Psychische Erkrankungen: Ursachen, Entstehung und Therapie

Seit dem Burnout des Skispringers Sven Hannawald und dem Tod des Fußballspielers Robert Enke sind psychische Erkrankungen ins öffentliche Bewusstsein gedrungen.

In diesem Beitrag versuche ich einen Überblick über die verschiedenen psychischen Störungen zu geben, sowie eine Abgrenzung.

Durch die neu geweckte Offenheit werden heute deutlich mehr psychische Erkrankungen diagnostiziert und behandelt als noch vor ein paar Jahren. Dennoch ist die Dunkelziffer nach wie vor groß.

Nach seriösen Schätzungen leiden mehr als ein Viertel der Deutschen mindestens einmal in ihrem Leben an einer psychischen Störung.

Die am weitesten verbreitete psychische Erkrankung ist die Depression. Sie äußert sich nicht nur in Niedergeschlagenheit und Lebensüberdruss bis hin zu Selbstmordgedanken, sondern häufig auch in einer starken Antriebslosigkeit, so dass manchmal selbst kleinste Alltagstätigkeiten nicht mehr erledigt werden können.

Begleitet werden Depressionen sehr oft von Schlafstörungen und Essstörungen. Die Ursachen für eine Depression sind sehr vielfältig. Neben negativen Erlebnissen in der Kindheit und Jugend können beispielsweise auch eine akute Überlastungssituation, chronischer Stress oder ein Ungleichgewicht im Hirnstoffwechsel den Krankheitsausbruch auslösen.

Die heute eingesetzten Antidepressiva sind größtenteils darauf ausgerichtet, einem Serotonin-Mangel entgegenzuwirken. Allerdings ist nicht ganz unumstritten, ob eine Depression in allen Fällen mit einem Zuwenig dieses so genannten Glückshormons verbunden ist. Neuere Forschungen haben einen Zusammenhang zwischen Entzündungen und Depressionen festgestellt. Die genauen Beziehungen müssen allerdings noch genauer untersucht werden (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22047718).

Selbst eine genetische Ursache wird heute nicht mehr ausgeschlossen.

Fest steht aber schon seit Längerem, dass sich Depressionen nicht allein auf die Psyche beschränken. Sie gelten – ohne dass die genaue Verknüpfung bekannt ist – als Auslöser beispielsweise für HerzinfarkteDiabetes mellitus und Arteriosklerose.

Durch die Medienberichterstattung ist das Burnout-Syndrom eine der bekanntesten psychischen Erkrankungen. Diese Krankheit zeichnet sich besonders dadurch aus, dass sich die Betroffenen leer, emotional ausgelaugt und körperlich ausgebrannt fühlen. Betroffen sind davon meist Menschen, die sich besonders in ihrem Beruf engagieren.

Meist führt jahrelanger Stress verbunden mit geringer Anerkennung der eigenen Leistung zu einem Burnout-Syndrom. Deshalb erkranken auch überdurchschnittlich häufig Lehrer, Ärzte und in anderen sozialen Berufen Tätige daran. Es kann aber grundsätzlich jeder davon betroffen sein.

Auch das Gegenteil von übergroßem Stress, nämlich ständige Unterforderung und Langeweile, kann krank machen. Diese Boreout-Syndrom genannte Erkrankung ähnelt in den Symptomen stark dem Burnout.

Sehr weit verbreitet sind auch Angststörungen und Zwangsstörungen, bei denen die Betroffenen auf an sich harmlose Dinge mit Panik bzw. dem Drang, bestimmte Handlungen zu wiederholen, reagieren. Die Ursachen für diese Art der Erkrankung sind noch weitgehend unbekannt.

Eine häufig missverstandene psychische Erkrankung ist die Schizophrenie. Dabei kommt es entgegen der Volksmeinung nicht zu einer Persönlichkeitsspaltung. Die Betroffenen verlieren nach und nach innerlich wie äußerlich den Kontakt zur Realität.

Dies kann bis zur lähmungsähnlichen Bewegungslosigkeit gehen. Ähnlich wie bei der Depression spielen bei der Entstehung mehrere Faktoren eine Rolle. Es deutet aber darauf hin, dass die genetische Vorbelastung einen großen Anteil daran hat.

Die Wahrnehmung von sich selbst als unterschiedliche Personen wird Multiple Persönlichkeitsstörung genannt. Diese Diagnose ist aber in der Medizin sehr umstritten, zumal sie meist in Kombination mit anderen Symptomfeldern auftritt. Als Auslöser für die Abspaltung einzelner Persönlichkeitsteile gelten Traumata in der Kindheit und Jugend, wie sie z.B. bei sexuellem Missbrauch auftreten.

Ebenfalls zu den psychischen Erkrankungen zählen die verschiedenen Essstörungen. Neben der bekannten Magersucht sind dies vor allem die Bulimie und das sogenannte Binge Eating.

Bei letzterem kommt es bei ansonsten normalem Essverhalten immer wieder zu unkontrollierbaren Essanfällen. Da dabei häufig sehr kalorienhaltige Lebensmittel verzehrt werden, macht sich diese Erkrankung in einer deutlichen Gewichtszunahme bemerkbar.

Auch bei der Bulimie kommt es zu diesen Phasen des übermäßigen Verzehrs. Allerdings führen die daran Erkrankten danach künstlich Erbrechen herbei, so dass das Gewicht meist unauffällig ist. Wie bei der Magersucht liegen die Ursachen der Bulimie in einer gestörten Selbstwahrnehmung. Die Gründe für das erst relativ spät beschriebene Binge-Eating-Syndrom sind noch weitgehend unbekannt.

Die im Allgemeinen am schwierigsten zu behandelnde psychische Störung ist das Borderline-Syndrom. Für dieses sind eine große emotionale Instabilität, starke Stimmungsschwankungen und häufig wechselnde Beziehungen typisch. Auch Selbstverletzungen und andere selbstgefährdende Handlungen sind klassische Symptome einer Borderline-Störung.

Je nach Ausprägung sind die Grenzen zur Depression bzw. zur Schizophrenie fließend. Bei dem Hintergrund dieser Erkrankung handelt es sich meist um massive Traumata durch sexuellen Missbrauch oder körperliche Gewalt im Kindesalter.

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Beitragsbild: 123rf.com – Sergey Nivens

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 19.07.2012 aktualisiert.