Na, wenn Du Dich da mal nicht vertust.
Im Gegensatz zur landläufigen Meinung wurde Milch in China als eine kostbare medizinische Flüssigkeit angesehen, speziell für Kinder mit einer schwachen Konstitution und für schwache und ältere Menschen. Seit dem Ende des 19. jahrhunderts wurde Kuhmilch in industriellen Betrieben in ausländischen Siedlungen der großen Städte wie Shanghai produziert. Zunächst von Ausländern produziert und getrunken, wurde MIlch später zu einem einheimischen Produkt, das vor allem von wohlhabenden Chinesen geschätzt wurde.
Chinas Milchproduktion hat im Jahr 2021 ca. 34,5 Millionen Tonnen erreicht. Das ist eine Steigerung von rund 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Grund ist die verbesserte Produktivität. Die durchschnittliche Milchleistung von Milchkühen in Großbetrieben erreichten im Jahr 2020 etwa 8.000 Kilogramm und es wird erwartet, dass sich die Produktivität in den großen Betrieben weiter verbessern wird.
Viele chinesische Molkereien haben zudem in die Modernisierung und Erweiterung ihrer Milchviehbetriebe investiert, um eine gleichbleibende Qualität der Frischmilchversorgung sicherzustellen und auch um Niedertemperatur-Produkte (wie pasteurisierte Milch) herstellen zu können. Diese Entwicklung wurde durch sehr stark wachsende Nachfrage der städtischen Verbraucher nach H-Milch und Frischmilchproduktion ausgelöst.
Chinas Regierung ist stark bemüht, die Effizienz des Milchsektors zu verbessern und zu standardisieren, berichtet das USDA. So hat die China Dairy Association im Juli 2020 einheitliche Standards für die Einstufung und Bewertung von Milchviehbetrieben herausgegeben.
Außerdem hat etwa die Provinzregierung von Henan im August 2020 angekündigt, Landwirten, die Milchviehbetriebe mit mehr als 100 Rindern gründen oder diese erweitern wollen, einen Zuschuss von 5.000 RMB (735 USD) pro Tier zu gewähren. Weiterhin stellt man Subventionen für Landwirte bzw. Unternehmen bereit, die Milchkühe und Zuchtembryonen importieren wollen. Die derzeitige starke Expansionswelle moderner Milchviehbetriebe hat auch zu einer deutlichen Verbesserung der Rindergenetik und zu standardisierten Fütterrungstechniken geführt.
Die Dynamik der großen Milchvieh-Betriebe zeigt sich auch bei den Importen: China importierte in den ersten sieben Monaten des Jahres 2020 rund 155.000 lebende Rinder. Das ist eine Steigerung von 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die chinesischen Behörden gaben an, dass etwa 75 Prozent der Tiere Milchkühe waren. Der Preis für importierte Holstein-Kühe ist nach Angaben des USDA von 18.000 RMB (2.608 USD) im Januar 2020 auf 25.000 RMB (3.623 USD) im September gestiegen.
Flüssige Milch, insbesondere UHT-Milch und Joghurt, dominieren nach wie vor den Milchkonsum. Der Marktanteil für pasteurisierte Milch ist jedoch 2019 auf 26 Prozent gestiegen und wird voraussichtlich kurzfristig um 10 bis 15 Prozent pro Jahr steigen, schätzt das USDA.
Der Konsum von Joghurt zeigt ebenfalls starke Wachstumschancen bei den Verbrauchern in Großstädten. Darüber hinaus lässt der starke Nachfrage-Zuwachs bei verarbeiteten Milchprodukten – wie etwa bei Käse und Butter – zusätzliche Absatzmöglichkeiten der ausländischen Lieferanten bzw. Exporteure erwarten.
Zudem: Importe von Flüssigmilch, Butter und Käse wachsen zweistellig.






