Glaukom: Der
Grüne Star
von: René Gräber - Heilpraktiker und
Gesundheitspädagoge
Mit dem Begriff Glaukom (Grüner Star) werden verschiedene Augenkrankheiten
zusammengefasst, an denen nahezu zwei Prozent der Bevölkerung leiden und bei denen es infolge einer
Sehnervenschädigung zu Sehstörungen bis hin zur Erblindung kommen kann.
Wie beim Katarakt (Grauer Star)
ist der Verlauf langsam und schleichend und führt meist zu irreparablen Sehstörungen. Im Vergleich zur Katarakt
erfolgt aber keine Eintrübung der Linse. Typisch für das Glaukom sind ein erhöhter Augeninnendruck (gestörter
Abfluss des Kammerwassers mit Stauung im Auge, wodurch der Sehnerv geschädigt wird), Gesichtsfeldausfälle (Skotome,
Gegenstände können in einem bestimmten Bereich des Auges nicht wahrgenommen werden) sowie eine Veränderung des
Sehnervenkopfes. Zusammen führen diese Faktoren zu primären und sekundären Formen des Grünen Stars, wobei nicht
immer beide Augen betroffen sein müssen. Die Entstehung begünstigend wirken daneben ein erhöhter Blutdruck (siehe auch: Bluthochdruck), Durchblutungsstörungen im
Bereich des Sehnervens, Stress sowie anatomische Fehlbildungen des Augapfels (z.B. ein zu kurzer Augapfel).
Das primäre Offenwinkelglaukom / Weitwinkelglaukom gilt mit über 90 Prozent als häufigste
Erkrankungsform. Es tritt vermehrt im höheren Alter (um 70 Jahre) auf, entsteht durch Substanzablagerungen im
Trabekelwerk (dient dem Abfluss des Kammerwassers zum Schlemmschen Kanal hin) und ist gekennzeichnet durch einen
schleichenden Verlauf ohne auffällige Symptomatik. Gesichtsfeldeinschränkungen oder Epithelödeme
(Wassereinlagerungen in der äußeren Hornschicht) zeigen sich erst im Spätstadium. Die Erkrankung begünstigend
wirken neben dem hohen Alter u.a. Diabetes
mellitus (Zuckerkrankheit), Herzerkrankungen sowie Kreislauferkrankungen, Entzündungen im Augenbereich,
familiäre Disposition, Sehschwächen (z.B. Kurzsichtigkeit) oder eine dauerhafte
Kortisoneinnahme.
Das Winkelblockglaukom / Engwinkelglaukom zählt ebenfalls zu den primären Glaukomformen. Durch
unterschiedliche Ursachen kommt es zu einer Verlegung des Kammerwinkels mit plötzlich ansteigenden
Augeninnendrücken bis zu 80 mmHg. Hierdurch entstehen sehr starke Schmerzen im Bereich des Auges, die in die gesamte
Gesichtshälfte ausstrahlen können. Neben einer lichtstarren Pupille kommt es zu einem geröteten, verhärteten
Augapfel. Durch den Schmerz entstehen zusätzlich Übelkeit und Brechreiz, der gesamte Organismus wird in Mitleidenschaft
gezogen. Der Sehvorgang ist erschwert, z.T. erscheinen Farbringe (Regenbogenfarbsehen) um Lichtquellen oder
Nebelvorhänge. Je nach Ausprägung und Auftreten werden das akute (Glaucoma acutum), das intermittierende und das
chronische Winkelblockglaukom unterschieden.
Bei Kleinkindern und Neugeborenen kann es zum primären kongenitalen Glaukom (Buphthalmus congenitus) kommen,
welches sich durch stark tränende, lichtscheue, z.T. extrem große Augen sowie Lidkrampf bemerkbar macht. Hier liegt
meist eine Fehlentwicklung des Trabekelwerkes vor, was eine Indikation zur sofortigen Therapie darstellt.
Auch die sekundären Glaukomformen weisen z.T. die typischen Symptome auf, können aber auch völlig symptomlos
voranschreiten. Zu den Ursachen zählen u.a. Diabetes,
Thrombosen, Verletzungen im Bereich
des Auges, Ablagerungen von Pigmenten, Faserbestandteilen oder Schleim, Entzündungen sowie spezielle Erkrankungen,
durch die es zu Fehlbildungen oder Entwicklungsstörungen im Bereich des Kammerwinkels kommt (u.a. Rieger-Syndrom,
Axenfeld-Anomalie).
Die Diagnose erfolgt meist durch Messung des Augeninnendrucks, wobei physiologisch Werte zwischen 15 und 21 mmHg
liegen. Eine leichte Erhöhung des Drucks im Alter ist tolerierbar, kann aber auch zu Schäden führen. Die sich
anschließende Therapie dient einer Senkung des Augeninnendrucks, z.B. mit Hilfe verschiedener Medikamente
(Augentropfen). Zusätzlich kann die Lasertherapie angewandt werden. Unbehandelt führen die verschiedenen Formen des
Glaukoms zur Erblindung des Betroffenen.

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