Krankenhausbehandlungen von Enterokolitis durch Clostridium difficile ist denn auch von 1.268 in 1998 auf über 22.000 in 2009 angestiegen.
Was eine blasse Ahnung ergibt, wie häufig sie in der Bevölkerung auftritt.
Also wir haben ein Problem mit infektiösen Darmerkrankungen, aber das ist offensichtlich um ein Vielfaches grösser durch Antibiotika und Zytostatika, als durch Killergurken.