in der Zivilisation
bei Zweibeinern, die seit einigen Jahrtausenden ein völlig anderes Microbiom haben als freilebende Tiere,
eher nicht
Welche freilebenden Tiere denn? Ein Löwe in der Savanne ist ein Karnivore, eine Gazelle in der Savanne ist ein Herbivore, beide freilebend, also Wildtiere, beide haben aber ein völlig unterschiedliches Mikrobiom. Und jetzt? Auf welches Mikrobiom sollen wir uns jetzt einigen?
Weiter sei mal daran erinnert, dass unsere Urahnen, also die ersten Hominide, bereits die Fähigkeit hatten, scharfkantige Werkzeuge aus Steinen herzustellen, der Faustkeil aus Feuerstein ist ein prägnantes Beispiel. Solche Faustkeile, wie beispielsweise die gefundenen in der Gegend um Lüneburg, sind über 60.000 Jahre alt und dienten unter anderem der Zerlegung der Jagdbeute.
Aber es geht noch weiter zurück: Seit über 300.000 Jahren werden im Turkana-Becken in Kenia über hunderte von Generationen hinweg Werkzeuge hergestellt und Tiere geschlachtet. Die damaligen "Werkzeugmacher" erlebten dabei immer wieder radikale Umweltveränderungen und mussten sich anpassen. Dank genau dieser technologischen Anpassungsfähigkeit konnten sie neue Ernährungsweisen entwickeln, darunter den Verzehr von Fleisch und Knochenmark, und so aus der Not einen Überlebensvorteil machen.
Überhaupt - ohne die "Entdeckung" und das Hüten des Feuers hätte der damalige Homoide kein großes Gehirn entwickeln können. Irgendwann in grauer Vorzeit entdeckten unsere Vorfahren, dass Fleisch, welches sie im Feuer erwärmten, leichter zu kauen war, rohes war zäh, kostete Kraft beim Kauen. Im Laufe der Zeit gingen unsere Urahnen dann her und aßen immer häufiger Fleisch aus dem Feuer, die kräftigen, voluminösen Kaumuskeln, die bisher vonnöten waren, bildeten sich langsam zurück und schafften im Kopf Platz für etwas anderes - mehr Volumen für´s Gehirn. Gleichzeitig begann auch das Gehirn selbst, sich zu verändern, es wurde "gewundener", es faltete sich, mehr neuronale Zellen konnten sich bilden.
Verantwortlich hierfür ist eine zufällige evolutionäre Mutation im Bereich der Gene: Es bildete sich das Gen ARHGAP 11B (kurz Eleven B genannt), es kommt in der Form und Menge ausschließlich im Menschen vor und sorgt für ein größeres Wachstum des Gehirns schon in der embryonalen Phase. Dennoch - ohne den Verzehr von gebratenem, gedünstetem oder gekochtem Wildfleisch in grauer Vorzeit wäre unser Gehirn wahrscheinlich so nicht entstanden. Und wie wichtig den Menschen Fleisch schon früher gewesen ist, sieht man auf alten Höhlen- und Felsmalereien: Immer wieder werden Jagdszenen dargestellt, auf denen sich die Menschen allen möglichen Tieren nähern und diese mit Pfeil und Bogen erlegen. Sicherlich nicht aus lauter Spaß und Langeweile.
Aber - und ganz wichtig - es handelt sich um Wildtiere, nicht um Tiere aus der heutigen Massentierhaltung.
