Prostatitis: Ursachen, Verlauf, Diagnose und Therapie

Die Prostata (Vorsteherdrüse) zählt zu den inneren Geschlechtsorganen des Mannes und befindet sich zwischen Harnblase und Beckenboden.

Sie umhüllt den Harnröhrenansatz, ist ungefähr kastaniengroß, hat ein Gewicht von ca. 20 Gramm, und setzt sich aus vielen kleinen Drüsenkörperchen zusammen, die verantwortlich sind für die hormonell gesteuerte Produktion eines milchig-trüben Sekretes. Dieses unterstützt die Beweglichkeit der Spermien und wird zusammen mit der Flüssigkeit der Samendrüsen sowie den Spermien selbst bei einem Samenerguss über die Harnröhre ausgeschieden.

Die Prostata wird durch Ausläufer des Sympathikus und Parasympathikus innerviert und weist ein, in enger Verbindung zur Harnblase stehendes, Blut- und Lymphsystem auf.

Die Prostata ist sehr empfindlich

Die Prostata ist relativ anfällig für Entzündungen (= Prostatitis). Dies liegt unter anderem an der guten Durchblutung, den vielen Drüsenkörperchen sowie dem Schwellprozess beim Urinieren, der Defäkation oder dem Geschlechtsverkehr.

Die Verbindung über die Harnröhre nach außen bietet Keimen und Bakterien eine gute Eintrittspforte. Eine Verengung im Bereich der Harnröhre oder am Harnblasenausgang begünstigt zudem die Entstehung einer Infektion.

Ungefähr zehn Prozent der männlichen Bevölkerung erkranken mindestens einmal in ihrem Leben an einer Prostatitis, die damit in Verbindung gebrachten Symptome sind bei nahezu der Hälfte aller Männer diagnostizierbar.

Die Prostataentzündung wird unterteilt in eine akute Prostatitis, in eine chronische Prostatitis mit bakteriell und abakteriell verursachten Formen sowie in eine asymptomatische entzündliche Prostatitis.

Die akute Prostatitis

Die akute Prostatitis ist immer bakteriell verursacht, hauptsächlich durch Staphylokokken und gramnegative Bakterien, wie zum Beispiel Escherichia coli (gramnegativ = Färbemethode zur Kennzeichnung von Bakterienstämmen, wobei, vereinfacht erläutert, bei gramnegativen Bakterien die verwendete Farbe nicht haften bleibt).

Daneben gelten auch verschiedene Erreger von Geschlechtskrankheiten (zum Beispiel Gonokokken, Chlamydien) als Auslöser bakterieller Entzündungen. Die Infektion erfolgt vorwiegend von außen über die Harnröhre, in seltenen Fällen auch über den Blut- oder Lymphweg sowie durch Metastasen.

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Die chronische Prostatitis

Die chronische Prostatitis ist meist Folge einer unzureichend oder nicht behandelten akuten Entzündung, häufig verursacht durch Bakterien wie zum Beispiel Mykoplasmen oder Chlamydien. Daneben können zum Beispiel Steine in der Prostata (Korpora amylacea, verkalkte Ablagerungen des Prostatasekretes) eine chronische Entzündung hervorrufen.

Die abakterielle Prostatitis

Die abakterielle Prostatitis wird auch als chronisches Beckenschmerzsyndrom bezeichnet. Hierbei lassen sich zwei Formen unterteilen, eine mit Entzündungszeichen (abakterielle entzündliche Prostatitis) und eine ohne Entzündungszeichen (abakterielle nicht-entzündliche Prostatitis).

Die asymptomatische Prostatitis

Mit dem Begriff der asymptomatischen Prostatitis werden alle die Entzündungen gekennzeichnet, die ohne sicht- und fühlbare Symptome verlaufen. Eine Diagnose erfolgt meist durch Entzündungszeichen im Sekret oder im Sperma sowie durch eine feingewebliche Untersuchung (Biopsie).

Symptome

Häufige und typische Symptome einer Prostatitis sind die Algurie (Schmerzen beim Wasserlassen), die Dysurie (erschwertes, meist schmerzhaftes Wasserlassen), Brennen beim Urinieren sowie die Pollakisurie (häufiges Wasserlassen mit nur geringer Ausscheidungsmenge). Es kommt zu Schmerzen in der Leistenregion und am Sakrum (Kreuzbein), einem Druck- oder Spannungsgefühl im Bereich des Afters sowie zu Schmerzen bei der Defäkation und beim Samenerguss.

Zusätzlich kann der Urin Blutauflagen aufweisen (Hämaturie). Die akute Prostatitis geht daneben häufig einher mit Übelkeit und Erbrechen, Fieber, Schüttelfrost, einem allgemeinen Krankheitsgefühl sowie unter Umständen auch einem akuten Harnverhalt (Ischurie).

Bei einer chronischen Prostatitis kann es zusätzlich zu Schmerzen im Penis und in den Hoden, Blut im Sperma, diffusen Rückenschmerzen, Unterbauchbeschwerden, Blasenschmerzen nach dem Urinieren, einem Kältegefühl in der Glans penis (Peniseichel), Erektionsstörungen sowie zum Verlust der Libido kommen. Mit Fortschreiten der Erkrankung können depressive Verstimmungen auftreten.

Als Spätkomplikationen gelten die Sekreteindickung, die Konkrementbildung (Festkörper, gebildet durch Ausfällung von in Körperflüssigkeiten gelöste Substanzen = Steine) sowie die Blasenhalsobstruktion (Verengung oder Verschließung).

Diagnose

Der Gang zum Arzt erfolgt meist durch die akuten, zum Teil die Lebensqualität deutlich einschränkenden, Schmerzen und Beschwerden. Neben der Anamnese (Krankengeschichte) und der Inspektion (äußerliche Begutachtung des Körpers) erfolgt vor allem die Palpation (Abtasten) der Prostata über den Enddarm (= digitale rektale Untersuchung).

Bei einer akuten Entzündung ist diese teigig weich und reagiert bereits auf leichten Druck mit Schmerzen. Im Urin lassen sich zudem typische Entzündungszeichen (Bakterien, Leukozyten) nachweisen.

Zur Abklärung eines möglichen Abszesses kann eine Sonographie (Ultraschalluntersuchung über den Enddarm zur Prostata) durchgeführt werden, mit der sich neben Eiteransammlungen auch Vergrößerungen darstellen lassen. Dem mikrobiologischen Nachweis dient ein Harnröhrenabstrich. Durch eine Uroflowmetrie kann die Restharnmenge bestimmt werden, die Aufschluss gibt über mögliche anatomische oder funktionelle Störungen.

Die Diagnose der chronischen Prostatitis stellt sich bisweilen als schwierig dar. Nicht immer ist die Prostata bei Palpation druckdolent (schmerzempfindlich bei Druck). Mittels Sonographie können z.B. Kalkansammlungen aufgezeigt werden, die Hinweis geben auf eine Steinbildung.

Zum Teil lassen sich Leukozyten in Sperma oder Prostataflüssigkeit nachweisen, daneben erfolgt auch die Auswertung des Blutbildes. Bei negativem Befund folgen weitere Untersuchungen angrenzender Organe und Strukturen. So können u.a. Hämorrhoiden verantwortlich sein für die Beschwerden der Prostata.

Differenzialdiagnostisch auszuschließen sind Erkrankungen, die mit einer ähnlichen Symptomatik einhergehen. Hierzu zählen die Prostatodynie (nicht entzündliches, abakterielles, chronisches Schmerzsyndrom des männlichen Beckens), eine Fehlsteuerung des lokalen Nervensystems (u.a. verursacht durch zurückliegende Traumen), die psychogene chronische Verspannung der Beckenbodenmuskulatur, Erkrankungen im Enddarmbereich sowie Tumoren der Harnblase oder der Prostata.

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Therapie

Die Behandlung der Prostatitis richtet sich nach dem jeweiligen Ursprung der Erkrankung. Mittel der Wahl bei einer akuten bakteriellen Form ist die Gabe eines geeigneten Antibiotikums (oral oder i.v.), welches anhand des Antibiogramms ermittelt wird.

Daneben werden krampflösende, entzündungshemmende, durchblutungsfördernde und schmerzstillende Präparate verordnet. Zusätzlich unterstützen Bettruhe, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, der Verzicht auf Noxen (Alkohol, Nikotin) sowie die sexuelle Abstinenz für einige Wochen den Heilungsprozess.

Ist die bakteriell verursachte Entzündung bereits fortgeschritten (chronisch), erfordert dies eine über einen längeren Zeitraum (mehrere Monate) andauernde Einnahme von Antibiotika.

Die operative Entfernung des entzündeten Gewebes oder der gesamten Prostata ist nur bei hoher Rezidivneigung (Entzündung kehrt immer wieder) und Komplikationen erforderlich. Dazu zählen der Prostata-Abszess, Nieren-Infektionen (Urosepsis) oder die Blutvergiftung (Septikämie).

Nicht immer kann ein Abszess transurethral (über die Harnröhre) eröffnet bzw. punktiert werden. Sind Prostatasteine verantwortlich für die entzündlichen Prozesse, kann ggf. eine transurethrale Resektion der Prostata (TUR-P) erfolgen.

Auch die abakterielle chronische Prostatitis wird medikamentös behandelt. Neben den schmerzstillenden und krampflösenden Mitteln kommen hier vor allem Alpha-1-Blocker (u.a. Wirkstoff zur Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung und der sexuellen Dysfunktion, verbessert zudem den Urinfluss) zum Einsatz.

Naturheilkundliche Ansätze

Arzneien auf pflanzlicher Basis (Roggenpollenextrakt, Kürbiskerne) können den Heilungsprozess fördern. Bienenpollen können Schmerzen senken und Entzündungen dämpfen und einige ätherische Öle wirken anbtibakteriell.

Das Öl von Weihrauch und Myrrhe kann äußerlich durch Einreibungen des Beckendammes angewendet werden, Oregano eignet sich daneben auch als orale Applikation, immer verdünnt mit einem Trägeröl.  Quercetin ist ein Radikalfänger mit antioxidativer Wirkung und Bestandteil von Kapseln mit dem Trocken-Extrakt.

Der sekundäre Pflanzenstoff (Quercus: Eiche) gehört zu den Flavonoiden und ist auch in vielen Obst- und Gemüsearten enthalten. Besonders hoch ist die Konzentration in Kapern und Liebstöckel. Aber auch Kreuzblütler wie Kohl und Rettich sowie Zwiebeln, Hülsenfrüchte, Beeren und Nüsse liefern die entzündungshemmende Verbindung.

Patienten mit Prostatitis sollten ihre Ernährung darauf ausrichten, weil die pflanzliche Kost eine Vielzahl biogener Antioxidantien beinhaltet. Achten sollten die Erkrankten auch auf den Verzehr der antiphlogistischen Omega-3-Fettsäuren, die in Oliven-, Lein- und Hanföl sowie in Fettfischen, Avocados, Chiasamen und Nüssen vorkommen.

Demnach kann der Patient die Behandlung mit einer Ernährungs-Optimierung wirksam unterstützen. Auch die Vermeidung von entzündungsfördernden Lebensmitteln gehört dazu. Der Verzehr von Fett sollte auf die gesunden Sorten beschränkt bleiben und Zucker, saure Nahrungsmittel und scharfe Gewürze aus dem Speiseplan gestrichen werden.

Potenzielle Allergene sollten ebenfalls gänzlich vom Tisch. Gluten, Milch, Eier, Sojabohnen und deren Produkte, Erdnüsse und Mais sind dann zu meiden. Nach und nach können diese einzelnen Lebensmittel wieder verzehrt werden, um persönliche Reizstoffe ausschließen zu können. Mit dieser Eliminations-Diät können eventuelle Trigger der Prostatitis identifiziert sind. Schweinefleisch sollten die Kranken immer weglassen.

Der Darm ist häufig der Ausgangspunkt von entzündlichen Prozessen anderswo im Körper. Grund ist oft eine durch moderne Ernährung irritierte Darmflora. Daher ist eine Darmsanierung auch bei Prostatitis sinnvoll, nicht ohne anschließend das enterale Mikrobiom mit Probiotika zu unterstützen.

Als lindernde Maßnahmen bei einer chronischen Prostatitis empfehlen sich u.a. warme Sitzbäder, eine ausreichend warme Kleidung, Muskelentspannungstherapien wie Beckenbodengymnastik. Die Methode nach Kegel ist besonders gut geeignet: ein Innehalten beim Urinieren und rhythmische Kontraktionen des Anus-Sphinkters stärken und entspannen die Muskulatur gleichermaßen.

Entspannungstechniken wie Biofeedback und autogenes Training haben sich desgleichen bewährt. Hilfreich sind auch leichte Sportarten wie Joggen.

Prävention

Nicht wissenschaftlich belegt ist die Aussage, dass eine regelmäßige Ejakulation sowie die Massage der Prostata dazu beitragen können, den entzündeten Bereich durch die hierdurch u.a. ausgelöste „Spülung“ besser zu reinigen. Die Prostatamassage ist bei der bakteriellen Prostatitis kontraindiziert. Die Gefahr der Bakterienübertragung auf benachbarte Strukturen ist hierbei sehr groß.

Präventive Maßnahmen sind u.a. eine gute Hygiene des Intimbereiches, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (um Harnblase und ableitende Harnwege zu spülen), der Schutz des Beckenbodens vor Auskühlung sowie die Verwendung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr.

Eine akute Prostatitis heilt in den meisten Fällen, unter geeigneter Therapie, vollständig aus. Die Entzündung klingt bereits nach zwei bis drei Wochen ab. Die chronische Form kann sich als sehr hartnäckig und therapieresistent zeigen.

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Beitragsbild: pixabay.com – marijana1

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 05.05.2019 aktualisiert.