Urinuntersuchung - Verständlich Erklärt

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Nicht nur anhand von Blutproben, sondern auch durch die Auswertung bestimmter Urinwerte können Krankheiten erkannt und diagnostiziert werden. Oft müssen Urin- und Blutwerte dafür kombiniert betrachtet werden. Bei vielen dieser Urinwert-Messungen kann es aber, durch Einnahme bestimmter Medikamente oder Störfaktoren, zu falschen Werten kommen.

Der ph-Wert sollte zwischen 5 und 7 liegen.

Ist der Urin sauer, so ist dies – in Zusammenhang mit einem erhöhten Harnsäurewert im Blut – ein Anzeichen für Gicht. Aber auch atmungs- oder stoffwechselbedingte Übersäuerungen des Körpers sind möglich (Azidosen).

Liegen die Werte im alkalischen Bereich, so ist eine Harnwegsinfektion durch Bakterien wahrscheinlich. Vegetarische Ernährung und verschiedene Medikamente können die Werte aber ebenso in die Höhe treiben wie eine tubuläre Azidose, bei der die Säureausscheidung der Nieren gestört ist.

Blut im Urin weist auf Verletzungen oder Erkrankungen im Harn- und Geschlechtsapparat (Urogenitalsystem) hin. Weiße Blutkörperchen (Leukozyten) sprechen für eine bakterielle Infektion. Letzteres gilt auch, wenn Nitrit im Urin gefunden wird.

Bei Glukosewerten über 40 mg/dl besteht Verdacht auf eine Diabetes. Meist sind dann auch die Ketonwerte erhöht. Bei bekannten Diabetikern dient die Konzentration der Glukosewerte im Urin zur Kontrolle des Blutzuckers.

Das Gesamt-Eiweiß im Urin liegt im Normalfall unter 0,15 g/l. Bei höheren Werten spricht man von einer Proteinurie. In diesem Fall müssen einzelne, für bestimmte Krankheiten typische Eiweiße (bei der Diagnose Leitproteine genannt) ausgewertet und verglichen werden, um die Ursache herauszufinden.

Ketone treten, wie erwähnt, bei Diabetes auf, aber auch längere Hungerphasen können die Werte ansteigen lassen.

Bilirubin und Urobilinogen sind Zwischen- bzw. Abbauprodukte des Blutfarbstoffs Hämoglobin.

Liegt eines oder beide verstärkt im Urin vor, so ist eine Leberschädigung wahrscheinlich. Eine zu rasche Zerstörung der roten Blutkörperchen (Hamolyse) bei erhöhten Urobiliburinwerten ist denkbar.

Zu wenig Urobiliburin deutet auf eine gestörte Gallesekretion oder -produktion hin.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 31.07.2012 aktualisiert