Kennst du Artemisia annua?
Interessant ist die Tatsache, dass es sich um eine uralte ausgezeichnete Heilpflanze handelt, die schon in der TCM eingesetzt wurde und auch heute noch bei vielen Krankheiten helfen kann, und das weiß man einerseits aus traditioneller Erfahrung und andererseits auch aus zahlreichen Studien:
ZitatArtemisia annua - der Einjährige Beifuß - ist eine Heilpflanze, die aus der traditionellen chinesischen Medizin bekannt ist. In wissenschaftlichen Studien zeigt das Kraut beeindruckende Heilkräfte gegen verschiedene Erkrankungen, darunter Malaria und Krebs.
Die Pflanze hat eine lange Geschichte in der traditionellen chinesischen Medizin und wird wegen ihrer vielfältigen medizinischen Eigenschaften geschätzt (1). Einsatzgebiete sind z. B. die Behandlung von Fieber, Entzündungen, Kopfschmerzen, Blutungen und Malaria.
Neben dem Einjährigen Beifuß werden auch andere Beifuß-Arten, wie z. B. der Gemeine Beifuß (Artemisia vulgaris) als Heilpflanzen eingesetzt. Der Gemeine Beifuß ist besonders beliebt als Mittel gegen Verdauungsbeschwerden und Frauenleiden.
ZitatNeben ihrer Anwendung als Heilpflanzen werden Beifuß-Arten auch als Gewürzpflanzen eingesetzt. Estragon (Artemisia dracunculus) ist ein bekanntes Bespiel dafür. Aber auch der Gemeine Beifuß wird in der Küche verwendet, insbesondere für deftige Speisen und traditionell zur Zubereitung der Weihnachtsgans.
Artemisia annua enthält verschiedene Pflanzenstoffe, für die mögliche gesundheitsförderliche Wirkungen nachgewiesen wurden. Der am meisten beforschte Inhaltsstoff ist der Wirkstoff Artemisinin, der für seine Wirksamkeit gegen Malaria bekannt ist und in Studien u. a. auch eine Wirksamkeit gegen Krebs und virale Infektionen gezeigt hat.
Artemisinin zählt zur chemischen Stoffgruppe der Sesquiterpene und kommt in den Blättern und Blüten von Artemisia annua vor. Neben Artemisinin enthält die Pflanze nach aktuellem Stand noch 17 weitere Sesquiterpene) sowie weitere Pflanzenstoffe wie Flavonoide und ätherische Öle.
ZitatNeben der Wirksamkeit gegen Malaria (siehe nächster Abschnitt) deuten neuere Studien auch auf einen möglichen Einsatz von Artemisia annua gegen Krebs hin (10). Dabei wurde insbesondere die Wirkung von Artemisinin untersucht.
Artemisinin wirkt dabei selektiv auf Krebszellen, während gesunde Zellen weitgehend unbeschädigt bleiben. Wissenschaftler des BioQuant-Zentrums der Universität Heidelberg und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) haben in Zellversuchen festgestellt, dass Artemisinin in den Tumorzellen den Eisenstoffwechsel beeinflusst und freie Radikale erzeugt, wodurch es schließlich zum Zelltod kommt (11).
Eine Wirksamkeit könnte gegen verschiedene Krebsarten gegeben sein, so z. B. gegen Brustkrebs (12) und Dickdarmkrebs (13). In den genannten Humanstudien wurde Artemisinin (Artesunat, das als Malaria-Medikament im Handel ist) gut vertragen. In der zuerst genannten Studie (12) wurde insbesondere die Verträglichkeit überprüft. In der Dickdarmkrebs-Studie wurde auch die Wirkung beobachtet.
ZitatEs zeigte sich, dass in der Artemisinin-Gruppe im Verlauf von 42 Monaten nach der Studie nur 1 Patient (von 9) einen Rückfall erlitt. In der Placebogruppe waren es 6 Patienten von 11. Auch war die Apoptoserate (Selbstmordrate) der Krebszellen in der Artemisinin-Gruppe höher als in der Placebogruppe.
Neben der Wirkung gegen vorhandene Krebszellen, könnte Artemisia annua aufgrund des hohen Gehalts an Antioxidantien auch eine präventive, also schützende Wirkung (14) vor Krebs haben.
ZitatArtemisinin wurde in den 1970er Jahren in China entdeckt und steht seitdem im Fokus der Malaria-Forschung (4). Im Jahr 2015 wurde die chinesische Pharmakologin Youyou Tu für die Entdeckung von Artemisinin mit dem Medizinnobelpreis ausgezeichnet (5)....
Studien weisen außerdem auf eine entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung von Artemisia annua hin. Die Pflanze könnte insbesondere bei entzündlichen Erkrankungen des Bewegungsapparats geeignet sein.
Zahlreiche Laboruntersuchungen zeigen eine Wirksamkeit von Extrakten des Einjährigen Beifußes gegen eine Vielzahl an Infektionserregern.
Insbesondere die ätherischen Öle, die in einem Destillationsverfahren gewonnen werden können, zeigen eine Wirkung gegen verschiedene bakterielle Krankheitserreger und schädliche Pilze (16).
Außerdem können die Inhaltsstoffe von Artemisia annua dabei helfen die Wirksamkeit von anderen antimikrobiellen Wirkstoffen zu verstärken und einer Entstehung von resistenten Erregern vorzubeugen (17)
ZitatEinjähriger Beifuß bei Covid
Laborstudien zeigen, dass Heißwasser-Extrakte aus Artemisia-annua-Blättern (19) gegen verschiedene Covid-19-Varianten wirken (19). Ein Tee aus Beifuß-Blättern könnte daher die antivirale Abwehr stärken.
Neben der Wirksamkeit gegen Infektionskrankheiten und Krebs zeigt Artemisia annua auch vielversprechende Wirkungen gegen Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes Typ 2. Laborstudien und Tierstudien zeigen, dass die Inhaltsstoffe von Artemisia annua auf verschiedene Weise der Entstehung von Diabetes entgegenwirken können bzw. bei der Behandlung hilfreich sein könnten (26).
Auch gegen Übergewicht und Arteriosklerose. Artemisia annua enthält verschiedene Pflanzenstoffe, die entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften besitzen. Diese Eigenschaften können zur Vorbeugung und Behandlung von Atherosklerose beitragen, indem sie die Entzündungen in den Blutgefäßen reduzieren und die Bildung von Plaques verhindern.