Cortisolwerte - Verständlich Erklärt

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Cortisol ist ein an sehr vielen Stoffwechselvorgängen beteiligtes, körpereigenes Hormon. In Stresssituationen wird es vermehrt freigesetzt.

Gebildet wird Cortisol oder Hydrocortison den Nebennierenrinden. Es ist eines der Glucocorticoiden und beeinflusst den Fettstoffwechsel und den Blutzuckerspiegel, wirkt entzündungshemmend und verzögernd auf die Ausscheidungen von Wasser.

Cortisolwerte

Der Cortisongehalt kann im Urin, im Speichel oder im Blut gemessen werden. Dabei muss jedoch berücksichtigt werden, dass er tagesrhythmischen Schwankungen unterlegen ist. So ist die Konzentration im Blut beispielsweise am frühen Morgen - zwischen sechs und acht Uhr am höchsten, gegen Mitternacht am niedrigsten. Neben den rhythmischen Schwankungen können auch Erkrankungen und / oder die Einnahme von bestimmten Medikamenten (Kortisonpräparaten) den Cortisolspiegel beeinflussen.

Wird der Cortisolwert über den Speichel bestimmt, muss beachtet werden, dass die Konzentration morgens gegen acht Uhr ihren Höchstwert von 0,15 bis 1,00 µg/dl erreicht, gegen 22 Uhr zwischen 0,07 und 0,22 µg/dl liegt. Im Serum des Blutes beträgt die Konzentration morgens hingegen 37 bis 195 µg/dl, abends (gegen 17 und 19 Uhr) bei 29 bis 172 µg/dl. Um den Cortisolwert über den Urin zu bestimmen, wird eine 24 Stundenprobe entnommen und in dieser liegt der Werte zwischen 4,3 und 178 µg/dl.

Welche Art der Bestimmung des Cortisolwertes vom behandelnden Arzt gewählt wird, bleibt diesem überlassen. Keine der Methoden zeigt irgendwelche ergebnisrelevanten Vorzüge; da die Blutentnahme für manchen Patienten jedoch mit Ängsten verbunden ist, kann hier die Wahl einer anderen Bestimmungsart gewählt werden.

Wann sind Cortisolwerte erhöht?

Der Cortisolwert liegt innerhalb der normalen Schwankungen am frühen Morgen auf seinem höchsten Niveau. Unterzuckerung, Stress oder eine Schwangerschaft kann die Cortisolwerte unabhängig vom Tagesrhythmus erhöhen. Neben diesen leichten meist ungefährlichen Ursachen können jedoch eine Überfunktion der Nebennierenrinde (durch Tumorenbildung etc.) auch eine Werterhöhung zur Folge haben. Zudem führen auch Adipositas (starkes Übergewicht), Alkoholismus, Depressionen und Lungentumoren zu einem Anstieg der Cortisolkonzentration im menschlichen Organismus.

Folge eines erhöhten, unbehandelten Cortisolspiegels ist häufig das Cushing-Syndrom. Dieses ist gekennzeichnet durch Elektrolytstörungen, pathologischem Mondgesicht und Stammfettsucht und mündet in verschiedene Symptome, wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Störungen.

Wann sind Cortisolwerte zu niedrig?

Ein erniedrigter Cortisolwert kann durch eine Funktionsstörung der Nebennierenrinde oder durch eine Fehlfunktion der Hypophysenvorderlappen entstehen.

Das Adrenogenitale Syndrom (führt zu einer vermehrten Bildung von Androgenen in der Nebennierenrinde) oder die Einnahme von bestimmten Kortikosteroiden können ebenfalls zu einem Abfall der Cortisolwerte führen.

Folgen eines zu niedrigen Cortisolwertes

Ist eine Funktionsstörung der Nebennierenrinde für den niedrigen Cortisolgehalt verantwortlich, können sich Entzündungen, Ödeme und / oder Blutzuckerabfall bilden.

Jedoch sollte man sich bei einem einmalig abweichenden Wert noch keine Sorgen machen. Erst, wenn nach mehreren Bestimmungen des Cortisolwertes und einer Bestimmung des ACTH, eines Stresshormons, immer noch erniedrigte Werte auftreten, muss in Absprache mit dem behandelnden Arzt nach Auffindung der Ursache eine Therapie eingeleitet werden.

Dabei ist meist die Grunderkrankung, die zu den veränderten Werte geführt hat, zu therapieren; die Cortisolwerte regeln sich bei erfolgreicher Behandlung im Normalfall von alleine.

 

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 30.04.2013 aktualisiert