Stimmt schon, es gibt Mitmenschen, die sich Böses ausdenken, die der Menschheit nicht gerade wohlwollend gegenüberstehen - Phantasten, ideologisch verkorkste Zeitgenossen, Kriminelle, die durch ihre Machenschaften einfach nur Vorteile für sich realisieren wollen, kost es was es wolle.
Und es stimmt natürlich auch, dass wir eine Luftverschmutzung haben, die zudem seit Jahren schlimmer wird.
Was mich bei solchen Diskussionen nur stört, sind verbrämte Aussagen, die oftmals aus irgendwelchen extrem esoterischen Ecken, auch brauner Esoterik, kommen. Anhänger solcher Chemtrailhysterien sind davon überzeugt, Urheber dieser Chemtrails seien Freimaurer, Illuminaten oder es handle sich schlichtweg um eine jüdische Weltverschwörung.
Auch wird die Thematik Chemtrails sehr gern von politisch rechten Kreisen genutzt, die NPD sah sich sogar veranlasst, eine Anfrage im sächsischen Landtag zu Chemrails zu stellen.
Typische Vertreter der Chemtrail-Hypothese sind immer wieder Personen wie beispielsweise Georg Ritschl, Werner Altnickel, Peter Platte, Helmut Gobsch, Heinz Gerhard Vogelsang, oder auch die amerikanisch / kanadische Nonne und Mathematikerin Rosalie Bertell.
Werner Altnickel beispielsweise war Greenpeace-Aktivist, wurde allerdings im Jahre 2000 von Greenpeace ausgeschlossen als er begann, seine zunehmenden wirren und weltfremden Gedanken in Bauptungen umzusetzen. Auf seiner Website, die aber noch nicht einmal seinen Namen trägt, wird immer wieder von ihm manipuliertes Bildmaterial veröffentlicht, dabei absichtlich aus dem Kontext gerissen und anschließend in eine völlig neue Interpretation verwandelt.
Verbreitet werden die abwegigen und nicht belegten Vermutungen auch in der Esoterischen Zeitschrift, etwa im Heft 49 aus 2006, im Neue Impulse Treff oder bei Inc-2010 von einem gewissen Uwe Behnken.
Ein Beispiel (von vielen):
Ein beliebtes „Beweisfoto“ der Chemtrail-Szene für angeblich geheime Chemtrailoperationen ist ein zum Sprühen umgebauter Tankausleger einer Boeing NKC-135A Stratotanker (717-100) mit der Seriennummer 17244, stationiert auf der Edwards AFB in Kalifornien.
Gesprüht wurde daraus gelb eingefärbtes Wasser, welches auf ein dahinter fliegendes Flugzeug des Typs ATR-72 (ein vom französisch-italienischen Konsortium Avions de Transport Régional hergestelltes Turboprop-Regionalverkehrsflugzeug für Fracht- und Passagierdienste auf Kurzstrecken) verteilt wurde und dann auf diesem gefror. So konnte das Vereisungsverhalten des Flugzeugs realitätsnah erforscht werden. Ein ATR-72 war in den USA im Jahre 1994 im Staate Indiana abgestürzt, und es wurde vermutet, dass der Absturz durch Vereisung verursacht wurde. Auch wurde das Vereisungsverhalten bei Jagdflugzeugen und bei einer Embraer EMB-120RT damit geprüft. Mittlerweile ist dieses Testflugzeug ausgemustert.
Beliebt ist in der Chemtrail-Szene auch die Behauptung, dass so genannte Billigflieger, vor allem die irische Fluggesellschaft Ryanair, Flugreisen nur deshalb so günstig anbieten könnten, weil deren Hauptzweck in Wirklichkeit das Ausbringen von Chemtrails sei.
Wenn man Argumentationen von Chemtrailanhängern folgt, müßte es bereits zu Goethes Lebzeiten Chemtrails gegeben haben. Am Donnerstag, den 18. Mai 1820 schreibt Johann Wolfgang von Goethe in "Zur Naturwissenschaft überhaupt", Band 1, Heft 1 aus 1820:
"Früh ganz klarer Himmel, nach und nach leichte Zirrus, um Mittag seltene, höchst auffallende Erscheinung, die mich aus der Enge auf eine freie Stätte rief. Von Westen herauf, mit entschiedenem Südwind, zogen lange, zarte Zirrusstreifen, einzeln und vereinigt; im Vorwärtsziehn krümmten sie das vordere Ende zu kleinen Wölkchen, etwas niedriger zogen unbestimmte weiße Wölkchen, die von jenen Streifen mit aufgenommen wurden, sonst standen noch alle Arten von Zirrus am bläulichen Himmel, Schäfchen, gegitterte Streifen, alles in Bewegung und Verwandlung. Der Himmel überwölkte sich nach und nach ...."
Dennoch bleibt es unbestritten, dass das, was dort oben aus den Triebwerken der Flugzeuge kommt, mehr als giftiger Dreck ist und zur Wetter"stimulierung" auch beispielsweise Silberjodid gesprüht wird.
Und dass seit Jahren an aerosolen Impfstoffen gearbeitet wird, ist mir ebenfalls schon lange bekannt.
Ich denke aber, dass ich durch meinen Beitrag einem dennisth19 klar machen konnte, dass ich schon weiß, wovon ich schreibe 