ThaiChi ist eine altertümliche traditionelle chinesische Kampfkunst, die viele für ihren gesundheitlichen Nutzen
und ihre Vorzüge der Langlebigkeit als ihre gesunde Lebensweise sich angeeignet haben.
Richtiger übersetzt heißt es eigentlich "Tàijíquán" (chin. gesprochen "T'ai-chi-ch'üan"). In Deutschland
verkürzen wir es auf "Tai Chi" oder auch "ThaiChi".
Weil Tai Chi seinen Ursprung in den altchinesischen Kampfkünsten hat, wird es auch als "Schattenboxen"
bezeichnet. Teilnehmer und Geübte hören den Begriff "Schattenboxen" allerdings nicht gerne, da er dem Wesen und der
Ansprüche der "Kunst" nicht gerecht wird.
In der Volksrepublik China ist Taijiquan in zumeist stark vereinfachter Form ein Volkssport; in den Parks der
Städte sieht man in den Morgenstunden tausende Menschen beim Üben der Bewegungen.
Es ist offensichtlich, dass dieses System von einer Kampfart abstammt, da die chinesischen Zeichen für Tai Chi
Chuan sich als die „ultimative Superfaust” übersetzen lassen (es gibt jedoch Meinungsverschiedenheiten
diesbezüglich).
Sogar traditionelle Thai Chi-Lehrer vermitteln es als sowohl Selbstverteidigung als auch als eine Art, Übungen
oder Medizin zu praktizieren. Dieses System entwickelte sich aus den Lehren der Familien Chen bis Yang im China der
1820er Jahre. Jetzt wird ThaiChi weltweit praktiziert. Ihre Abfolgen von sanften, fließenden oft graziösen Übungen
werden für Entspannung und Meditation verwendet, um die ‘Qi’-Energie fließen zu lassen.
Was versteht man eigentlich unter Chi?
Das Chi in Tai Chi hat dieselbe Bedeutung wie die Silbe Qi in Qigong. Der Begriff ist
abgeleitet vom chinesischen Wort für Luft und wird meist mit Lebenskraft übersetzt.
In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) steht Yuan Qi für die ursprüngliche vitale Energie des
Menschen. Mit Verbreitung der Akupunktur wurde diese Vorstellung auch im westlichen Kulturkreis bekannt.
Allen fernöstlichen Verfahren gemeinsam ist die Annahme, dass die Lebensenergie entlang bestimmter Kanäle im
menschlichen Körper fließt, den sogenannten Meridianen.
Wo sich wichtige Meridiane kreuzen, befinden sich die Hauptenergiezentren, die bestimmten Drüsen und Organen
zugeordnet sind. Diese Vorstellung deckt sich weitgehend mit der Lehre von den „Chakren“, wie sie im
indisch-tibetischen Raum vorherrscht.
Kommt es zu Stauungen im Energiefluss, führt das zu Befindlichkeitsstörungen. Bleibt das Ungleichgewicht
bestehen, manifestieren sich Krankheiten. Durch die regelmäßige Anwendung bestimmter Praktiken lassen sich
Blockaden auflösen. Damit beugt man Krankheiten vor oder trägt zu deren Heilung bei. Zunächst geht es um die
Wahrung oder Wiederherstellung der Energiebalance.
Es gibt eine Fülle von Techniken, die das Gleichgewicht zwischen Yin und Yang zum Ziel haben. Chakra-Meditation
und Fußreflexzonenmassage gehören ebenso dazu wie Qigong oder Tai
Chi.
Tai Chi konzentriert sich auf die Nutzbarmachung des Qi (Chi, Ki), einer inneren Kraft, die so den
Körper mit Energie füllt und große Stärke und Ausdauer verleiht. In anderen Kulturen heißt
diese Energie übrigens auch Prana-Energie, Orgon-Energie oder "Lebenskraftenergie", die aus jedem
lebenden Organismus strahlt.
Einigen Quellen zufolge entspringt das Qi jedoch aus allen Dingen und alle Dinge haben das Qi. Es liegt an den
Menschen, das Qi um sich selbst herum zu kultivieren und das Qi ihrer Körper in die Umgebung zu integrieren, es zu
manipulieren, um die Gesundheit zu stärken und um viele Dinge zurechtzurücken.
Tai Chi ist weit mehr als eine Entspannungstechnik
Wie bereits beschrieben galt Tai Chi Chuan im alten China als eine Form der „inneren Kampfkunst“.
Diese setzt (im Gegensatz zu den äußeren Kampfkünsten wie Karate oder Kung Fu) nicht auf das direkte
Kräftemessen mit dem Gegner.
Vielmehr nimmt man sich das Prinzip des Wassers zum Vorbild. Weiches siegt über Hartes, weil es keinen
Widerstand hat und damit keine Angriffsfläche bietet. Konkret geht es darum, einer möglichen Konfrontation mit
weichen, fließenden Bewegungen auszuweichen.
Die Engländer bezeichneten Tai Chi als "chinesisches Schattenboxen". Ungeduldigen Europäern mutet das fast wie
Zeitlupe an. Die Übungen werden zu Anfang sehr langsam ausgeführt.
Schon das Zuschauen wirkt entspannend. Kein Wunder, dass sich im Laufe der Jahrhunderte verschiedenen Formen des
Tai Chi entwickelten, die gezielt zur Entspannung eingesetzt werden und zur Harmonisierung des Energieflusses.
Sehr bekannt ist die Peking-Form. Deren einzelne Übungen haben so poetische Bezeichnungen wie
„Der Kranich breitet seine Flügel aus“. Das klingt nicht nur hübsch, sondern ist auch einprägsam, was die
Konzentration erleichtert.
Denn es ist notwendig, mit voller Aufmerksamkeit zu üben. Schweift man in Gedanken ab, reißt meist der rote
Faden und der Übungsablauf gerät ins Stocken. Dann bleibt nichts anderes übrig, als von vorne zu beginnen.
Auch Geduld mit sich selbst lernt man beim Tai Chi. Mit der Zeit gelingt es immer besser, sich völlig in die
Übungen zu versenken. Tiefe Ruhe breitet sich aus, und die Gedanken im Kopf hören auf zu kreisen.
Was ist beim Üben zu beachten?
Egal welche Form des Tai Chi man wählt, entscheidend für den Erfolg ist der richtige Bewegungsablauf. Die
Stellung der Füße, die Verlagerung des Gleichgewichts, die Bewegungen der Hände – alle diese Details sind von
Bedeutung.
Denn nur wenn eine Übung zu 100 Prozent korrekt ausgeführt wird, erfolgt die Anregung des speziellen Meridians.
Im anderen Fall wirkt das Tai Chi zwar auch sehr entspannend, kann aber seine gesundheitsfördernde Wirkung nicht
völlig entfalten. Deshalb ist es schwierig, sich die Technik allein im „stillen Kämmerlein“ anzueignen.
Zwar gibt es eine Fülle an Literatur, CDs und Cassetten, die den Einstieg erleichtern. Dennoch ist es ratsam,
Tai Chi bei einem anerkannten Therapeuten zu erlernen, der die Bewegungsabläufe sofort korrigieren kann, bevor sich
Fehler einschleichen.
Kurse werden von vielen Volkshochschulen, an manchen Reha-Einrichtungen und natürlich in den TCM-Kliniken
angeboten. Regelmäßiges Üben zuhause ist auch beim Tai Chi unerlässlich. Für einen kompletten Durchgang benötigt
man etwa zwanzig Minuten Zeit, die man fest in den Tagesablauf einplanen sollte.
Mit vollem oder leerem Magen übt es sich schlecht. Daher empfiehlt sich, einen Abstand von 30 Minuten vor und
nach den Hauptmahlzeiten einzuhalten.
"Modernes" Thai Chi Chuan
Gegenwärtig nimmt man an Tai Chi-Kursen meist wegen der gesundheitlichen Vorzüge teil. Während eine Handvoll
TaiChi für Kampfzwecke studiert, so praktizieren es viele als eine meditative Übung, als eine bewegliche
Alternative zu Yoga. Nachdem die meisten Menschen mit Bildern
von nahezu perfekten Körpern bombardiert wurden, werden diese (vor allem in der "westlichen Welt") zu begeisterten
Fitnessanhängern.
In der "östlichen Welt" jedoch, lernen die Menschen Tai Chi eher als Kampfkunst. Wahrscheinlich werden die
meisten Asiaten, welche die westliche Welt besuchen, als "Kampfkünstler" gesehen und bei Gelegenheit oft um eine
Vorführung ihres Könnens gebeten.
Tai Chi Chuan hat in den vergangenen zwanzig Jahren eine beachtliche Anzahl von Anhängern gewonnen. Während die
einen sich um Schulen und Trainer "zusammenrotten", nachdem sie einen Jackie Chan Film oder andere Kampfsportfilme
gesehen hatten, melden sich andere für Tai Chi-Kurse wegen der ästhetischen Anziehungskraft an; wiederum andere
sehen darin eher gesundheitliche, seelische und sportliche Aspekte.
Die Kurse sind so populär geworden, dass selbst Krankenhäuser, Fitnessstudios und Volshochschulen Tai Chi Kurse
anbieten.
Im folgenden sehen Sie ein Video, dass die Tai Chi Peking-Form zeigt: