Die Aromatherapie

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Aromastoffe werden von den Anwendern der Aromatherapie als "die flüchtige Energie der Pflanze" bezeichnet. In der Aromatherapie werden Öle und Essenzen für physisches und psychisches Wohlbefinden benutzt. "Essenzöle" ist ein Begriff, der für die reine Essenz des Pflanzenextrakts steht. 

Im Gegensatz zur Pflanzenheilkunde, werden in der Aromatherapie lediglich die stark duftenden Pflanzenteile verwendet, die den ätherischen Ölen den typischen Geruch geben. Die Duftstoffe aus Blättern, Blüten, Wurzlen, Harz, Früchten oder Nadeln werden auf unterschiedliche Weise gewonnen: Extraktion, Kaltpressung oder Wasserdampfdestillation sind die gängigen Verfahren.

Allerdings sollte man wissen, dass die Duftstoffe in Lotions oder für Duftlampen nicht zwangsläufig "Aromatherapie" bedeuten: Duftöl ist nicht gleich Aromaöl. Es gibt nicht-natürliche Chemikalien in Duftölen und in Düften und diese sorgen nicht für therapeutische Wirkungen, die wir aus Essenzölen erhalten. Unglücklicherweise wird der Begriff "Aromatherapie" von vielen Unternehmen benutzt, um auf Produkte zu verweisen, die nicht-natürliche Parfümöle beinhalten. Deshalb ist es notwendig, auf das Etikett zu schauen, um sicher zu gehen, dass das zu kaufende Aromatherapieprodukt natürlichen Ursprungs ist.

Was für Vorzüge haben Sie davon?

Das Aroma, das aus natürlichen Essenzölen freigesetzt wird,  stimuliert zunächst das Gehirn und löst aus, die Organe beeinflussen können. Die Lungen hingegen absorbieren ebenfalls die natürlichen Bestandteile (natürlich auftretende Chemikalien) der Essenzöle und das gibt physische Vorteile. Sollten Essenzöle nicht richtig und nicht sicher angewendet werden, so kann das in ungewollten Konsequenzen enden.

Ist die Anwendung der Aromatherapie tatsächlich von Nutzen?

In der Schulmedizin war die Aromatherapie lange verpönt und ist es teils immer noch. Seit einigen Jahren ist jedoch erwiesen, dass Duft-Rezeptoren nicht nur in der Nasenschleimhaut vorkommen, sondern vermutlich in den Membranen aller Körperzellen. Diese Erkenntnis verdanken wir der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Dr. Dr. Hanns Hatt vom Lehrstuhl für Zellphysiologie der Ruhr-Universität Bochum. So fanden die Wissenschaftler Riech-Rezeptoren für Sandelholzduft auf Hautzellen. Dieses Membran-Protein „OR2AT4“ regt die Zellen zur Teilung an, wenn es durch Sandelholzduft aktiviert wird. Genutzt werden könnte das zur Verbesserung der Heilung bei Hautverletzungen. Nach der Entdeckung ergaben weitere Nachforschungen, dass von den 350 verschiedenen Riech-Rezeptoren noch weitere in der Haut vorkommen.        

OR2AT4 wiesen die Forscher auch im Darm, in der Niere und der Prostata sowie auf Spermien-Zellen nach. Welche Rolle der Riech-Rezeptor hier spielen könnte, ist bisher allerdings noch unbekannt. Die Bochumer Wissenschaftler gehen davon aus, dass Aromastoffe über die Regulation der Hormone wirken. Als Modell für diese Erklärung dient den Forschern der entspannende Effekt von Geraniol. Das Monoterpen aus Geranien, Koriander und Lorbeer verstärkt die Wirkung von Gamma-Amino-Buttersäure (GABA). Der Botenstoff sorgt im Nerven-System für das Ein- und Durchschlafen. Cineol aus dem Eukalyptus regt das ZNS an und belebt.

Doch nicht nur die kleinen Alltagsbeschwerden können mit Aromastoffen behandelt werden. Dr. Hatt ist überzeugt, dass einige der wohlriechenden Verbindungen auch die Krebs-Therapie unterstützen können. Citronellol aus Zitronen, Zitronengras und Rosen hemmt das Wachstum von Leber-Tumoren, wie der Wissenschaftler herausgefunden hat. Als die Gelehrten auf weißen Blutkörperchen Duft-Rezeptoren fanden, wandten sie sich an Mediziner-Kollegen, um Anwendungen zu erforschen.

Prof. Dr. Ulrich Dührsen, Chef der hämatologischen Klinik der Universitäts-Klinik Essen, stellte den Bochumern entartete Leukozyten von Krebs-Patienten zur Verfügung. In Zell-Kulturen gelang es mit Duftstoffen, die kranken Leukozyten im Wachstum zu hemmen und sogar abzutöten. Das eröffnet neue Therapie-Möglichkeiten im klinischen Bereich.

Das Team um den Duftforscher, wie sich Hanns Hatt selber nennt, forscht auch nach einem Therapie-Ansatz gegen Asthma. Dazu untersuchen die Wissenschaftler, wie Bananen- und Aprikosen-Aroma auf die Bronchial-Schleimhaut wirken. Wahrscheinlich, so die bisherigen Erkenntnisse, signalisiert das Schleimhaut-Epithel den Bronchial-Muskeln, sich zu entspannen.

Die Forschungen zeigen, dass Duftstoffe ein „therapeutisches und kosmetisches Potenzial besitzen“, wie der Bochumer Physiologe betont. Die klassische und traditionelle Aromatherapie ist  keine Phantasterei, wie oft unterstellt wird.   

Schon nach traditioneller Auffassung unterstützen die vielen Bestandteile unterschiedlicher Öle alle Hygienearten, die Schönheit und den gesundheitlichen Zustand. Da die Essenzöle so konzentriert und kraftvoll sind, ist ihr Auftragen auf die Haut in unverdünnter Form zu vermeiden. Üblicherweise werden Gemüse- oder ‚Trägeröle’ verwendet, um Essenzöle angemessen zu verdünnen. Auch Dr. Hatt mahnt an, dass aufgrund der intensiven Wirkung der Duftstoffe ein vorsichtiger Umgang mit den Essenzen angezeigt sei.  Daher  werden die Essenzen  verdünnt mit Trägerölen wie Traubenkern-Maiskeim- und Mandelöl.

Es gibt auch andere biologische Anwendungen der Duftstoffe. Zum Beispiel wirken manche Öle als Pestizide oder Abwehrmittel. Zitronellöl wird im Sommer verwendet, um Mücken abzuwehren. Zitronellessenzöl ist eines der Bestandteile von Kerzen mit insektenabwehrenden Eigenschaften.

Essenzöle werden manchmal gemischt, des angenehmen Aromas wegen, das sie aussondern. Das Mischen der Öle kann zu therapeutischen Zwecken unter besonderen Umständen verwendet werden. Eine synergistische Mischung von Essenzölen, zu angemessenen Proportionen gemischt, hat eine größere Gesamtwirkung als die, die ein einzelnes Öl entfaltet.

Alle Aromatherapieprodukte, die erhältlich sind, sind nicht unbedingt natürlich und rein, auch wenn auf dem Etikett ‘Aromatherapie’ steht. Diese Produkte, die künstliche Bestandteile enthalten, geben keine der Vorzüge, wie die wahre Aromatherapie. Im besten Fall geben sie begrenzte Vorzüge, im schlimmsten Fall: gar keine. Käufer werden ermutigt, die Liste der Zutaten zu überprüfen, ob sich im Produkt nicht einige unreine (chemische) Komponenten befinden. Generell meiden Sie die Produkte, auf denen keine Bestandteile aufgelistet werden. Manche Hersteller wiederum zögern, die Zutaten aufzulisten, sogar im Fall einer qualitativ guten Mischung. Den Hersteller direkt danach zu fragen und seine Antwort zu beurteilen ist der beste Weg, die Produktqualität zu ermitteln.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 03.12.2016 aktualisiert