Meine Schwester bittet immer ihre Engel um Hilfe, wenn sie in eine schwierige Situation kommt, und kommt dann immer wieder irgendwie heraus.
Als ich vor 4 Jahren bei einem Flug in die USA, der im letzten Moment zu meinen Ungunsten geändert worden war, nach über 20-stündiger Reise auf dem Flughafen Washington Dulles in einer endlosen Schlange stand ohne realistische Hoffnung, den Anschlussflug zum Ziel noch zu erreichen, versuchte ich es auch. „Ich bin todmüde, seit vielen Stunden unterwegs, habe keine Hoffnung, den Flug nach Ithaca zu erreichen. Meine Tochter und die Enkel warten auf mich. Bitte helft mir!“ Die Männer des Personals, an die ich mich wandte, zuckten nur die Achsel. Da sah ich eine Frau. Ich erklärte ihr, ich sei 80 Jahre alt, hätte einen Behindertenausweis und sei völlig erschöpft. Sie öffnete mir die Absperrung und brachte mich direkt an den Abfertigungsschalter. Ein Angestellter half mir, in einem riesigen Kofferberg meinen Koffer zu finden. Ein anderer geleitete mich durch das irrsinnige Labyrinth des veralteten Flughafens. Trotzdem wäre es zu spät gewesen, hätte mein Flug nicht 20 Minuten Verspätung gehabt, und ich kam trotzdem noch vor der geplanten Zeit an.
Allerdings unternehme ich seither keine Flüge mehr. Wäre ich wie geplant über Detroit geflogen, hätte ich den Flughafen gekannt, hätte genügend Umsteigezeit gehabt und wäre durch Computer geleitet schnell durch die Abfertigung gekommen. Aber es kommt oft anders, und dafür bin ich zu alt. Nach 2 1/2 Jahren kann meine Tochter mit Familie uns nun endlich im Juli wieder besuchen.