Natürlich stecken da noch so manch andere hinter einer Greta Thunberg. Logisch, immerhin ist das Mädel gerade erst einmal 16. Ob sie tatsächlich verheizt wird, wird die Zukunft offenbaren. Dennoch - in solch einem Alter vor der "herrschenden" Klasse aufzutreten, ohne dass dabei Papa oder Mama neben ihr sitzen, nötigt einem Respekt ab!
Was in dem Video der ARD aber mal wieder nicht gezeigt wurde, sind die ersten 10 oder 12 Sekunden ihrer Rede. Sie hatte angekündigt, Politiker zukünftig zu beobachten, worauf sie ausgelacht wurde. Daher denn auch ihre Wut in der Rede.
Vor Jahren wurde schon mal ein ähnliches Video ausgestrahlt? Ja und? Was zum Kuckuck hat sich denn bis heute geändert?
- Wir wissen seit Jahren, dass Verbrennungsmotoren nicht prickelnd für die Luft in den Städten sind, die Politik eiert herum.
- Wir wissen seit Jahren, wie schädlich die Massentierhaltung für Tier, Mensch und Umwelt ist, die Menschen protestieren immer häufiger für artgerechte Tierhaltung. Nichts wird geändert. Ilse Aigner, Christian Glyphosat-Schmidt und Julia Klöckner sei Dank.
- Wir wissen seit Jahren, dass Pestizide die Insekten vernichten, die Politik gibt den Chemiekonzernen aber weiter die Genehmigung zur Produktion.
Wenn nun eine Greta auftaucht und all diese Dinge - mal wieder - ins Bewusstsein hämmert, ja zum Teufel, weiter so!
Erinnern möchte ich an dieser Stelle einmal an eine gewisse Severn Suzuki, die im Alter von 9 Jahren die Umweltorganisation Eco gründete und als 12-jährige für diese Organisation 1992 vor der UNO in Rio de Janeiro eine 6-minütige Rede hielt. Als 12-jährige! Vor der UNO! Ist jetzt 25 Jahre her.
Sie war mit drei Freundinnen mit eigenen Mitteln die 5.000 Kilometer zur Konferenz angereist mit dem Appell an die Teilnehmer: "Ihr müsst Euch ändern!". Auch sie hatte auf ihre bedrohte Zukunft hingewiesen, auf das Aussterben von Tierarten, auf den Hunger in der Welt, das Elend. Von ihr sprach man dann als "das Mädchen, dass die Welt für 6:32 Minuten zum Schweigen brachte."
Nur, was hat es gebracht? Nichts! Coffee-to-go-Becher werden nach wie vor geordert auf Teufel komm raus. SUV´s ebenso. In Deutschland. Nicht in Kalifornien, die haben dort keinen Bock mehr auf diese Kisten. Sehr zum Verdruss von Mister Trump.
Seit 40 Jahren warnen Forscher beispielsweise vor den Gefahren der Plastikflut. Ohne Erfolg. Bis 2009 dann der Film "Plastic Planet" in die Kinos kam. Der Film ließ kaum einen Zuschauer kalt, ein wahrer Boom kreativer Ideen brach anschließend aus, um die Meere vom Plastikmüll zu befreien. Bis das Thema in der Versenkung verschwand. Heute fluten jede Minute 15.000 kg Plastikmüll unsere Ozeane. Und wir verbieten Plastik-Strohhalme!
Aber wir haben ja Zeit. Bis 2021. Dann erst geht´s uns Verbrauchern so richtig ans Leder. Aber nur mit einem Verbot von solchen Plastikteilen, für die es bereits einen Ersatz gibt. Also Luftballonstäbe zum Beispiel. Oder Wattestäbchen aus Kunststoff. Schon toll, wie sich unsere Damen und Herren der Regierungskaste ins Zeug legen. Aber Mutti Merkel weißt die Kritik einer Greta teilweise zurück. Na dann ...
Seit Jahren wird nach wie vor vor den Gefahren der Kernenergie gewarnt. 1975 veröffentlichte die Gruppe "Kraftwerk" ihren Hit "Radio-Aktivität". Ach was, alles unter Kontrolle, alles sicher, hieß es. Bis Fukushima passierte. Und China als Folge davon allein in diesem Jahr 43 neue AKW plant, die in den nächsten 8 bis 10 Jahren ans Netz gehen sollen! China ist damit weltweit das Land mit den meisten AKW, gefolgt von Russland und Indien.
Aber Greta wird ausgelacht ...
Fukushima ist thematisch mittlerweile bei den Menschen in der Versenkung verschwunden. Außer bei solchen Menschen, die das eben nicht vergessen. Könnte dazu jetzt einen halben Roman schreiben, was da drüben, fernab der Mainstream-Medien derzeit so abläuft. Dass zum Beispiel nach wie vor radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer geleitet wird. Dass der Schilddrüsenkrebs dort bei Kindern extrem zugenommen hat. Und Mädchen in der Gegend um Fukushima heute häufiger tot zur Welt kommen ...
Also, so neu ist das Phänomen Greta Thunberg nicht, es ist aktueller, denn je. Und wie man sieht, brauchen wir (mehr Greta´s) jeden von uns, um die Probleme endlich anzupacken!