Hühnersuppe oder Rindsuppe gab es bei meiner Mutter sehr oft, sommers und winters, vor allem auch, wenn man krank war. Ein Suppenhuhn wurde in die einzelnen Teile zerlegt, in einen großen Topf mit kaltem Wasser auf den Herd gesetzt, aufgekocht, wenn es anfing zu schäumen, mit einem kleinen Sieb alles abschäumen, d.h. Sieb unter heißem Wasser abspülen, solange bis kein Schaum mehr gebildet wird. Dann kommt 1 EL Salz in den Topf und das Fleisch wird 1 Std. gekocht, zumindest bis es weich ist.
Dann kommt Gemüse rein: 3-4 kleine geschälte Kartoffeln, ca. 3 geschälte Karotten, in der Länge halbiert, 1 Stück Sellerieknolle, 1 Stück Lauch, oder 1 geschälte Zwiebel und Pfefferkörner. Weiter kochen bis alles weich ist. Am Ende noch 1 TL Paprikapulver (einen milden), bei Bedarf noch Salz.
Dazu werden in einem Extratopf Suppennudeln gekocht und dazu gereicht.
Wenn wir mal von einer Reise zurück kamen, freuten wir uns auch immer schon auf solch eine Suppe. Früher hatte Mutter immer die Nudeln selber von Hand gemacht (ohne Nudelmaschine). Nudelteig ist sehr einfach zu machen. Ca. 250 g Mehl, Salz, 1 Ei, Wasser portionsweise vorsichtig, der Teig muss reißend vom Löffel gehen, so dass man ihn von Hand kneten kann. Dann ganz dünn auswellen, in ca. 10 cm breite und ca. 30 cm lange, sehr dünne Streifen schneiden, die Streifen noch in ganz schmale Nudeln schneiden (bei Suppennudeln) und nebenbei immer mit Mehl vermischen, damit sie nicht aneinander kleben bleiben. Dann die aufgelockerten Nudeln auf dem großen Holzbrett, das man auch zum Plätzchen backen nimmt, mit wenig Mehl bestreuen und die Teignudeln darauf verteilen, dabei mit dem Mehl vermischen, damit sie nicht verkleben. Dann über Nacht in einem kühlen Raum zum Trocknen liegen lassen. Ich mache das manchmal auch noch. Vor allem die Suppe! Es schmecken dazu natürlich auch gekaufte Suppennudeln.
Früher hatte Oma selber Hühner. Sie war imstande, denen den Kragen aufzuschlitzen. Das habe ich als Kind manchmal mitgekriegt, wenn ich in den Sommerferien dort war. Grrrrrrrgghhhhh