Darum geht es doch gar nicht.
Ich muss gerade daran denken, dass ich in einem meiner letzten Bauvorhaben eine völlig neue Anlage eingebaut habe, die ein bekannter Anbieter im Bereich Kälteanlagen aus Asien auf den Markt gebracht hatte. Nicht, dass ich scharf darauf war, war ja keine Lüftung, aber mein Chef hatte entschieden: Sie machen das. Es war auch durchaus interessant und anspruchsvoll.
Das Besondere an diesen Anlagen war, dass sie über auf dem Dach installierte Inverteranlagen mit dem Modul Heizen völlig neuartige Wärmetauscher mit einer Menge Elektronik in den Etagen versorgten, die wasserseitige Anlagen nach Bedarf wahlweise gekühlt oder beheizt haben.
Die Anlagen in den Etagen gingen nach Fertigstellung wiederholt auf Störung und es gab etliche Begehungen mit den Herren der Herstellerfirma und natürlich auch Einsätze unserer Servicetechniker.
Alle Fachmänner waren ziemlich ratlos und hatten keine Ahnung, warum das passierte.![]()
Unser Auftraggeber war verständlicherweise auch schon etwas angesäuert.
Da die Anlage mit den Wärmetauschern so neu war, waren viele Unterlagen nur in englisch und nicht alles wurde übersetzt.
Also dachte ich mir eines Tages, ich bin der Projektleiter, also nehme ich mir die englischsprachigen Unterlagen genauer vor. Vielleicht verfügen die Wärmetauscher über eine eigebaute Routine, die die Geräte abschalten kann. Eine Funktion, die den Herren vom Hersteller völlig unbekannt und den deutschen Unterlagen nicht zu entnehmen war. Aber genau so war es dann auch.
Ich bin dann zum Chef und sagte, ich denke, ich habe den Fehler gefunden, warum die Anlagen sich abschalten.
Da drehte er sich mit weit geöffneten Augen um und sagte: Sie? Siiiieeee?
Das Entsetzen darüber, dass eine Frau das Problem gefunden hatte, stand ihm ganz deutlich im Gesicht. Das werde ich wohl nie vergessen.![]()
Dabei war er sogar noch 1 Jahr jünger als ich.
Dazu kommt die mehrfache Nichtakzeptanz von Arbeitsanweisungen an mir unterstellte Männer, weil sie von einer Frau erteilt wurden. ![]()
Ich denke, hier spielt auch eine Rolle, dass viele Männer aus der alternativen Szene fassungslos darüber sind, weil eine junge Frau etwas erreicht hat, was ihnen selbst nicht gelungen ist. Viele Männer nehmen Frauen doch nicht für voll und wenn sie aus der rechten Szene sind, ist das eh weit verbreitet.
Im Job habe ich insgesamt viel Konkurrenz, Rivalität, Anmaßung und auch Bösartigkeit erlebt.
Es gibt genug Frauen, die toppen die Männer bei Weitem, was das angeht. ![]()
Attraktiv und clever ist in keinem Beruf besonders beliebt.
Ich habe gearbeitet um Geld zu verdienen und nicht dafür, dass mich jemand liebt. Daher hat mich das meist nicht sonderlich tangiert.
Aber das hat dafür gesorgt, dass die ganze willkürliche Kritik und die haltlosen Unterstellungen zu Aya Velazquez an mir einfach abprallen.
Ich sehe nur, wie sich die alternative Szene jetzt selbst fertig macht und dabei das eigentliche Ziel total verfehlt.