Magensäurehemmer sind beliebt. Schließlich ist das Sodbrennen und saure Aufstoßen ja lästig. Also her mit den Tabletten. Und davon gibt es eine ganze Menge: die sogenannten Antazida.

Antazida sind Medikamente, die in der Lage sind, Magensäure zu neutralisieren. Diese Art der Medikamente wird eingesetzt, wenn Patienten an Sodbrennen, Säurereflux, säurebedingte Magenerkrankungen (wie zum Beispiel Magengeschwüre), und so weiter leiden.

Die meisten Antazida sind rezeptfrei, sodass der Patient sich selbst „behandeln“ kann. Daneben gibt es noch die nicht rezeptfreien Protonenpumpenhemmer, die die Produktion von Magensäure direkt hemmen. Diese Protonenpumpenhemmer gehören mittlerweile zu den am meisten verordneten Medikamenten.

Risiko Protonenpumpenhemmer

Die Mittel werden gerne von Patienten genommen, weil sie eine rasche Linderung verschaffen; angenehm ist das auch für Ärzte, denn die haben ein „wirksames“ Mittel zur Hand, das auch noch gerne genommen wird.

Die Werbung erledigt den Rest, denn die Mittel werden gerne als „Magenschutz“ angepriesen. Und wer möchte seinen Magen denn nicht schützen?

Da werden die Negativ-Aspekte der Antazida gerne mal vergessen. Eine Studie aus dem Jahr 2011 berichtet über zum Teil sehr unangenehme Wirkungen:

Morrison et al.: San Diego State University Graduate School of Public Health, San Diego, California, USA. „Risk factors associated with complications und mortality in patients with Clostridium difficile infection.“, Clin Infect Dis. 2011 Dec;53(12):1173-8. Doi: 10.1093/cid/cir668; https://ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21976459

Folgen der Mittel teilweise gravierender als die Beschwerden!

Diese Arbeit konnte zeigen, dass unter Umständen die Antazida schlimmere Folgen auf die Gesundheit der Patienten haben als die Erkrankung, gegen die das Medikament eingesetzt wird. Und eine dieser Folgen kann durchaus ein frühzeitiges Ableben sein. Grund dafür ist die Tatsache, dass die Magensäure nicht nur eine Funktion bei der Verdauung von Nahrungsmitteln hat, sondern dass sie auch Teil der körpereigenen Abwehr ist. Denn die aggressive Säure vernichtet Keime, die sich mit der Nahrung versuchen, in den Organismus „einzuschleichen“. Und mit der Neutralisierung der Magensäure ist der Gastrointestinaltrakt besonders anfällig für Infektionen aller Art.

Folge: Der Bauch ist anfälliger für Infektionen

Deshalb erwähnen die Autoren der vorliegenden Studie zu Beginn, dass die Infektionen mit Clostridium difficile deutlich an Häufigkeit zugenommen haben. Es handelt sich hierbei um ein anaerobes, grampositives Bakterium, das eines der häufigsten Krankenhauskeime ist. In einem gesunden Gastrointestinaltrakt spielt das Bakterium nur eine untergeordnete Rolle.

Verändert sich jedoch die Darmflora (durch den Einsatz von Antibiotika zum Beispiel), dann kommt es zum Wachstum der Clostridien-Kolonien und zum Einsatz einer Produktion von Toxinen seitens der Bakterien. Das Resultat sind unter Umständen lebensbedrohliche Durchfälle.

Grund für eine Infektion ist häufig eine mangelnde Hygiene, da der Infektionsweg fäkal-oral (vom Stuhl in den Mund) erfolgt. Wenn dann Antibiotika und Antazida mit im Spiel sind, dann steht einer unkontrollierten Vermehrung der Clostridien kaum noch etwas im Wege. In einem solchen Szenario sind massive gesundheitliche Probleme und sogar der Tod des Patienten nicht unmöglich.

Daher beschreibt einer der Forscher, Dr. Edith Lederman, in der vorliegenden Arbeit, dass hier erstmalig ein Zusammenhang gezeigt werden konnte zwischen dem Einsatz von Antazida und Protonenpumpenhemmern und einer erhöhten Sterblichkeit, da die Infektionsanfälligkeit für Clostridium difficile unter den Säure blockierenden Medikamenten signifikant zunimmt.

In der vorliegenden Arbeit starben innerhalb des Beobachtungszeitraums von 4 Jahren 23 Patienten aufgrund einer Infektion mit Clostridium difficile. 19 Patienten davon hatten 90 Tage vor ihrem Krankenhausaufenthalt ein Säure hemmendes Medikament verschrieben bekommen.

Aber nicht nur Clostridien profitieren von dem Einsatz von Antazida und Protonenpumpenhemmern. Andere Keime, wie Salmonellen, Campylobacter-Bakterien, Listerien, Vibrionen (Cholera) und so weiter, kommen über die Nahrungsmittel in den Gastrointestinaltrakt und verursachen hier die entsprechenden Infektionen, da die Magensäure nicht mehr in der Lage ist, die Keime zu eliminieren.

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2017: Höhere Sterblichkeit durch Protonenpumpenhemmer bestätigt

Eine US-amerikanische Studie aus dem Jahr 2017 bestätigt das erhöhte Sterblichkeitsrisiko durch die Einnahme von Protonenpumpenhemmern: Yan, Xi et al.: Risk of death among users of Proton Pump Inhibitors: a longitudinal observational cohort study of United States veterans; ttp://bmjopen.bmj.com/content/h7/6/e015735

Die Arbeitsgruppe der Washington School of Medicine unter der Leitung von Dr. Ziyad Al-Aly wertete dazu Daten von 350.000 Patienten aus. Unter diesen waren 275.000, die PPIs und 75.000, die alternative Präparate aus der Gruppe der H2-Rezeptorenblocker einnahmen. Die Studienteilnehmer wurden über einen Zeitraum von 5,6 Jahren beobachtet.

In der PPI-Gruppe war das Sterblichkeits-Risiko um 25 % höher als unter den Teilnehmern, die H2-Blocker genommen hatten. Das Ergebnis ist aus zwei Gründen einleuchtend und glaubhaft: erstens ist die Zahl der Teilnehmer außerordentlich hoch, zweites wurden 2 Gruppen verglichen, die an demselben Krankheitsbild litten, nur andere Medikamente nahmen.

Selbst unter der Annahme, Patienten, die PPIs nehmen, seien von vorn herein schwerer krank, hat die Aussage Bestand. Denn auch nachdem dieser Faktor herausgerechnet wurde, blieb das Resultat signifikant. Berücksichtigt werden muss auch, dass die Teilnehmer der PPI-Gruppe im Durchschnitt 3 Jahre älter waren. Aber auch das alleine kann die Unterschiede im Sterblichkeits-Risiko nicht erklären.

Fazit

Al Schlussfolgerung bleibt nur, vor den Protonenpumpenblockern zu warnen.

Wie Sie auf natürliche Art und Weise Sodbrennen und ähnliche Symptome behandeln können, habe ich für Sie unter Hausmittel gegen Sodbrennen zusammengefasst.

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Dieser Beitrag wurde erstmalig im April 2013 von mir erstellt und letztmalig am 11.10.2017 ergänzt.

Beitragsbild: pixabay.com – Matvevna