Ich halte Religion für ein Übel, mit dem man versucht Menschen zu kontrollieren.
Religionen haben nichts mit dem Thread-Thema zu tun. Ich bin überzeugter Atheist.
Wenn man etwas zum Islam wissen will, wäre das hier ein Anfang: https://www.religionen-entdecken.de/lexikon/a/abtreibung-im-islam
Auch wenn Indien sowohl Abtreibungen bis 20.SSW anbietet, als auch auf Wunsch Spiralen setzt und in China z.B. das gleiche Gesetz gilt wie in Holland. Aber auch in Asien gibt es Unterschiede.
Aber es fängt meiner Ansicht nach schon damit an, dass es im Islam sehr unterschiedliche Gruppen gibt.
Moslem ist nicht gleich Moslem.
Im Islam gibt es zwei Hauptgruppen:
Sunniten (ca. 85–90 % der Muslime) – anerkennen die ersten vier Kalifen als rechtmäßige Nachfolger des Propheten Mohammed.
Schiiten (ca. 10–15 %) – betrachten Ali, den Schwiegersohn Mohammeds, als ersten rechtmäßigen Nachfolger.
Weitere Gruppen und Richtungen:
Aleviten: Eigenständige religiöse Richtung, besonders in der Türkei; betonen Toleranz und Humanität.
Wahhabiten: Strömung innerhalb des Sunnentums, vorherrschend in Saudi-Arabien; betont strenge Auslegung des Korans.
Sufismus: Mystische Strömung mit esoterischen Praktiken.
Drusen, Baha’i, Alawiten: Eigenständige, teils vom Schiitentum beeinflusste Glaubensgemeinschaften.
Alle Gruppen teilen die fünf Säulen des Islam, als zentrale Pflichten für jeden Muslim:
Schahada – Glaubensbekenntnis:
„Es gibt keinen Gott außer Allah, und Muhammad ist sein Gesandter.“
Salat – Fünfmal tägliches Gebet:
Morgens, mittags, nachmittags, abends und nachts, in Richtung Mekka.
Zakat – Pflichtabgabe:
Jährliche Spende von 2,5 % des Vermögens an Bedürftige.
Saum – Fasten im Ramadan:
Enthaltsamkeit von Essen, Trinken und Geschlechtsverkehr von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang.
Hadsch – Pilgerfahrt nach Mekka:
Pflicht für alle körperlich und finanziell fähigen Muslime, einmal im Leben.
unterscheiden sich aber in Theologie, Rechtsauslegung und religiöser Praxis.
Viel Vergnügen.
Noch schlimmer wird es, wenn man sieht, dass der Islam vor der Kolonisierung und dem bewussten Hervorrufen von Hass zwischen den von den Westmächten besetzten Völkern (weil man Länder, die untereinander zerstritten sind, viel besser kontrollieren kann), viel gemäßigter war.
Es gibt viele Muslime und sehr viele Unterschiede. Nicht nur zwischen den Gruppen im Islam, sondern auch zwischen denen, die hier leben, da es wie bei den Christen auch große Unterschiede zwischen dem Befolgen oder Nichtbefolgen des Glaubens gibt. Bei uns sind diese Unterschiede noch sehr viel größer, als in einem Land alleine.
Auch die Türkei ist überwiegend muslimisch.
Abtreibung ist in der Türkei bis zur 10. Schwangerschaftswoche legal, auch auf Wunsch und unabhängig vom Familienstand. Danach ist sie nur bei medizinischen Gründen erlaubt.
Minderjährige und verheiratete Frauen benötigen aber zusätzlich die Zustimmung der Eltern oder des Ehepartners.
So wie das früher auch bei uns war. Da durfte Frau alleine gar nichts.
In Saudi-Arabien ist eine Abtreibung grundsätzlich verboten, aber unter strengen Bedingungen erlaubt:
Erlaubt ist sie, um das Leben der Mutter zu retten oder bei schweren gesundheitlichen Risiken für Mutter oder Kind.
Bei schweren Fehlbildungen des Fötus kann bis zur 19. Schwangerschaftswoche abgetrieben werden, wenn ein Ärztekomitee dies bestätigt.
Vergewaltigung wird in offiziellen Quellen selten als Indikation genannt, wird aber in der Praxis diskutiert.
Die Zustimmung des Ehemanns oder Vormunds kann erforderlich sein. Außerhalb dieser Fälle ist Abtreibung strafbar.
Wenn ich aber auf arabisch suche, bekomme ich eine ganz andere Antwort, als vorher.
Erste Phase: Bevor dem Fötus die Seele eingehaucht wird (120 Tage zuvor)
Zum jetzigen Zeitpunkt sehen die meisten Wissenschaftler einen Schwangerschaftsabbruch als zulässig an, wenn der vergewaltigten Frau erheblicher psychischer oder sozialer Schaden droht, insbesondere in konservativen Gesellschaften, in denen ihr Verbannung oder Übergriffe drohen.
- Es basiert auf der Tatsache, dass dem Fötus noch keine Seele eingehaucht wurde , was die Grundlage des prophetischen Hadith ist: „Die Schöpfung eines jeden von euch wird vierzig Tage lang im Mutterleib als Samenzelle gesammelt…“.
- Einige Wissenschaftler erlauben einen Schwangerschaftsabbruch schon vor dem 40. Tag , während andere ihn bis zum 120. Tag gestatten , wenn ein zwingender Grund vorliegt.
- Der Rat der höchsten Gelehrten in Saudi-Arabien hat eine Fatwa erlassen, die einen Schwangerschaftsabbruch im ersten Stadium (40 Tage) erlaubt, wenn dadurch Schaden verhindert wird.
Nach 120 Tagen der Schwangerschaft wird dem Fötus die Seele eingehaucht , und er gilt gemäß dem Konsens der islamischen Rechtswissenschaft als menschliche Seele.
- In diesem Fall ist ein Schwangerschaftsabbruch absolut verboten , selbst wenn die Schwangerschaft aus einer Vergewaltigung resultierte.
- Der Grund: Die Tötung eines unschuldigen Menschen ist eine der größten Sünden und kann nicht mit psychischem oder sozialem Schaden verglichen werden.
- Wie ein Gelehrter sagte: „ Dies ist eine Seele, die keine Sünde hat, die getötet werden müsste .“
Selbst nachdem die Seele in den Körper eingehaucht wurde, gibt es eine Ausnahme:
- Wenn das Überleben des Fötus eine reale Bedrohung für das Leben der Mutter darstellt, sei es physisch oder psychisch , sodass ihr Tod befürchtet wird.
- In diesem Fall erlauben einige Gelehrte (wie Scheich Al-Qaradawi betonte) die Abtreibung des Fötus, um die Mutter zu retten , da „die Wurzel nicht um des Zweiges willen geopfert werden kann“.
- Die Notwendigkeit muss medizinisch und psychologisch nachgewiesen werden und unter Aufsicht von Spezialisten erfolgen.
Die arabischen Quellen gehen zurück bis 2001, sind aber sicher älter.
: https://islamqa-info.translate.goog/ar/answers/133…uto&_x_tr_tl=de
Oder: https:/ / journals.ku.edu.kw/jsis/index.php/jsis/article/view/1329
Afrika ist zu einem erheblichen Teil muslimisch, besonders in Nord- und Westafrika.
Nordafrika ist nahezu vollständig muslimisch (z. B. Ägypten, Algerien, Tunesien, Libyen, Marokko).
In Westafrika haben Länder wie Nigeria, Mali, Niger, Senegal und Sudan eine muslimische Mehrheit.
Ostafrika hat ebenfalls bedeutende muslimische Bevölkerungsanteile, z. B. in Somalia, Dschibuti und Teilen von Kenia und Tansania.
Insgesamt leben über 500 Millionen Muslime in Afrika, was etwa 40 % der afrikanischen Bevölkerung entspricht.
In Afrika sind die Abtreibungsgesetze sehr unterschiedlich.
Auf die Schnelle:
- Legal ohne Einschränkung (bis zu einer bestimmten Woche):
Südafrika, Tunesien, Mosambik, Kap Verde, Benin, Guinea-Bissau. In Südafrika ist Abtreibung bis zur 12. Woche erlaubt, in Benin bis zur 12. Woche ohne Angabe von Gründen. - Erlaubt zur Rettung von Leben oder Gesundheit:
Länder wie Kenia, Algerien, Botswana, Ghana, Namibia erlauben Abtreibung, um körperliche oder psychische Gesundheit zu schützen. - Nur zur Rettung des Lebens der Mutter:
In Nigeria, Somalia, Sudan, Marokko, Ägypten ist Abtreibung nur erlaubt, wenn das Leben der Frau in Gefahr ist. - Fast vollständiges Verbot:
In Madagaskar, Senegal, Mauretanien, Kongo-Brazzaville ist Abtreibung stark kriminalisiert, oft mit hohen Strafen.
Trotz Verboten in manchen Ländern sind Abtreibungen in diesen Ländern weit verbreitet.
In Marokko alleine z.B. sollen jährlich geschätzte 200.000 bis 300.000 illegale Abtreibungen durchgeführt werden, auch wenn Frauen und Ärzte dabei Gefängnisstrafen (bis zu 2 Jahre) und Geldstrafen riskieren.
Ich weiß jedenfalls, es gibt etliche Länder mit Ärzten, die darauf spezialisiert sind, die Jungfräulichkeit der Frau wiederherzustellen.
Daher ging ich immer davon aus, dass es in diesen Ländern auch Ärzte gibt, die inoffiziell abtreiben. Denn wo kein Richter, da kein Kläger.
Zumal von Koran-Gelehrten der Zeitpunkt des Einhauchens der Seele auf 120 Tage nach der Zeugung des Kindes festgelegt wurde, dürften Muslime wenig Skrupel haben.
Bei den gläubigen Katholiken ist es mindestens genau so streng, wenn nicht sogar strenger.
Für viele Christen beginnt das Leben schon bei der Zeugung mit der Verschmelzung von Ei und Samenzelle.
Nach ihrem Glauben zieht in diesem Moment auch bereits die Seele in das neue Leben ein.
Das heißt für sie, dass Gott zu diesem Leben „Ja“ gesagt hat.
Deshalb hat aus Sicht der Kirchen schon die befruchtete Eizelle das Recht auf Leben und auf seinen Schutz.
Dennoch gehen die Kirchen unterschiedlich mit dem Thema Abtreibung um.
Für Katholiken begann das Leben noch nicht immer so früh.
Viele von ihnen teilten bis vor rund 150 Jahren den Glauben der Juden.
Danach zieht die Seele erst am 42. Schwangerschaftstag in das ungeborene Kind ein. Bis dahin stellte die katholische Kirche sein Leben nicht unter besonderen Schutz.
Heute ist die römisch-katholische Kirche dagegen ein besonders strenger Abtreibungsgegner.
: https://www.religionen-entdecken.de/lexikon/a/abtr…-im-christentum
Wenn man als Christ das Töten eines Tieres mit einer Abtreibung vergleicht, dann ist das offenbar Folge des christlichen Glaubens.
Aber man bemerkt nicht, dass diese Abtreibung keinen Anspruch auf einen Friedhofsplatz hätte.