Nelli, so sehe ich das auch. Jeder Mensch ist eine Einheit aus Körper, Geist und Seele. Schlimme Erlebnisse werden jedoch je nach Charakter des Einzelnen völlig anders verarbeitet. Es kommt auch immer auf die eigene Bewertung an, ob Menschen mit manchen schlimmen Erfahrungen in der Kindheit selbst zu einem Wiederholungstäter werden und Verhalten übernehmen, ob sie zu einem reflektierten Menschen werden der das irgendwie wegsteckt oder ob sie innerlich zerbrechen.
Auch Mobbing, Stress, fehlende Anerkennung, längere Unsicherheit im Arbeitsleben, Psychoterror vom Chef oder Kollegen können massive Folgen auf die Psyche haben.
in der Reha zum Burnout hatten sie diverse Tafeln an der Wand, aus welchen Gefühlen sich welche körperlichen Symptome entwickeln.
Aber auch was die Folgen von chronischem Stress auf allen allen Ebenen Körperlich, emotional, kognitiv und im Verhalten sind. Oder dass sich der Mensch aufgrund von Urinstinkten innerlich wie im Kampf befindet und Fluchtimpulse aus Situationen entwickelt.
Leider habe ich es bisher nicht geschafft, die Bilder so zu verkleinern, das ich sie hier einstellen könnte.
Habe niemanden zu den Darstellungen befragt und ob die psychischen Symptome direkt den körperlichen Symptomen wie gegenüber gestellt entsprechen. Könnte es mir aber gut vorstellen. Beispiele:
Mutlosigkeit- Herzbeschwerden
Hilflosigkeit- Kreislaufbeschwerden
Minderwertigkeitsgefühle- Magen-Darm-Symptome
Angstzustände- Schmerzen
Zwänge- generalisierte Schmerzen
Für meinen Teil habe ich gelernt, dass es für mein Empfinden egal ist zu den Menschen zu gehören, die aus betriebsinternen Gründen gekündigt werden, die nichts mit mir persönlich zu tun haben, wenn ich mich stark mit der Firma identifiziert habe. Was bleibt, ist das Gefühl man hat für eine Firma sehr viel getan und sich 200% mit ihr identifiziert und wird trotzdem nicht mehr gebraucht. Diese Kündigung wurde zwar zurückgenommen, aber ich bekam einen mir menschlich sehr unangenehmen Chef, weil sie den alten Chef wegen einer Kleinigkeit abgesägt haben.
Und ich habe gelernt, dass ich langfristig abbaue wie viele andere Menschen auch, wenn ich ständig herabgesetzt, beleidigt, persönlich unter Druck gesetzt und psychoterrorisiert, eben nicht geschätzt werde und einen vollkommen willkürlichen unberechenbaren und manchmal cholerischen Chef habe. Tatsächlich dachte ich in meinem letzten Job, ich schaffe es schon einen Chef zu haben, der seine Angestellten behandelt wie mein Vater seine Familie behandelt hat.
Aber es war ganz schnell zu spät, weil ich gar keine Kraft hatte, mich anderweitig zu bewerben.
In diesen beiden Fällen, also während ich in der Zeit nach der 1. Kündigung unter dem neuen Chef und als ich unter dem letzten Chef gearbeitet habe, habe ich mein eigentlich ziemlich starkes Selbstbewusstsein verloren und Magen-Darm-Probleme entwickelt.
Fazit- Ich kann heute noch nicht mit einem bestimmten Typ Mann als Chef umgehen.
Für mich selbst halte ich diese beiden Fälle für eine Folge von Psychoterror und Missbrauch im Elternhaus.
Aber ich hatte auch eine junge Kollegin in der letzten Firma, die häufig weinend zu uns ins Büro kam, weil sie nicht mit den Beleidigungen und Erniedrigungen des Chefs zurecht kam. Der Chef hat ihr dann einige Jahre vor meinem Burnout empfohlen eine Therapie zu machen. Das hat sie auch getan und dann gekündigt.
Hätte ich damals besser auch machen sollen.
Stressige Arbeit alleine hat mich dagegen nie tangiert. Im Gegenteil. Meine Arbeit war für mich eigentlich immer mein Hobby.
Deshalb glaube ich irgendwie nicht, das Stress alleine krank macht, wenn sonst alles passt und man sich genügend Auszeiten nehmen kann. Da kommen sicher immer noch andere Aspekte dazu, die dazu führen, dass sich der Mensch nicht glücklich an seinem Arbeitsplatz fühlt, um in eine Krankheit zu führen.