Das ist ja ein Ding.
Wie soll auch jemand im Stadium der Verwirrtheit realisieren, was er da unterschreibt.
Aber Studien werden ja öfter mit Patienten gemacht.
Bei einem Beamten sieht das wesentlich besser aus. Diese sind in der Regel Privat versichert, und können sich Chefarzt Behandlung und Komfort Zimmer leisten. Da kann das Krankenhaus höher abrechnen. Aber der Beamte je nach Dienstgrad auch sehr hohe Kassenbeiträge entrichtet.
Ich habe seit Jahren eine Krankenzusatzversicherung, mit der ich in der Reha und auch im Krankenhaus z.B. beim Magendurchbruch Anspruch auf eine Chefarztbehandlung habe.
Aber ganz ehrlich, eine Chefarztbehandlung, mit der sie mir mehr Pharma und medizinische Tests andrehen und noch besser nach Leitlinien behandeln können, wie ich das von meiner privatversicherten Freundin kenne, die da vom Fach damals jede einzelne Abrechnung überprüft und meist für fehlerhaft befunden hat? Das ist so gar nicht mein Ding. ![]()
Abgesehen davon habe ich mich an beiden Orten sehr gut behandelt und auch persönlich betreut gefühlt. Medikamente musste man in der Reha auch nicht nehmen. Die hatte ich abgelehnt.
Man hatte in der Reha ja täglich diverse Termine für Gruppengespräche, Sport, Entspannung, Kunst und da Burnout-Reha auch wöchentliche Einzelgespräche mit seiner Psycho oder der Chef-Psycho.
In der Reha gab es eh nur Einzelzimmer und das Essen in der Kantine war ziemlich gut, wenn der Chefkoch nicht gerade Urlaub hatte.
Gut, in der Reha hätte ich nichts gegen häufigere Einzelgespräche mit der Chef-Psycho gehabt, denn die Frau war klasse.
Aber das war eine sehr große Reha-Einrichtung mit vielen Menschen. Habe ja auch so gesehen, dass die alle völlig dicht mit Terminen sind. Deshalb habe ich darauf verzichtet. Zudem bringt das auch nicht viel, wenn man keine Anschlussgespräche zuhause hat.
Nach den Tagen, in denen ich mit kurzer Unterbrechung durch einen anderen Patienten (von dem ich fast nicht mitbekam, da ich meist weggetreten war) voll verschlaucht und künstlich ernährt alleine auf der ganz frisch renovierten Intensiv mit einem schönen grau gestrichenen Wänden und einer exklusiven Einrichtung lag, war ich nachher dann doch froh auf der Station mit 2-3 anderen Frauen in einem Zimmer zu liegen, denn da gab es ständig was zu quatschen. Weiber eben. ![]()
Das Essen war eben Krankenhaus. Musste sowieso einige Tage lang alles püriert essen.
Brötchen vom besten Bäcker der Gegend gab es nach einigen Tagen auch. Das waren die besten in meinem Leben.
Der Chefarzt war mir dort auch ganz egal, da der Stationsarzt, der dort auch alle OPs durchführte und von dem einige von ihm operierten Patienten in den höchsten Tönen schwärmten- auch wenn er mich nicht operiert hatte, da ich aus Platzmangel dorthin verlegt wurde, so doch mehrfach und auch schon auf der Intensiv bei mir am Bett war und mich tatsächlich persönlich betreut hat.
Ein von dem Arzt erfolgreich Operierter war vorher schon 2x erfolglos in anderen Krankenhäusern der Umgebung operiert worden und einige Frauen mit neuen Gelenken konnten nach wenigen Tagen völlig schmerz- und problemlos mit Gehhilfen auf Station rumlaufen. Ich hab da mit vielen Patienten gesprochen.
Kein Mensch kann sich besser betreut fühlen, als durch einen guten Arzt, dessen erfolgreich durchgeführten Operationen auf der Station rumlaufen. Das ist eine Betreuung, die in meinen Augen nicht von einem unbekannten Chefarzt zu toppen ist. Diesem Mann, im Übrigen gebürtiger Ukrainer, habe ich tatsächlich vollkommen vertraut. ![]()
Es ist natürlich traurig, dass nicht alle positive Erfahrungen machen. Und wie geschrieben, war der am Arm Operierte schon 2x vorher operiert worden und hat, wie meine gute Bekannte nach ihrer Knie-OP, vor dieser OP Jahrelang mit Schmerzen leben müssen. ![]()
Der Unterschied zwischen Arzt und Chirurg ist der, dass Chirurgen früher zu den Handwerkern zählten. Und je nach dem, wie gut diese Handwerker ihren Beruf verstehen, wird das Ergebnis.