Zum fleischlos damit (Wie der Teufel in der Bibel haust): theologe.de/theologe8.htm
Ich möchte hier jetzt keinen Bibelthread aufmachen, auf gar keinen Fall, dennoch mal eine kurze Anmerkung zum oben angeführten Link. Ruft man diesen Link auf, ist dort direkt zu Anfang des Textes (Der Theologe, Nr. 8 ) zu lesen, Zitat:
"Jesus von Nazareth lehrt jedoch: "Liebt eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen" (Lukas 6, 27)."
Dieser Text ist allerdings verkürzt, an anderer Stelle von "Der Theologe, Nr. 8" heißt es ausführlicher:
"Liebt eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, die euch beleidigen und verfolgen,
damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel"
Demnach also eine Aufforderung zur Feindesliebe. Schaut man sich diese Aussage aber mal in Jesus´ Muttersprache, dem Aramäischen an, kommt ein anderer Sinn heraus:
"Amen! Amen! - Ich soll euch sagen:
Erbarmt euch über die, die euch anfeinden!
Tut Gutes jenen, die euch hassen!
Segnet jene, die euch verfluchen!
Betet für die, die euch misshandeln!"
Hier also eine Aufforderung (ausgeführt in poetischer Form) zur Wohltätigkeit, dem Erbarmen, nicht zur Feindesliebe. Seit Jahrhunderten argumentieren die christlichen Kirchen aber mit der Feindesliebe als zentrale Bedeutung der Bergpredigt. Weil´s den Kirchenfürsten besser in den Kram passte, wurden die Aussagen Jesu vom Aramäischen ins damals Griechische, später ins Lateinische umgedeutet. Schaut man nämlich genauer hin, handelt es sich beim letzten Text um eine Aufforderung zum Handeln, man solle sich Erbarmen, Feindesliebe an sich aber ist eine Übung, diese muss zunächst einmal jeder in sich selbst fertigen.
Es gibt weitere, ähnliche Texte, bzw. Aussagen der Bibel, die so vom Ursprung her nicht stimmen und - weil´s einfach besser "passte" - umgedeutet wurden. Das Zölibat beispielsweise, oder auch der Begriff der Hölle, im Orginaltext ist davon keine Rede.
Nun ja, Religion ist halt seit Jahrhunderten ein Machtinstrument und wehe dem, der es wagt daran zu rütteln ...