Aussagekraft und Zuverlässigkeit der Bluttests

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

Sie waren beim Arzt und es wurde Blut abgenommen und ins Labor gesendet um bestimmte Blutwerte zu bestimmen. Für einige Patienten beginnt dann bereits das bange Warten…

Irgendwann kommen dann die Blutwerte zurück, die Ihnen der Arzt dann mitteilt. Entweder heißt es dann:

“Ihre Blutwerte sind unauffällig.”

oder

“Blutwert XYZ ist erhöht”.

Logisch, dass Sie wissen möchten, was diese Blutwerte bedeuten und welche Aussagekraft diese besitzen.

Bild: Bild im Text stockxpert, in der rechten Randspalte 123rf.com (Vadim Zakirov)

Hier möchte ich Ihnen in verständlichem Deutsch erklären, worum es bei den einzelnen Blutwerten geht. Dabei weise ich in manchen Beschreibungen auf ganzheitliche Interpretationen einiger Blutwerte hin.

Auch Begriffe wie “Großes Blutbild” und “Kleines Blutbild” finden Sie erläutert.

Aussagekraft und Zuverlässigkeit der Bluttests

An dieser Stelle möchte ich Sie auch auf einige unzuverlässige Test-Verfahren hinweisen.

Dies betrifft den Nachweis von Markern, die im Blut und anderen Kompartimenten nur in sehr kleinen Konzentrationen vorkommen.

Dazu gehören vor allem die Hormone und Immun-Globuline. Die Kritik an solchen Tests kommt aus den Reihen namhafter Experten wie Hendrik Schulze-Koops von der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Martin Reincke von der Universität München. Unter anderem wurde z.B. in einigen Tageszeitungen bereits darüber berichtet (siehe: sueddeutsche.de/gesundheit/gesundheit-mangelnde-kontrollen-bei-bluttests-1.3819240)

Dies mag bei Ihnen Verwunderung hervorrufen, weil das Gesundheitssystem in Deutschland und der EU unter strenger behördlicher Kontrolle steht.

Leider ist dies im Bezug auf Labor-Tests nicht durchgehend der Fall!

Die Nachweis-Methoden durchlaufen kein Zulassungsverfahren wie beispielsweise Medikamente. Daher sind die einzelnen Verfahren auch nicht immer auf Zuverlässigkeit geprüft.

Die sogenannten Ringversuche, mit denen Blut-Tests überwacht werden, sind nur oberflächliche Kontrollen. Eine Ausnahme bilden hier die Tests auf HIV und Hepatitis, die intensiv überwacht werden.

Wenn es also um eine Labor-Untersuchung auf Autoimmun-Krankheiten, Allergien, Krebs oder Hormon-Störungen geht, sollte Sie kritisch sein!

Bevor Sie einer Therapie zustimmen, ist es sinnvoll, eine zweite Meinung einzuholen. Riskieren Sie keine Hormon-Therapie oder gar eine Operation, die auf einem falsch positiven Test beruhen könnte!

Die Definition der Normwerte

Wenn Sie einmal verschiedene Normwert-Tabellen medizinischer Parameter verglichen haben, so werden Sie feststellen, dass hier keine Einigkeit herrscht. Die Definition mancher Referenz-Bereiche sind geradezu umstritten. Deswegen lohnt sich ein Blick auf die Methode, die der Festlegung der Vergleichszahlen zugrunde liegt.
Um Blut zu erhalten, das analysiert werden kann, braucht man zunächst einmal Menschen. Es sollten möglichst viele und möglichst gesunde Freiwillige sein.

Die Werte dieser Blutproben werden dann in einem Diagramm eingetragen, auf der X-Achse die Zahl für den Parameter und auf der Y-Achse die Anzahl der jeweils gemessenen Werte. Dann erhält der Statistiker eine Gaußsche Normalverteilung, die wie ein Zuckerhut mit breit auslaufenden Rändern aussieht.

Dies bedeutet, dass sich die Zahlen um die Durchschnittswerte im „dicken Bauch“ des Zuckerhutes befinden und die Extreme nach oben und unten in den flachen Randbereichen, weil diese Abweichungen seltener sind. Solche „Ausreißer“ können zufällig auftreten, wie der Statistiker weiß. Deswegen möchte er auch möglichst viele Zahlen verarbeiten, weil Zufälle umso seltener vorkommen, je mehr Messwerte zur Verfügung stehen.

Extrem-Werte aus solchen Reihenuntersuchungen bedeuten in der Realität aber auch, dass unter den Freiwilligen Kranke waren. Und deren Messwerte mischen sich dann unter das Zahlen-Material der Gesunden. Wir wollten aber die optimalen Normwerte ermitteln und nun stellen wir ein Problem fest: in der Praxis wird mit den Durchschnittswerten eine Normtabelle erstellt, die zum Teil einen krankhaften Zustand für „normal“ erklärt.

Dabei sollte „normal“ aber heißen, ein Wert entspricht nach medizinischen Gesichtspunkten einer best möglichen Gesundheit. Doch dies ist aufgrund des immer auftretenden Problems gar nicht möglich. Mit jedem Normwert wird daher unausgesprochen das Vorliegen mehr oder weniger diskreter Krankheiten akzeptiert.

Daher rühren die Diskussionen um Referenz-Bereiche. Immer wieder wird festgestellt, dass durch die fehlerhaften Definitionen Krankheiten übersehen und nicht behandelt werden. Ein Beispiel dafür ist der Wert für TSH, der eine Schilddrüsen-Störung anzeigen soll. Nach Meinung vieler Mediziner müsste der obere Grenzwert deutlich gesenkt werden, um eine leichte, aber behandlungsbedürftige Schilddrüsenunterfunktion nicht zu übersehen. Ein ähnliches Problem kreist um den Leberwert gamma-GT.

Er ist für Männer etwas höher festgelegt als für Frauen. Grund dafür ist, dass die ermittelten Normwerte für Männer deren häufig zu hohen Alkohol-Konsum anzeigen. Das heißt aber nicht, dass sie gesund sind, nur weil sie ins Norm-Spektrum der Labore passen. Das heißt nur, dass in der Medizin Alkohol-Schäden bei Männern bis zu einem gewissen Grade einfach akzeptiert werden.
Auch diese Problematik sollten Sie im Hinterkopf behalten, wenn Ihnen ein Arzt sagt: „leicht erhöht, aber noch nicht bedenklich“. Aber ob er nur nicht dramatisieren will oder zu nachlässig ist, können Sie als Laie natürlich nicht beurteilen.

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