Gibt’s für dich so eine einfache kleine Übung, mit der du wieder in dieses bewusste Wahrnehmen kommst, ohne dass es gleich Meditation wird?
Die entscheidende Frage ist dabei: Wer will in das bewusste Wahrnehmen kommen?
Der Verstand kann es jedenfalls nicht wirklich. Nur Du als Geistiges Wesen kannst es.
Da sich die meisten Menschen voll und ganz vom Verstand einnehmen lassen, ist es zunächst bedeutend, mir bewusst zu machen, dass der Verstand seine Aufmerksamkeit mit Vorliebe und vorwiegend nach außen richtet und gerichtet hält. Er hält sich nämlich für DEN Problemlöser. Dafür hält er unentwegt Ausschau nach Problemen. Mehr noch: Auch dort, wo eigentlich keine Probleme sind, wird der Verstand diese (er-)schaffen, um beshäftigt zu sein...
Im ungünstigsten Fall – wenn man es lange genug zulässt – geschieht Folgendes: Zunehmend drehen sich immer mehr Gedanken, Gefühle und Emotionen nur noch um Probleme, Sorgen, Nöte, Auseinandersetzungen, Leid, Kummer usw. Das ganze Leben wird zunehmend problembehafteter, düsterer. Im Grunde sind die meisten Menschen durch ständiges Praktizieren "Dauerschwimmer" in einem Ozean von Problemen, Sorgen, Nöten...
Förderlich wäre das Gegenteil: meine eigene Aufmerksamkeit nach innen zu richten, indem ich meine eigene Aufmerksamkeit – so oft es geht – von allem Destruktiven im Außen rasch, innerhalb weniger Sekunden, abziehe und nach innen richte. Darin kultiviere ich bewusst Freude, Dankbarkeit und Liebe in mir – auch ganz ohne besonderen Grund.
So oft es geht, ist es notwendig, die (Gedanken-)Stille in sich herzustellen. Meist sind dafür, zumindest am Anfang, tägliche Einheiten in absoluter Stille notwendig – alles abschalten, mich bequem hinsetzen und einfach beobachten, mich von dem Gedankenfluss immer mehr distanzieren... Es gibt viele verschiedene Techniken. Aus meiner Erfahrung ist es sehr individuell, was für mich stimmig ist muss nicht für Dich stimmig sein; es würde den Rahmen sprengen, dies hier in allen Facetten zu beschreiben. Wenn es Dich anspricht, mach Dich auf den Weg und schaue bitte selbst, was für Dich stimmig ist. Es geht "nur" darum, die (Gedanken-)Stille in sich herzustellen. Später lässt sich dies immer mehr auf den Alltag ausweiten – dann geht es von einem Moment auf den anderen, ohne die Notwendigkeit, Dich extra hinzusetzen usw.