Vielehobbys, ich glaube nicht, dass Du etwas verstanden hast.
Man kann Dinge, die heute nicht mehr sein sollten, nicht mit dem vergleichen und danach bewerten, was früher in weiten Teilen der Bevölkerung normal war. Das passt einfach nicht und führt zu einem falschen Ergebnis.
Heute muss niemand mehr ein Kind bekommen, wenn er nicht will. Es gibt Aufklärung zur Verhütung, die Pille, die Pille danach, Abtreibung, Kindergrippen und Adoptionsfreigaben, Kindergeld und Sozialhilfe, aber auch Mutter-Kind-Heime und Frauenhäuser.
Es lebt auch keine Frau mehr bei uns in Schande, wenn sie nicht heiratet und ein Kind bekommt.
Auch eine Erziehung mit Gewalt ist schon lange geächtet.
Die Prügelstrafe hat eine lange Tradition in Europa. Auch im Nachkriegsdeutschland wurden Kinder an der Schule noch mehrere Jahrzehnte lang körperlich gezüchtigt.
Zitat
"Also richtig mit so einem Stecken, und der war schon 30 Zentimeter lang, aus Bambusrohr. Und da hat man sich dann vorne in der Mitte vom Klassenzimmer aufstellen müssen. Und da haben wir dann diese 'Tatzen' gekriegt, je nachdem, wie stark die Strafe war. Von ein bis sechs Stück hat jeder bekommen, das hat ganz schön gezogen. Das hast du zwei, drei Tage richtig gespürt in den Fingern." Elektromeister Martin Anker
So beschrieb der Oberaudorfer Elektromeister Martin Anker, der 1954 in die Schule kam, in einem Interview mit dem BR 2010 seine Erfahrungen. "Tatzen" hießen die Stockhiebe zur körperlichen Züchtigung mit dem Rohrstock oder Lineal auf die Finger.
Mit Gewalt "auf den rechten Weg geführt"
Körperliche Strafen gehörten jahrhundertelang zum Alltag. An Schulen wurden Kinder gezüchtigt, auch körperliche Gewalt gegen Frauen in der Familie gehörte oft zum Alltag, im Strafvollzug gegen Inhaftierte ebenfalls. Dass man Kindern die Sünde mit Gewalt austreiben müsse, ist ein religiöses Verständnis, das konservativ-evangelikale Christen in den USA oder in Deutschland bis heute propagieren.
Hierzulande stehen Glaubensgemeinschaften wie die Zwölf Stämme in Kritik, dass an deren Schulen Kinder geschlagen würden. Entsprechende Urteile gibt es immer wieder. Doch bei der Prügelstrafe in der Schule geht es kaum um Erziehung, ist Mathias Rösch überzeugt.
Prügelstrafe in Deutschland nach 1945
In der NS-Zeit passten körperliche Züchtigung und Drill zu einem Erziehungskonzept, das nur vollständige Unterordnung duldete.
1946 hatte die erste bayerische Nachkriegsregierung unter Wilhelm Hoegner die Prügelstrafe abgeschafft, aber schon ein Jahr später führte die dann CSU-geführte Regierung sie wieder ein.
Tausende Eltern hätten ihn brieflich darum gebeten, erklärte der damalige Kultusminister Alois Hundhammer.
In der DDR wurde in antifaschistischem Selbstverständnis die Prügelstrafe an Schulen 1949 abgeschafft, als "Relikt inhumaner Disziplinierungsmethoden des NS-Regimes" – während in Westdeutschland der Bundesgerichtshof Lehrern noch 1957 ein "generelles Gewohnheitsrecht" zum Prügeln zusprach.
In den bundesdeutschen Ländern wurde die Prügelstrafe (in der Schule denke ich) erst 1973 verboten, Bayern schaffte sie als letztes Bundesland 1983 ab - ein Verdienst der 68er-Bewegung und deren Wunsch nach gewaltfreier Erziehung. Auch die Schüler selbst forderten damals eine andere Pädagogik.
Zitat
"Es ist relativ unbekannt, dass es in Westdeutschland eine ganz starke Revolte der Gymnasien gab. Und diese Revolte waren Schulhaus-Besetzungen und alles andere. Aber die hatte neben dem Thema Sexualität, neben dem Thema 'wir wollen bessere Unterrichtsinhalte', auch grundlegend immer: Behandelt uns respektvoll. Wir wollen nicht mehr geschlagen werden." Dr. Mathias Rösch, Schulmuseum Nürnberg
Recht auf gewaltfreie Erziehung in der Familie
Im privaten Bereich ist körperliche Züchtigung noch später verboten worden als im Bildungswesen.
Erst 1998 wurde § 1631 Abs. 2 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) neu gefasst und damit der Begriff der "elterlichen Gewalt" zu "elterlicher Sorge": "
Entwürdigende Erziehungsmaßnahmen, insbesondere körperliche und seelische Misshandlungen, sind unzulässig." Damit setzte die Bundesrepublik eine Vorgabe nach der UN-Kinderrechtskonvention um. Diese hat zum Ziel, die Rechte aller Kinder auf der Welt zu schützen.
Im Jahr 2000 beschloss der Bundestag endlich das "Gesetz zur Ächtung der Gewalt in der Erziehung" - mit großer Mehrheit. Im BGB heißt es jetzt: "Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig."
Gewalt als Mittel der Pädagogik erscheint heute vielen Menschen barbarisch, als Relikt aus längst vergangenen, brutaleren Zeiten.
Dass Kinder ein Recht auf gewaltfreies Aufwachsen haben, ist aber immer noch nicht bei allen Menschen angekommen – wie immer wieder traurige Beispiele aus den USA, aber auch in Deutschland zeigen.
br.de/nachrichten/deutschland-welt/pruegelstrafe-in-deutschland-ein-historischer-rueckblick,TGOW2Et
Ich habe jedenfalls fest im Kopf, dass das Verbot des Schlagens von Kindern erst seit 2004 vom Beschluss in Recht umgewandelt wurde. 
Nicht erwähnt werden zudem die vielen sexuellen Kindermissbrauchsfälle in der Familie, die man noch lange nach meiner Erziehung einschl. Dunkelziffer auf 300.000 jährlich schätzte. Ein Thema, das lange keinerlei öffentliche Erwähnung fand.
Da kam auch nicht viel an die Öffentlichkeit, denn wer wollte schon dafür an die Öffentlichkeit gehen, dass man als Mädchen aus der Familie genommen wurde, weil der Vater noch die Geschwister und die Mutter versorgte. Die Heime waren oft auch nicht besser.
Und oft genug gab es für die Täter nur Bewährung. Das hat bei uns eine sehr lange Tradition.
In vielen Familien wurden solche Dinge sogar in der Art vertuscht, dass alles getan wurde, damit das Kind es vergaß, wenn es noch klein war und von anderen Familienmitgliedern aufgezogen. Manchmal ging es sogar über mehrere Generationen, in denen es Missbrauch gab.
Meine Eltern sind beide im 3. Reich geboren und deren Eltern und Großeltern im Deutschen Reich unter Kaiser Wilhelm.
Der Urgroßvater war im 1. Weltkrieg und der Vater meines Vaters im 1. und 2. Weltkrieg.
Meine Mutter kam aus der tiefsten Pampas im Erzgebirge ca. 100 km Luftlinie von Chemnitz. Und man weiß, um so ländlicher, um so traditioneller.
Ihr Großvater und ihr Vater sind gestorben als sie noch klein war. Die Großmutter hatte das Sagen, und sie und ihre Mutter waren sehr streng katholisch.
Ich denke es gab dort zeitweise viel Armut und Hunger. 1945 aus der Tschechei vertrieben, Auffanglager. Dann Odw. Dann Taunus zu ihrer Tante.
Mein Vater lebte bei wohlhabenderen Eltern mit eigenem Malerbetrieb im Taunus. Er hat keinen Hunger gelitten, auch wenn die Nahrung zeitweise rationiert war. Er hat auch Angriffe erlebt und musste schon früh nach dem Krieg für wenig Geld sehr lange im Betrieb des Vaters arbeiten.
Denn da gab es ja auch noch die Kinderarbeit, die erst 1960 in der BRD so ganz abgeschafft wurde.
deutschlandfunk.de/das-ende-der-kinderarbeit-100.html
Also eigentlich. 
Die Situation meiner Eltern war sicher gepaart mit einer gewissen Überforderung, da meine Mutter erst 19 und mein Vater 23 waren, als ich unterwegs war und damit alle Zukunftspläne vernichtet habe.
Denn alles was es heute zur Verhinderung einer Schwangerschaft gibt, gab es nicht oder war unvorstellbar und eine unverheiratete Frau mit Kind eine Schande.
Es gab auch noch kein Kindergeld und Sozialhilfe war auch nicht das, was sie heute ist und wäre das Letzte gewesen.
Da musste man heiraten, selbst wenn man sich kaum kannte, denn das gehörte sich damals so.
Damit war dann die Jugend schlagartig beendet.
Vielleicht war meine Mutter in Teilen auch ein Opfer ihrer übertriebenen Sauberkeits- und ihrer streng katholischen Erziehung.
Mein Vater ein Opfer seiner Unbeherrschtheit und der schier grenzenlosen permanenten Provokationen meiner Mutter, die ein unerträglicher Teil unseres Lebens waren. Er hatte den väterlichen Betrieb aufgrund essentieller Meinungsverschiedenheiten mit seinem Vater nicht übernommen.
Aus ihrer eigenen ganz privaten Sicht haben sie einen großen Teil ihres Lebens für die Kinder geopfert. 
Die Kinder mussten niemals hungern und das war vor Allem meiner Mutter das Wichtigste.
Und auch, wenn diese Erziehung für die Kinder eine Katastrophe war, waren die Kinder es für ihr eigenes Leben wahrscheinlich auch.
Denn am Ende haben sie sich doch geliebt, so unglaublich das scheint.
Aber ich hätte in dieser Familie auch nicht mein Bruder das Wunschkind sein wollen. 
Wir können froh sein, dass sich die Zeiten geändert haben und das schon länger nicht mehr normal ist. 
Es gab natürlich noch die Übergriffe meines Vaters auf mich. Dazu sagte meine Mutter, als sie es mitbekam, ich müsste selbst Schuld daran sein und hätte ihn wohl dazu provoziert und war damit fertig.
Damals war das Verhalten meines Vaters sehr schlimm für mich. Auch wie meine Mutter mich im Stich ließ.
Aber da es nach meinen Recherchen auch noch später jährlich um die 300.000 Fälle dieser Art gab und sehr weit verbreitet war, war ich definitiv nicht allein und bin immer wieder im Leben auf Frauen getroffen, denen es auch passiert ist.
Seit meiner Vision in der Reha sehe ich das alles etwas anders, auch wenn der Missbrauch Einfluss auf mein Verhalten und Denken genommen hat und ich sehr lange nicht ohne Licht sein konnte, wenn ich alleine in einem dunklen Raum war, obwohl ich ansonsten nie ängstlich war.
Die Gewalt und der permanente Psychoterror waren sicher für alle 3 Kinder das Schlimmste.
Aber tatsächlich fühle ich heute, dass das alles so weit hinter mir liegt, wie Europa von den USA.
Es ist mir mittlerweile, als wäre all das in einem anderen Leben passiert. 
Ich schaue mir lieber meine Bilder an, die für mich Ausdruck meiner Seele sind und mich erfreuen. 