Zimt ist erst einmal ein Gewürz. Aber – das ist halt nur eine Definition. Damit wird noch nichts über eine mögliche positive Auswirkung auf Erkrankungen oder Gesundheitsprophylaxe ausgesagt.
In meinem Grundsatzbeitrag zum Zimt gehe ich auf zahlreiche Aspekte ein:
: https://www.naturheilt.com/zimt/
Im Fall „Zimt“ gibt es wieder einmal die unterschiedlichsten Ansichten dazu.
Und die sehen so aus:
Eine randomisierte, doppelblinde, Plazebo kontrollierte Studie aus dem Jahr 2003 untersuchte 60 Patienten mit Diabetes Typ-2
(https:/ / pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/14633804/) und kam zu dem Ergebnis, dass nach 40 Tagen Nüchternblutzuckerwerte, Triglyceride, LDL-Cholesterin und Gesamtcholesterin signifikant reduziert wurden. Diese Reduktion erfolgte in verschieden hohen Dosierungen von Zimt.
Eine neuere Arbeit aus dem Jahr 2012 (https:/ / pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22749176/) untersuchte 66 Patienten mit Diabetes Typ-2. Hier wurden die Nüchternblutzuckerwerte und das HbA1c signifikant gesenkt im Vergleich zu Plazebo. Gleiches galt auch für Triglyceride. Gesamtcholesterin, HDL-Cholesterin und LDL-Cholesterin blieben unverändert. Auch diese Arbeit war eine randomisierte, doppelblinde, Plazebo kontrollierte Studie.
Die Autoren beider Arbeiten empfahlen bei einer Diabetes Typ-2-Erkrankung den Einsatz von Zimt bei der täglichen Ernährung.
Immerhin haben wir hier zwei Arbeiten vorliegen, die den Kriterien für die Durchführung einer Studie der sogenannten „evidenzbasierten“ Medizin beziehungsweise Wissenschaft voll und ganz entsprechen. Man könnte hier zu Recht einwenden, dass die Fallzahlen mit 60 und 66, die auch noch aufgeteilt wurden in Verum- und Plazebogruppe, nicht erschlagend hoch angesetzt sind. Damit ist eine statistische Relevanz unter Umständen fragwürdig.
Aber – die Skeptiker lassen sich davon nicht beeindrucken. Sie führen als Gegenargument eine Studie ins Feld, die den eigenen Forderungen nach einem guten Studiendesign nicht nachkommt, eine Meta-Analyse: https:/ / www.cochranelibrary.co…858.CD007170.pub2/full/de▹ auch aus dem Jahr 2012. Cochrane hat in dieser Beziehung einen guten Ruf, nicht zuletzt weil man deren Meta-Analysen für alles benutzen kann, wenn man was bewiesen haben will.
In diesem Fall wurden ganze 10 Studien gefunden mit insgesamt 577 Teilnehmern mit Diabetes Typ-1 und Typ-2 gleichermaßen. Man fand keine statistisch signifikanten Zusammenhänge zwischen Zimt-Verzehr und einem Einfluss auf HbA1c, Blutzuckerwerte, Seruminsulin oder postprandialen Glukosewerten.
Ich kann dazu nur sagen, dass die Zahl 577 für eine Meta-Analyse ein Witz ist, ein schlechter Witz dazu, wenn man daraus eine Schlussfolgerung ableiten will. Dazu kommt noch, dass eine Meta-Analyse nie den Forderungen für evidenzbasierte Studienkriterien entspricht. Noch witziger wird es, wenn im Abstract der Veröffentlichung zu lesen ist, dass „im Allgemeinen die einbezogenen Studien nicht sehr gut durchgeführt worden sind und es an Qualität mangelt“ (Generally, studies were not well conducted and lacked in quality.)
Jedenfalls für die beiden oben erwähnten Studien kann ich diese Kritik nicht nachvollziehen, ausgenommen die zu geringen Fallzahlen. 577 Teilnehmer in einer Meta-Analyse ist weniger als ein Tropfen auf einem glühend heißen Stein. Wie es aussieht, sind Studien, die nach allen gültigen Kriterien regelgerecht durchgeführt worden sind, immer dann automatisch schlecht, wenn das Ergebnis nicht stimmt.
Sicherlich ist Zimt nicht das Allheilmittel gegen Diabetes. Aber so wie ich die Lage einschätze, kann Zimt als Bestandteil der Ernährung mit dazu beitragen, dass der Diabetiker seine Blutzuckerwerte unter Kontrolle behält. Darüber hinaus gibt es keine evidenzbasierten Hinweise, dass Zimt gesundheitlichen Schaden anrichtet.