Dirk, nachdem wir weltweite Spitzenreiter in der Versorgung mit Hüftprothesen sind und es leicht passieren kann, dass selbst dem Tode Geweihte noch schnell eine sehr teure medizinische Behandlung bekommen, denke ich eigentlich nicht, dass man sich Sorgen um eine mangelhafte Versorgung mit Hüftprothesen zu machen braucht.
Zu deiner Abbildung. Nicht Gips, sondern Zement.
Zementfreie Schaftkomponenten bei Hüftversorgungen weisen laut EPRD bei älteren Patienten deutlich höhere Wechselwahrscheinlichkeiten auf. Da bei älteren Patienten bei Verwendung zementfreier Schäfte insbesondere das Risiko periprothetischer Frakturen stark erhöht ist, empfiehlt das EPRD, bei dieser Gruppe von Patienten eher zementierte Schäfte einzusetzen.
Du und Deine ständige Suche im Netz nach ausufernden Informationen.
Wir schreiben zu Hüftoperationen, Du kommst mit Zahlen zu allgemeinen Frakturen.
Ich denke, Du verstehst hier etwas ganz grundsätzlich nicht.
Da steht doch ganz klar und das war nicht meine Idee: Die Inzidenz von Implantatwechseln nach einem Oberschenkelhalsbruch ist ein wichtiges Thema, insbesondere da Frakturassoziierte Infektionen (FRI) eine häufige Komplikation darstellen können.
Oberschenkelhalsbrüche sind zudem die einzigen mir bekannten Brüche, die ab 65 in der Regel durch eine Versorgung mit einem Implantat behandelt werden.
Meine gute Bekannte, mit der ich früher sehr eng war, hatte wegen starker bakterieller Kontamination mit Darmbakterien fast 10 Jahre lang mit ihrer Knieprothese große Probleme und die ganze Zeit über so fürchterlichen Schmerzen, dass sie all die Jahre über Opiate bekommen und eingenommen hat.
Es ist jedenfalls fürchterlich, wenn man Mitte 50, vollkommen gesund und normalgewichtig ist, denkt, man bekommt wegen Jobbedingter hoher Kniebelastung und -schmerzen ein Implantat und dann geht alles besser und statt dessen wird man wegen einem Knie-Implantat zum EU-Rentner mit ständigen starken Schmerzen.
Ich möchte nicht wissen, bei wie vielen Menschen mit Hüftprothesen es ebenfalls zu bakteriellen Kontaminationen usw. kommt, bei denen der Hausarzt dann sagt, wenn sie Probleme mit Schmerzen haben, sie sind ja zuhause und können sich hinlegen, Untersuchungen verweigert und Opiate verschreibt. Auch bei dem entfernten Bekannten vor ca. 20 Jahren lief es nicht gut.
Bei der Einhaltung massiver Hygienevorschriften wäre das den beiden sicher nicht passiert. ![]()
Diesbezüglich gibt es eine Menge Risiken, die in diversen Studien beschrieben sind.
Z.B.: https:/ / pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/11567552/
Erreger können schon bei oder nach der OP eingebracht werden und selbst eine Punktion bei Problemen mit dem Implantat kann für einen Befall mit Bakterien sorgen.
Alleine deshalb bin ich eben skeptisch und sehe es, was eine unnötige künstliche Hüfte angeht , völlig anders als Du.
Die unzureichende Behandlung meiner guter Bekannten über all die Jahre wird am Ende wahrscheinlich auch noch im Implantatregister in der Rubrik Standzeiten positiv erwähnt werden.![]()
Eine Hüftkopfnekrose trat übrigens nur in 0,2% aller Fälle auf.
Zudem enthält das neue Register 347.702 Implantationen von Hüft- und von Knieprothesen.
Das hat den Vorteil, dass man schreiben kann, 18.145 Folgeeingriffe von 347.702 endoprothetische Eingriffen sind nur noch 5,2% Folgeeingriffe, obwohl es alleine auf die Hüfte bezogen fast 11% sind. Zum Glück offenbar keine 44%.
Was schrieb das Ärzteblatt: Bei den 18.145 für 2022 dokumentierten Folgeeingriffen am Hüftgelenk wurden als häufigste Wechselgründe Lockerungen (22,7 Prozent), Infektionen (16,4 Prozent), periprothetische Frakturen (15,9 Prozent) und Luxationen (13,6 Prozent) angegeben.
Der Anteil der Folgeeingriffe mit Lockerung als dokumentierter Indikation hat sich laut dem Bericht seit 2014 fast halbiert.
Es gab zudem 55 Fälle, in denen die eingesetzte Prothese die falsche Größe hatte. Wie lange sich die Betreffenden vorher gequält haben, ist in dem Artikel nicht festgehalten.
: https://www.aerzteblatt.de/news/neuer-hoe…04-349345fc22fc
Aber da habe ich schon ein Problem bei der Anzahl, wenn das Ärzteblatt schreibt-
Bei 177.826 der übermittelten Dokumentationen handelte es sich um Hüfterstimplantationen und bei 18.145 um Implantatwechsel aus verschiedenen Gründen, was fast 11% Implantatwechseln entspricht. Das sind insgesamt nur knapp 196.000 Implantationen.
Wo sind dann die noch fehlenden ca. 59.000 Implantationen künstlicher Hüftgelenke , mit denen sich die KI auf statista-Angaben bezogen hatte:
Die Statistik zeigt die Anzahl der Implantationen künstlicher Hüftgelenke¹ in deutschen Krankenhäusern nach Altersgruppe im Jahr 2022. Insgesamt wurden im Jahr 2022 deutschlandweit 255.886 Implantationen künstlicher Hüftgelenke gezählt.
Da kann man sich nur fragen- Wurden die für 2022 fehlenden ca. 59.000 Implantationen künstlicher Hüftgelenke, die nicht im Implantatregister enthalten sind, vielleicht Menschen eingesetzt, die nicht Teil unseres Gesundheitssystems sind, aber darüber abgerechnet?
Zudem sieht nach dem Implantatregister die Aufteilung Hüftimplantate 2022 für das Alter von 65-74 Jahren so aus, dass 53.562 Hüftimplantate in 40% Männern und 60% Frauen eingesetzt wurden.
Würde es genau so viele Männer wie Frauen geben, würde das Verhältnis bei 46% Männer und 54% Frauen liegen.
Würden Männer genau so alt werden wie Frauen, würden ab 85 Jahren auch nicht mit 70% wesentlich mehr Frauen operiert werden können.
Auch hier scheint das angeblich so viel höhere Risiko von Frauen, das angeblich 2-3x so hoch sein soll, pure Angstmacherei zu sein, die dem längerem Leben der Frauen geschuldet ist.![]()
Ich denke jedenfalls, dass das Risiko von Problemen mit einer künstlichen Hüfte und das Risiko von Problemen durch Arthrose in etwa gleich hoch sein dürften. Nur dass man bei einer Arthrose zahlreiche Möglichkeiten hat, selbst darauf Einfluss zu nehmen, während man bei Problemen mit dem Implantat wie meine gute Bekannte einfach Jahre lang Pech haben kann.![]()