Das Cantharidenpflaster
Auch das Cantharidenpflaster mit dem stark hautreizenden Cantharidin Extrakt aus der Spanischen Fliege (Lytta
vesicatoria), einer Käferart, fördert die lokale Ausleitung über eine Blasenbildung. Hier werden jedoch große
Blasen mit einem Durchmesser bis zu 7 cm erzeugt, die sehr viel Flüssigkeit enthalten. Diese wird mit einer
sterilen Kanüle abgesaugt. Manche Therapeuten injizieren dieses Sekret dem Patienten als individuelle
Reizkörpertherapie wieder unter die Haut zurück.
Gute Ergebnisse erzielt das Cantharidenpflaster bei:
• Wirbelsäulen-Syndromen aller Art
• Bechterew-Krankheit
• Arthrose mit Gelenkschwellungen
• Gicht
• Rippenfellergüssen
• Mittelohrentzündung
• Nebenhöhlenentzündungen
Etwa vier Stunden nach dem Anlegen des Pflasters beginnt die Haut sehr stark zu brennen. Nach weiteren 12 bis 16
Stunden hat sich die erwünschte Blase gebildet. Dann wird das Pflaster von einem Therapeuten abgenommen und das
Sekret abgesaugt. Die Haut der Blase bleibt als Wundschutz erhalten. Manche Therapeuten nehmen die Haut mit ab. Ich
halte das für einen Fehler, da dadurch eine große Wunde entsteht, die eine Infektionsgefahr birgt.
Das Cantharidenpflaster wird wegen seines starken Effektes auf das Lymphsystem auch "weißer Aderlass" genannt.
Es zieht mit Schmerzmediatoren, Toxinen und freien Radikalen belastete Gewebsflüssigkeit heraus und regt über eine
Sogwirkung den gesamten Lymphkreislauf kräftig an.
Auch hier kann es bei Patienten mit dunklem Teint zu Narbenbildungen oder bleibenden Flecken kommen. Cantharidin
reizt die Harnwege, daher sollten Sie während das Pflaster aufliegt viel trinken.
Ein vorzeitiges Abnehmen des Pflasters vor Bildung der Blase führt meist zu einer Entzündung ohne jeden
Ausleitungseffekt. Halten Sie also die von Ihrem Therapeuten angegebene Wartezeit unbedingt ein!
Bei akuten Harnwegsentzündungen, Stauungsödemen, arteriellen Durchblutungsstörungen und allen unklaren
Hautveränderungen ist das Verfahren nicht erlaubt.
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