Frauenärzte sind ein schlimmes Thema
Als Teenie war ich bei einem älteren Frauenarzt, der gleichzeitig Chefarzt von einem RK-Krankenhaus war, in Behandlung mit dem ich im Prinzip auch zufrieden war. Der war nett und sehr vorsichtig mit allen Behandlungen.
Ich schätze, ich hatte ein Problem mit diesen Tampons mit Einführhilfe. War halt damals cool mit den Tampons.
Mir ging das halt nicht schnell genug mit der vorsichtigen Behandlung:
Meine nächste Erfahrung mit einem Frauenarzt und dieser Entzündung war dann so grottenschlecht, dass ich nach einem: da müssen wir was verätzen auf Nimmerwiedersehen vom Stuhl aufgesprungen bin und weiter zu meinem alten FA gegangen bin.
Dazu muss ich sagen, dass ich später von einer Freundin meiner Eltern erfahren habe, dass ihre Jahrzehnte bestehenden schwerwiegenden Unterleibsprobleme damit anfingen, dass ihr ein Frauenarzt irgendwann wegen einer Entzündung am Muttermund was verätzt hatte.
Also nie, nie, nie was am Muttermund verätzen lassen, denn das Risiko, dass man deshalb lebenslang Probleme hat, ist ganz real.
Im Rahmen der Emanzipation
habe ich mich fortan von mehreren Frauenärztinnen behandeln lassen.
Aber das war leider auch nicht die Lösung. Frauen sind übervorsichtig und daher im Prinzip viel schneller mit radikaleren Behandlungsvorschlägen.
Die erste war eine Katastrophe. Pille gewechselt. Pille nicht vertragen. Alte nicht wieder verschrieben, aber Mammographie mit durch die unverträgliche Pille sehr schmerzhaften Brüsten. Also weg mit der Frau. Nie mehr wieder Mammographie.
Die zweite war soweit ganz ok. Auch wenn die mit ihr dann nach Jahren erlebte SS nervig war.
Irgendwann SS-Vorwehen, Tabletten- die eh nichts brachten und bei SD-Überfunktion eigentlich nicht angebracht waren, Monate lang Bettruhe,
dann 1 Woche zur Beobachtung ins Krankenhaus überwiesen, nach 1 Woche nicht entlassen,
auf Nachfrage warum: Kind in der 1 Woche nicht genug gewachsen, Vorschlag Belastungs-CTG bei dem künstlich Wehen ausgelöst werden,
mit dem Hinweis, dass die Ärztin im Krankenhaus das gerne machen lassen kann, wenn sie in meine Situation kommt, abgelehnt und den Krankenhausbesuch abgebrochen.
Danach noch 1 Woche Uniklinik zur Beobachtung mit 24 h CTG und 1x Decortilen-Prophylaxe zur Lungenreife bei möglicher Frühgeburt.
Natürlich Blasensprung ohne Wehen, Tablette vor den Muttermund, Spritze, weil Wehen viel zu stark, super Hebamme und normale Geburt.
Wegen Umzug FA gewechselt.
Die dritte FA, Empfehlung der vorhergehenden FA ein Albtraum, was sich erst so nach und nach gezeigt hat.
Bei ihr hatte ich dann einen Pap4a. Sie hat es super dringend und wichtig gemacht, dass da sofort was gemacht werden muss.
Aber es war mir erstmal total egal, da ich wieder schwanger war und ich habe ihr gesagt, so lange ich schwanger bin wird da gar nichts gemacht.
Ich bekomme erstmal mein Kind.
War zu der Zeit selbständig und hatte zuhause ein Büro. Immer schön bei Vorwehen hingelegt und keine Tabletten.
Beim FA- Termin hat es 1x durch Notfall so lange gedauert, dass ich in die Stadt bin und deshalb dann eine Vorwehe am CTG hatte.
Oje. Das hieß Decortilen-Phrophylaxe (Uniklinik hat mir auch eine gegeben, muss also in Ordnung sein.) und verkürzte Abstände zwischen den Besuchen.
Tabletten habe ich abgelehnt.
Nach Abschluss der 1 Decortilen-Prophylaxe komm ich also zum nächsten Termin da hin.
Sagt mir die Sprechstundenhilfe, wir müssen noch die Decortilen-Prophylaxe machen. Sag ich, nee, bestimmt nicht, die wurde schon gemacht.
Bei der FÄ ging es dann aber richtig rund. So etwas habe ich davor und danach nicht wieder erlebt.
Ich gesagt, wenn der Uniklinik 1 Prophylaxe ausgereicht hat, sehe ich keinen Grund, warum ich mir nochmal Cortison geben lassen sollte.
Ob sie mir das denn fachlich begründen könnte.
Die Ärztin hat rumgeschrieen, dass man es sicher bis ins Wartezimmer gehört hat und mich versucht rein emotional unter Druck zu setzen.
Fachlich kam da Null, Nada, Zero, Nothing.
Ich habe mich wochenlang aufgeregt und Frauenärzte gemieden.
Viel später habe ich mal recherchiert wie das mit der Decortilen-Prophylaxe damals war. Herausgefunden habe ich, dass Ärzte die willkürlich eingesetzt haben, wie sie gerade wollten und manche auch kein Problem hatten, die 5, 6x oder öfter zu verabreichen. Es wurden auch diverse Schäden beschrieben, die Kinder dadurch erlitten haben, wenn das häufig durchgeführt wurde. In meinen Augen völlig skrupellos.
Ob die heutzutage eingesetzte RDS-Prophylaxe identisch zu damaligen Decortilen-Prophylaxe ist, weiß ich natürlich nicht. Nehme es aber an. Aber ich weiß, dass eine Cochrane-Studie von 2017 schreibt: Unser Review zeigt, dass eine einzige Gabe eines Kortikosteroids, die der Mutter bei vorzeitigen Wehen vor der Geburt des Babys verabreicht wird, die Entfaltung der Säuglingslunge unterstützt und Komplikationen wie Atemprobleme verringert.
Viele Wochen später bin ich damals zu einem netten Frauenarzt gegangen, der gesagt hat, alles richtig gemacht.
Habe erstmal keinen weiteren Abstrich machen lassen. Rest der SS und Geburt waren normal.
Nach der Geburt irgendwann einen Abstrich machen lassen und alles war wieder ok.
Seit ich aus dem Kinderkriegen raus bin, hasse ich FÄ und komme nicht mehr auf viele Besuche.
Bei meinen letzten beiden Besuchen habe ich mir den Abstrich selbst gemacht.
Alles in allem finde ich Frauenärztinnen viel schlimmer als Frauenärzte und kann nur sagen nicht verrückt machen lassen.