Mal vorab - diese Abbildung in der Werbeanzeige...

... in Verbindung mit dieser Aussage in der Anzeige

... sind schon mehr als befremdlich. Es werden Ängste geschürt vor Spritzen, vor Chemie, vor Schmerzen und OP, gleichzeitig wird eine Rabattaktion angeführt, die suggerieren soll, man müsse schnell sein, sonst sei der Rabatt futsch. Für mich klingt das schon ziemlich unseriös.
Ich würde es zunächst mal mit natürlichen "Mittelchen" versuchen. Krampfadern entehen ja durch Fehl- bzw. Mangelfunktion der Venenklappen, die dafür sorgen, dass das Blut nach oben zum Herzen fließen kann und nicht etwa nach unten wieder zurückfließt. Dies gilt insebsondere für die Venen in den Beinen. Natürlich Mittel gegen Krampfadern können sein:
Rosskastanie
Die Früchte des Baums, also die Kastanien, enthalten den sekundären Pflanzenstoff Aescin, ein Saponin mit gefäßverengenden, gefäßschützenden und entzündungshemmenden Eigenschaften – also genau jenen Eigenschaften, die es braucht, um gegen Krampfadern vorzugehen. Die übliche Dosis beträgt zwei Mal täglich 300 mg Rosskastanienextrakt, der jedoch standardisiert sein sollte auf 50 mg Aescin pro Dosis. Dadurch werden pro Tag 100 mg Aescin eingenommen.
Auch die äußerliche Anwendung mit Roßkastaniengel oder -salbe kann unterstützend wirken. Aber Vorsicht: Roßkastanien sollten besser nicht eigenmächtig verarbeitet werden, da sie das Glucosid "Aesculin" enthalten, ab einer gewissen Dosis ist dies für Menschen giftig.
OPC
Bei OPC bzw. den Proanthocyanidinen handelt es sich um sekundäre Pflanzenstoffe, die sich besonders positiv überall dort auswirken, wo kollagenreiches Bindegewebe repariert, neu aufgebaut oder gefestigt werden muss – und die Gefäßwände der Venen bestehen aus eben diesem kollagenreichen Bindegewebe. Extrakte daraus werden gerne auch bei einer mangelnden Blutzirkulation eingesetzt – ein Zustand, der genauso bei Krampfadern vorhanden ist. Traubenkernextrakt kann in Kapseln, Tabletten oder auch in flüssiger Form eingenommen werden, es sollte allerdings darauf geachtet werden, dass eine Tagesdosis mindestens 180 bis 200 mg OPC liefert.
Interessant: Da Vitamin C gemeinsam mit OPC das Kollagen repariert, sollten Produkte bevorzug werden, die Vitamin C enthalten. Auch sollte auf eine Vitamin-C-reiche Ernährung geachtet werden.
Silicium
Silicium verleiht dem Bindegewebe seine Elastizität und Festigkeit. Ohne Silicium wird Bindegewebe hingegen brüchig, reisst leicht und es entstehen winzige Verletzungen, was schließlich zur Entstehung von Krampfadern beiträgt. Auch fließt bei Siliciummangel das Blut nicht mehr so gut und die Blutzirkulation verschlechtert sich. Was sich hier ganz gut eignet, ist flüssiges Silizium.
Tee aus Buchweizenkraut
Auch ein Tee aus den Blättern des Buchweizens (Fagopyrum esculentum – Buchweizenkrauttee) kann bei Krampfadern zum Einsatz kommen. Denn der Tee gilt als gute Quelle für Flavonoide, unter anderem für Rutin. Dabei handelt es sich um einen sekundären Pflanzenstoff, der bekannt ist als Kräftigungsmittel für Venen und Gefäße.
Rutin bzw. seine Abbauprodukte, die bei der Verdauung entstehen, wirken entzündungshemmend, durchblutungsfördernd und antioxidativ. Es kommt zu einer besseren Abdichtung und Elastazität der Gefässe, was das Austreten von Flüssigkeit aus den Gefäßen ins Gewebe und damit dicke, schwere und schmerzende Beine verhindert.
Nochmals zusammengefasst:
Bei Krampfadern könntest Du (eventuell in Absprache mit dem Arzt) folgendermaßen vorgehen:
Äußerlich
- Rosskastaniengel oder –salbe, oder auch Kiefernrindenöl.
Innerlich:
- Zweimal täglich je 300 mg Rosskastanienextrakt (siehe oben)
- 180 bis 200 mg OPC auf 2 bis 3 Dosen pro Tag verteilt (oder Pycnogenol aus der Kiefernrinde)
- Ein bis zwei Dosen Silicium pro Tag (je nach Angabe des Herstellers dosieren)
- Ein- bis bis dreimal täglich Buchweizenkrauttee trinken oder ein Präparat mit Rutin einnehmen (siehe oben)
- Zusätzlich solltest Du die Magnesiumversorgung optimieren, da Magnesium die Durchblutung verbessert, Entzündungen hemmt und Krämpfe verhindert, die durch das Vorhandensein von Krampfadern begünstigt werden. Täglich 200 bis 300 mg Magnesium(citrat) – idealerweise auf zwei bis drei Portionen verteilt.
Bei der Einnahme der Mittel immer wieder einmal Pausen von 1 bis 2 Wochen einlegen, um Gewohnheitseffekte oder auch das Risiko für eventuelle Nebenwirkungen so gering wie möglich zu halten.
Allgemein gilt aber auch:
- Langes Stehen oder Sitzen vermeiden
- Öfter mal die Beine hochlegen. Das Fußende des Betts höher legen. (Nicht bei Herzbeschwerden!)
- Bequeme Schuhe tragen mit normaler Absatzhöhe
- Heiße Bäder oder auch Saunagänge vermeiden
- Kalte Knie- und Schenkelgüsse sind sehr hilfreich, da Kaltreize die Gefässe stärken
- Vitamin-D-Spiegel überprüfen, bei zu niedrigen Werten supplementieren. In einer Studie zeigte sich, dass Patienten, die an einem venösen Beingeschwür leiden, deutlich häufiger einen Vitamin-D-Mangel hatten als gesunde Personen.
- Vitamin-C-reich essen.
- Auch eine Kneippkur kann die Gefäßwände stärken. Durch den Wechsel von warm und kalt werden die Venen trainiert, denn während sich die venösen Gefässe bei warmem Wasser weiten, müssen sie sich bei kaltem Wasser zusammenziehen. Auf diese Weise werden sie gestrafft. Daher werden Kneippkuren nicht nur zur Prophylaxe empfohlen.