Mich regt diese Vermarktung von menschlichem Elend und Vernichtung von ganzen Volksstämmen, zu der auch die zahllosen Western gehören, tatsächlich schon auf, seit ich weiß, wie die Europäer die USA erobert haben.
Bezogen auf Karl May´s Bücher wie beispielsweise "Winnetou", "Durchs wilde Kurdistan" oder auch die Reihe "Im Lande des Mahdi" zeigen genau das Gegenteil. May auf das zu reduzieren, wie Du es beschreibst, zeigt, dass seine Bücher nicht verstanden, wahrscheinlich noch nicht einmal gelesen wurden. Um es mal deutlich zu sagen.
Die Verbrechen von Kolonialismus und Sklaverei, die pauschale Geringschätzung anderer Kulturen und die Zerstörung ihrer natürlichen Lebensgrundlagen werden in May´s populären Abenteuererzählungen unmissverständlich verurteilt. Sein Spätwerk ist ein engagiertes Plädoyer für Toleranz und Völkerverständigung. Dazu gibt es auch ein ganz unmissverständliches Beispiel - Old Shatterhand und Winnetou wurden zu Blutsbrüdern.
Gerade die Winnetou-Trilogie (Bände 7, 8 und 9) zeigt mehr als deutlich, wie die Hauptdarsteller Winnetou und Shatterhand darum kämpfen, Frieden zwischen den Völkern zu stiften, beide waren unerbittlich bei der Verfolgung von Ungerechtigkeiten und Gewalt. Nicht nur bei den "Weißen", auch bei den "Rothäuten".
Auch im Band "Menschenjäger" zeigt sich dieser Umstand: Kara Ben Nemsi (Karl May in einer Ich-Erzählung) entgeht in Kairo knapp einem Mordanschlag und trifft auf seiner Reise nilaufwärts auf Reis Effendina, der sich als oberster Sklavenjäger-Jäger Ägyptens entpuppt. Gemeinsam nehmen beide die Verantwortlichen einer Sklavenkarawane fest. Die Hauptschurken Abd el Asl und dessen Sohn Ibn Asl entkommen allerdings und flüchten in den Sudan. Kara Ben Nemsi macht sich auf den Weg in den Sudan und nimmt die Verfolgung der Verbrecher auf.
Auch im zweiten Band (Der Mahdi) und im dritten (Im Sudan) der Trilogie "Im Lande des Mahdi" geht es um die Verfolgung von Sklavenhändlern, im dritten Band schließt Nemsi am Obernil ein Bündnis mit dem indigenen Stamm der Bor, der zum Volk der Dinka gehört, einer afrikanischen Ethnie im Südsudan.
Bei all diesem Hintergrund die Winnetou-Bücher zu verbannen, zeugt eindeutig von Ignoranz und Dummheit. Insbesondere bei denjenigen, die sich beim Ravensburger Verlag beschwert haben, vor allem aber auch bei den Verantwortlichen im Verlag.
Und all den Bekloppten, die meinen, sie müssten uns ihre durchgeknallten Ideologien aufdrücken sei gesagt - meine 90-bändige Karl May-Edition bleibt schön sortiert und für jeden sichtbar im Bücherregal! Eure verkappte Bücherverbrennung könnt Ihr Euch sonstwo hinstecken!
