Beiträge von von Perlbach

    Die Vitamine D und A stehen in einer ausgeglichenen Wechselwirkung, beide brauchen jeweils das andere Vitamin. Befinden sich die Stoffe im Ungleichgewicht, spielen sie gegeneinander, ein gesundheitlicher Nutzen geht dann flöten.

    Ich persönlich würde den Vitamin D Spiegel runterfahren. Dein Wunsch nach einem Wert von über über 100 ng/ml ist vielleicht schön angedacht, aber sicher nicht sinnvoll. Bei Deinem Wert von 135 ng/ml liegst Du ziemlich dicht unter der toxischen Grenze.

    Wenn Du einen Vitamin D-Wert von 60 bis 80 ng / ml erreichst, bist Du auf jeden Fall auf der sicheren und zudem auch sehr gesunden Seite. Täglich 15.000 I.E. sind eindeutig zu viel, 30.000 I.E. erst recht.

    Das ist zwar alles schön und gut, trifft die Sache aber nicht so ganz. Immerhin gibt es im Aminosäurenstoffwechsel zwei Unterschiede - den anabolen und den katabolen Stoffwechsel. Also den aufbauenden und den abbauenden Stoffwechsel. Hinzu kommt noch die Tatsache, dass jeder Mensch einen komplett anderen Aminosäurenstoffwechsel hat - der eine braucht beispielsweise viel Tryptophan, der andere viel Lysin.

    Hinzu kommt die Bioverfügbarkeit, die biologische Verwertbarkeit. Lebensmittel mit einem vollständigen, aus den acht essentiellen Aminosäuren bestehenden Aminosäurenprofil, gelten als hochwertig. Dazu gehören Fleisch, Vollei und einige wenige pflanzliche Nahrungsmittel.

    Diese Erkenntnis bringt uns allerdings nicht sonderlich weiter.

    So hat die Sojabohne zwar eine sehr hohe biologische Wertigkeit, vergleichbar mit dem tierischen Eiweiß und wird daher gerne von Veganern zur Eiweißversorgung genutzt. Dabei wird aber immer wieder (aus Unwissenheit) vergessen, dass das Sojaeiweiß zu einem großen Anteil dem katabolen Stoffwechsel folgt, daher nicht zum Körperaufbau beiträgt und eine hohe Menge an Stickstoffabfall produziert.

    Hinzu kommen noch weitere Aspekte, nämlich die Netto-Stickstoffversorgung (NNU) und die Menge des anfallenden Stickstoffabfalls. Diese beiden Messwerte geben dabei zuverlässig an, wie hoch der Nährwert eines Nahrungsmittels tatsächlich ist und wie viel Stickstoff aus einem Nahrungseiweiß tatsächlich für den Zellaufbau verwertet werden kann. Anders ausgedrückt - je höher die Netto-Stickstoffverwertung, desto hochwertiger das Eiweiß und desto weniger Belastung entsteht für den Körper.

    Auch ist es wichtig, welche Nahrungsmittel zusammen gegessen werden und auch, was man davor gegessen hat. Ein entsprechender, hoher Wert

    kann nur erreicht werden, wenn ein eiweißhaltiges Nahrungsmittel nüchtern und ohne weitere Zugaben gegessen wird.

    (Aus diesem Grund futtere ich z.B. Eier oder auch Fisch grundsätzlich ohne Beilagen)

    Von daher einfach die immer wieder pauschal zu hörende Aussage, viel Eiweiß = schlecht für den Körper zu tätigen, ist sicherlich nicht ganz richtig.

    Nun ging es ja um Rheuma, die Nieren können etwa 500 ml Harnsäure/Tag ausscheiden, jedoch die meisten Menschen

    essen so viel Protein/Tag

    Tja, und trotzdem leidet ein Großteil der Bevölkerung heute unter einem erheblichen Aminosäuremangel, selbst wenn sie glaubt, genügend Eiweiß zu sich zu nehmen.

    Dabei ist gerade ohne Proteine, also ohne Eiweiße, kein Leben möglich. Leben beruht nun mal auf der chemischen Aktivität von Proteinen - die 20 eiweißbildenden Aminosäuren sind die Bausteine für mehr als unsere 100 Billionen Zellen.

    Das, was uns heute so zu schaffen macht, liegt in der veränderten Verteilung von Kohlenhydraten, Proteinen und Fetten. Unsere Vorfahren hatten deutlich weniger Kohlenhydrate in ihrem Speiseplan und wenn doch, kamen diese dann aus ballaststoffreichen Wildkräutern.

    Der Steinzeitmensch aß die doppelte Menge an Proteinen als wir heutezutage und nur halb so viele Kohlenhydrate. Unsere Ernährung hat sich mittlerweile drastisch verändert, unsere Erbanlagen aber eben nicht.

    Und hier sind wir wieder bei meinem Lieblingsthema - dem Messen. Der persönliche Bedarf an Aminsosäuren lässt sich nämlich wunderbar mit Hilfe einer Aminosäureanalyse, dem Aminogramm, feststellen. Das Blöde daran ist aber leider, dass die Kassen so etwas nicht übernehmen. Also bleibt alles beim Alten ....

    Das Milieu im Körper kann man ganz einfach mit einem Teststreifen austesten.

    Hört sich ja gut an, Dein Vorschlag zur Messung des Säure-Basen-Milieu. Wenn´s denn nur so einfach wäre. Solch ein Test bringt leider nicht viel. Ein Rückschluss auf den Säuregehalt des Blutes und darauf, ob man übersäuert ist oder nicht, lässt solch ein Urintest nämlich nicht zu, da jede Messung lediglich eine Momentaufnahme ist.

    Bei einem Urintest wird lediglich ermittelt, wie viel saure Substanzen beim letzten Wasserlassen aus dem Körper gespült wurden. Zudem ist der pH-Wert im Urin Tagesschwankungen unterworfen (pH 5,0 bis 8,0). Am Morgen, nach mehreren Stunden ohne Nahrungsaufnahme, liegt der pH-Wert beispiels-weise meist bei rund 5,0 bis 6,0, also im leicht sauren Bereich. Solch ein Test sagt dabei dann eben nichts aus über den ph-Wert des Gewebes, Serums, des Blutes oder auch der Organe.

    Die wahrscheinlich wichtigste Frage für den Patienten kann der Test jedoch nicht beantworten: Verfügt der Körper (noch) über ausreichend Puffer-kapazitäten, um einem Säureüberschuss vorzubeugen?

    Eine einmalige pH-Messung im Urin ist für die Diagnose einer chronisch latenten Azidose zu ungenau. Weniger als 1% der Gesamtsäureausscheidung im Urin findet in Form von freien Säuren statt. Aber nur diese sind mit pH-Teststreifen messbar. Die restlichen 99% der über den Urin ausgeschiedenen Säuren werden in anderer Form ausgeschieden (v.a. als Ammoniumionen) und sind daher mit pH-Teststreifen überhaupt nicht feststellbar.

    Saurer Harn ist kein Hinweis auf eine Übersäuerung des Körpers, sondern Ausdruck dessen, wie gut die körpereigenen Eliminationssysteme funktionieren.

    Fleisch hat keine Vitamine, keine Folsäure und keine Ballaststoffe,

    Na, das haut mich jetzt aber mal so richtig vom Hocker - seit wann hat Fleisch keine Vitamine?

    Nur mal als Beispiel: 100 g gegartes Rindfleisch enthalten

    ca. 3 mcg Vitamin A (Retinol)

    ca 500 mcg Vitamin E (Alpha-Tocopherol)

    ca. 60 mcg Vitamin B1 (Thiamin)

    ca. 200 mcg Vitamin B2 (Riboflavin)

    Weiter sind enthalten die Vitamine B3, B5, B6, B7, dann noch ca. 3 mcg Folsäure und ganz wichtig - das allgemein bekannte, wichtige Cobalamin, also Vitamin B12.

    Sorry, aber was Du hier teilweise so raushaust, ist schon hahnebüchen.

    Ganz richtig, Bernd. Rich carb ist die denkbar schlechteste Lösung. Mit einer kleinen Ergänzung - raffinierte Kohlenhydrate enthalten keinen Zucker, sie bestehen aus Zucker, bzw. werden bei der Verstoffwechselung zu Zucker umgewandelt.

    Wenn wir uns einmal die Trockenmasse des Menschen ansehen, besteht diese aus ca. 12 Kilo Proteinen, 10 kg Lipiden, also Fetten, weiter aus ca. 4,5 kg Mineralien und Spurenelementen, sowie ca. 500 g Kohlenhydrate. Dass wir unbedingt Kohlenhydrate brauchen, ist also eine Mär. Zumal unser Körper im Zweifelsfall benötigte Kohlenhydrate aus Proteinen umwandelt.

    Am Vitamin D Test liegt es ja nicht, sondern daran, dass die Ärzte ihre Patienten nicht darüber aufklären, weil sie sich selber meist nicht auskennen.
    Viele würde die 30 € sicher zahlen, wenn sie wüssten, was für Vorteile sie dadurch hätten.
    Und das wird sich auch nicht ändern, weil Medikamente einfach mehr einbringen und Vitamin D nicht patentierbar ist.
    Stattdessen werden Ängste geschürt was die Dosierung angeht.

    Zum Teil richtig. Allerdings haben Ärzte ein Problem - sie müssen sich an ihre Leitlinien und die Vorgaben der Kassen halten. Tun sie das nicht, gibt´s massiv Ärger.

    Was bei solchen Multivitamin-/Multimineralpräparaten schlecht ist, dass manche Stoffe sich gegenseitig blockieren oder stören und dadurch die Verwertung im Körper eher zum Glücksspiel wird.

    Wäre zwar eine sehr einfache Möglichkeit, aber funktioniert leider nicht so gut.

    Na ja, ich denke dabei dann einfach mal an die Natur. In Lebensmitteln sind ja nun auch alle möglichen Vitalstoffe gleichzeitig enthalten, wäre dann also auch nicht gerade so prickelnd.

    (kaulli - bevor Du jetzt mit Deinem Kapsel-Veto kommst - das ist hierbei nicht das Thema ;))

    Stehe gerade vor der Frage , ob man als Therapeut einen Patienten mit einem D-Wert von :!:5, 3ng/ml :!:und einem daraus resultierenden Testosteron-Wert von < 10pg/l

    im Speichel ( Parameter 10-230)

    nicht doch zum Facharzt abgibt.

    Warum? Bei solch einem niedrigen Wert würde ich persönlich erst einmal dafür sorgen, dass er auf einen vernünftigen Wert angehoben wird. Und solche niedrigen Werte sind jetzt in den Wintermonaten leider nichts Ungewöhnliches. Weswegen auch alle ständig schniefen, husten und sich krank melden. Würden die dusseligen Krankenkassen die wenigen Euronen für einen läppischen Vitamin D-Test übernehmen, gäbe es solche Probleme weitestgehend nicht mehr.

    Die AS Tryptophan verliert meist gegen die anderen AS den Kampf um die Rezeptoren

    Und sie benötigt zur Biovergügbarkeit sehr viele co- Faktoren.

    Völlig korrekt. Tryptophan hat einen schweren Weg ins Gehirn, da es in Konkurrenz mit sieben anderen Aminosäuren steht. Eine Abhilfe kann hier Ausdauersport sein, da die BCAA, also die großen Aminosäuren dann in die Muskeln geschleust werden und daher im Blut fehlen. Tryptophan gelangt dadurch dann höher konzentriert ins Gehirn.

    Und zum 5-HTP: Das wirkt zwar direkter als Trypto, hat aber den Nachteil, dass es schnell im gesamten Körper abgebaut wird, für´s Gehirn bleibt dann zu wenig über.

    Benötigte Co-Faktoren für eine vernünftige Wirkung von Trypto sind Omega 3-Fettsäuren, Magnesium, Folsäure, die Vitamine B 6 und B3.

    Und was im KKH als Essen angeboten wird, ist sicher von keinem Ernährungsberater zusammengestellt worden, sondern ist das Beste, was mit dem vorgegebenen Budget des KKH hergestellt werden kann. Denke dass nicht mal die Köche dort Spaß an deren Job haben.

    Kein Wunder, geben KKH im Schnitt doch nur 5,-- EUR pro Tag und Patient für Lebensmittel aus. Und das seit Jahren, trotz Preissteigerungen bei den Lebensmitteln. Oftmals ist die Küche auch gar nicht mehr im KKH selbst, in Klinikverbünden wird das Essen nicht selten über die Strasse zum Patienten gekarrt. Und es gibt sogar eine Klinik, die sich ihr Essen aus Kostengründen aus Venezuela einfliegen lässt.

    Bei all dem bleibt nicht mehr viel übrig, was Vitamine und Co. betrifft.

    doch die bestellten 20.000 D3 nicht zu halbieren sondern ganz zu nehmen .
    Als Laie das allein zu entscheiden fällt mir immer noch schwer.

    Na ja , dagegen hilft eigentlich nur ein regelmäßiges Messen der Werte. Dadurch bist Du dann schon weitestgehend vor Überraschungen geschützt.