Interessant, wie wenig man das Offensichtliche erkennt, selbst wenn es dabei steht. Aber ich erkläre es gerne.
Da gibt es ganz andere, wie z.B. Zadiel Sasmaz, der seit ca. 30 Jahren professioneller Bauchtänzer ist, auch schon im TV war, in Berlin seit Jahren erfolgreich eine Bauchtanzschule führt und als Tanzlehrer arbeitet, und auch viele kurze Schulungsvideos eingestellt hat, wo mein Mann sagt, ach nein, das ist mir zu schwul.
Während ich finde total netter Typ, aber extrem eitel: youtube.com/watch?v=25_VZxwWc4c
Dabei dachte ich, man sieht es schon. Mein Mann hat es sofort wahrgenommen.
Zadiel wirkt eher weiblich. Schon von anderen, wie z.B. David Bowie, ist der Begriff androgyn bekannt.
Androgyn beschreibt eine Person, die männliche und weibliche Merkmale in ihrer Geschlechtsidentität, -präsentation oder im äußeren Erscheinungsbild vereint. Androgynität ist unabhängig von der sexuellen Orientierung. David Bowie z.B. hat sich nach eigenen Aussagen trotzdem immer klar als Mann definiert.
Ich hatte diverse Videos von Zadiel gesehen, bevor ich wegen des Titels dieses Video gewählt und gepostet habe und weiß daher auch, er hat einiges "machen lassen". U.a. auch ein für Männer eher untypisches Cat-Eye-Fadenlifting, über das er berichtet.
Ich mag es zudem total, wenn mich Menschen anlachen und das könnte sein einziges Video mit dieser Art Selbstdarstellung sein, da seine Professionalität meist komplett im Vordergrund steht.
Das Video hat den Titel: Genderqueer Bellydance - Femqueer Bauchtänzer Zadiel zu arabischer Shabi-Musik
Und darum geht es u.a. beim Thema Hinterfragung des Geschlechts.
Genderqueer beschreibt eine Geschlechtsidentität, die nicht in das binäre System von „männlich“ oder „weiblich“ passt.
Personen, die sich als genderqueer identifizieren, fühlen sich weder vollständig weiblich noch männlich – sondern sowohl als auch, oder sie haben eine geschlechtliche Identität, die sich im Laufe der Zeit verändert hat.
Auch der Begriff Genderqueer beschreibt wie der Begriff Androgynität keine sexuelle Orientierung.
Geschlechtsidentität und sexuelle Orientierung sind voneinander komplett unabhängig.
Androgynität beschreibt mehr die Außenwirkung auf andere Menschen, Genderqueer eine gefühlte eigene Geschlechtsidentität, die beide Geschlechtsidentitäten einschließt.
Und das stellt Zadiel auf eine für mich sehr attraktive Art dar, ohne dass anderen aufgefallen ist, das genau dies eins der Genderthemen ist.
Da könnte man sich fragen, gegen was genau kämpft ihr, wenn ihr es nicht einmal bemerkt, wenn ihr es seht?![]()
Ich persönlich denke aber eh, man hat für Vorhandenes nur neue Begrifflichkeiten erfunden.
Es ist schon seit vielen Jahrzehnten bekannt, dass unter Tänzern und Eiskunstläufern der Anteil an Nicht--Hetero Männern, was allerdings mehr die sexuelle Orientierung beschreibt, besonders hoch ist.
Würde mich aber nicht wundern, wenn sich viele von ihnen heute mit den neuen Begrifflichkeiten als Menschen mit nicht-binärer Geschlechtsidentität verstehen würden.
Vielleicht sollte ich das als bester Sohn meines Vaters (O-Ton einer Freundin) selbst auch tun.![]()