zu Vollmond paaren sich mehr Tiere als zu Neumond, hat sicher nichts mit Planeten, Sonne und Mond zu tun, alles Zufall.
Nö, ist kein Zufall, hat allerdings nichts mit Astrologie zu tun, sondern kann ganz einfach mit Physik und Biologie erklärt werden - nämlich mit den Gezeitenkräften. Also Gravitationsfeldern. Kennen wir alle als Ebbe und Flut:
Bei Vollmond sind die Gravitationsfelder des Mondes zur Erde hin stärker als bei Neumond. Logisch, die Erde bekommt bei Vollmond die "volle Breitseite" der Gravitation des Mondes zu spüren. Aber auch die Gravitationskräfte der Sonne spielen eine physikalische Rolle, verstärkt die Sonne doch die Gravitationskräfte des Mondes je nachdem, wie Sonne, Mond und Erde zueinander positioniert sind. Liegen alle drei Himmelskörper auf einer Linie, verstärken sich die Gezeitenwirkungen, es kommt dann beispielsweise zu Springtiden (einer Springflut bei Neu- und Vollmond), bei Halbmond sind die Kräfte ausgeglichen, es kommt zu Nipptiden.
So weit, so gut. Hinzu käme nun noch der Neigungswinkel der Erdachse, lasse ich mal außen vor, ist hier ja jetzt nicht das Thema, denn:.
Was hat das jetzt mit dem Paarungsverhalten von Tieren bei Vollmond zu tun? Zumindest nichts Esoterisches oder Astrologisches, soviel ist mal sicher. Und die Aussage "zu Vollmond paaren sich mehr Tiere ..." ist dabei wenig hilfreich, impliziert es doch, dass sich alle möglichen Tiere bei Vollmond mehr paaren, was so aber nicht stimmt. Hunde fletschen bei Vollmond öfter die Zähne und beißen auch mal zu – mehr als bei jeder anderen Mondphase, so eine Studie aus England. Eine gleichgelagerte Studie aus Australien konnte dies allerdings nicht bestätigen, beide Studien wurden irgendwann im Jahr 2001 in der Zeitschrift British Medical Journal veröffentlicht.
Dennoch stimmt die Aussage, dass sich bei Vollmond einige Tierarten häufiger paaren als bei Neumond - nämlich Meerestiere. Wie beispielsweise bestimmte Fische. Oder aber auch Meeresringelwürmer, Wasserschnecken, Krebse und Korallen. Hat allerdings, wie schon gesagt, nichts mit Astrologie zu tun, sondern einfach damit, dass es hier um die Erhaltung, das Überleben der eigenen Art geht. So dachte man eine lange Zeit. Heute weiß man, dass solch ein Paarungsverhalten nicht nur bei Meerestieren zu beobachten ist, sondern auch bei einigen Insektenarten die am Meer leben, den Cluniomücken zum Beispiel.
Ihre Larven leben im Wasser. Als Mücke lebt sie anschließend nur noch gut eine Stunde. Über eine Art genetische Uhr erfolgt die Eiablage nur bei extremem Niedrigwasser – also bei Voll- oder Neumond. Bei der nächsten extremen Flut entkommt die geschlüpfte Nachkommenschaft ins Meer, der Arterhalt ist "gerettet".
Gemeinsam bei diesen Tieren ist nun, dass sie alle im Wasser laichen - die Besamung der Eier findet also außerhalb des Körpers im Wasser statt. Das bedeutet, dass die Fortpflanzung nur dann erfolgreich ist, wenn die Spermien und Eizellen gleichzeitig im Wasser schwimmen. Denn im Wasser ist der Laicherfolg beispielsweise nicht nur durch Fressfeinde erschwert, sondern auch durch die Strömung.
Hinzu kommt die Helligkeit des Mondlichts, insbesondere bei Vollmond, dann gibt es 24 Stunden lang Licht - tagsüber durch die Sonne, nachts durch den Mond. Lichtempfindliche Zellen, so genannte Fotorezeptorzellen, nehmen die nächtlichen Helligkeitsunterschiede wahr und leiten die Informationen an das Gehirn weiter. Es kann sich dabei um einfache Zellen, komplexe Augen oder um lichtempfindliche Nervenzellen handeln. Welche Zellen das Licht registrieren, unterscheidet sich von Art zu Art. Die Lichtreize lösen im Nervensystem eine Kette chemischer Reaktionen aus. In der Regel steuert das Gehirn dementsprechend die Hormonausschüttung und damit die Reifung der Keimzellen sowie das Paarungsverhalten der Wasserlebewesen.
Also alles physikalisch-biologisch zu erklären, das alles hat absolut nichts mit Astrologie oder Esoterik zu tun.
... Mond für psychische Gesundheit oder der Mars für Energie, Aggression und deshalb auch für Unfälle Ursache sein kann, aber nicht muss.
Genau: Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich das Wetter ... oder es bleibt wie es ist. Im Nachhinein kann man das dann alles schön zuordnen, so, wie es gerade passt.