Colitis Ulcerosa - Die Chronische
Dickdarmentzündung
von: René Gräber - Heilpraktiker und
Gesundheitspädagoge
Wie der Morbus Crohn zählt auch die Colitis ulcerosa zu den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED). Während beim Morbus Crohn alle
Wandschichten des Magen-Darm-Traktes betroffen sind, zeigt sich die Kolitis nur im Bereich der Schleimhaut von
Dick- und Mastdarm.
Im Mittel liegt die Inzidenz gleichbleibend bei 10 von 100.000 Einwohnern pro Jahr, dabei findet sich die
Kolitis vermehrt in westlichen Nationen mit einem deutlichen Nord-Süd-Gefälle sowie mit ethnischen Unterschieden
(hellhäutige Menschen erkranken wesentlich häufiger als dunkelhäutige). Hauptsächlich zeigt sich die Erkrankung bei
jüngeren Menschen, der Erkrankungsgipfel liegt zwischen dem 20. und dem 40. Lebensjahr.
Die Colitis ulcerosa hat ihren Ursprung im Mastdarm (Rektum) und breitet sich von dort über die Schleimhaut
(Mucosa) aus. Die Entstehung ist noch nicht vollständig geklärt. Vermutet werden aber ernährungsbedingte Einflüsse,
Bakterien- oder Virenbefall, ein gestörtes Immunsystem, Umwelteinflüsse (u.a. Drogen, Nikotin, Alkohol) sowie
psychosomatische Faktoren wie z.B. Stress. Daneben ist eine familiäre Disposition nachweisbar. In vielen Fällen
zeigt sich eine Kombination aus mehreren Ursachen.
Die Erkrankung macht sich v.a. durch Durchfälle
(Diarrhoen) bemerkbar, die mehrmals täglich (u.a. bis zu 30 Mal) auftreten und häufig begleitet sind von
Blutbeimengungen und Schleimauflagen. Bedingt durch die Eingrenzung auf Dick- und Mastdarm ist die Symptomatik
nicht so variabel wie bei einem Morbus Crohn. Schmerzen oder Krämpfe im Abdominalbereich sind etwas seltener und zeigen sich
vornehmlich direkt vor, während oder direkt nach der Defäkation. Daneben kommt es zu allgemeinen Symptomen wie
Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Leistungsabfall, Blähungen sowie Gewichtsverlust. Durch die
vermehrte Reizung des Darms kann es zu einer Stuhl-Inkontinenz kommen. Auch eine Veränderung des Blutbildes ist möglich. So zeigen sich als Begleiterscheinungen vermehrt eine
Anämie (Blutarmut), eine
Leukozytose (erhöhte Leukozytenzahl
als Anzeichen einer Entzündung) oder eine Hypoproteinämie (Eiweißarmut).
Der Verlauf ist meist schubförmig, Phasen der völligen Beschwerdefreiheit wechseln sich mit akut auftretenden
Durchfällen ab. Z.T. verkürzen sich die Phasen in Abhängigkeit zur Erkrankungsdauer. Zusätzlich zeigen sich
Komplikationen wie z.B. die Entstehung von Fisteln (neu gebildete Verbindungsgänge zwischen zwei Organen, zwischen
einem Organ und einem Gewebe oder zwischen einem Organ und der Hautoberfläche) oder die Perforation eines
befallenen Darmanteils (durch Porosität) mit der Gefahr des Stuhlaustritts in den Bauchraum und der vermehrten
Einwanderung von Bakterien (Peritonitis = Bauchfellentzündung). Es droht das toxische Megakolon. Durch Lähmung der
Darmperistaltik sowie vermehrtes Gewebewachstum im Darminneren kann ein Ileus (Darmverschluss) entstehen. Die Entstehung eines
kolorektalen Karzinoms wird durch die Kolitis ebenfalls begünstigt.
Die Diagnostik wählt unterschiedliche Verfahren. Neben Anamnese, Blutbild und Stuhltest werden v.a. die Darmspiegelung (u.U. mit Probebiopsie
zur Gewebebefundung), die Sonographie (Ultraschallverfahren) und die Kontrastmitteldarstellung (Röntgenaufnahme)
genutzt. Seit einiger Zeit wird auch die Videokapselendoskopie genutzt. Die differentialdiagnostische Abgrenzung
besonders zum Morbus Crohn fällt dabei, bedingt durch die sehr ähnliche
Symptomatik, schwer.
Die Erkrankung gilt als nicht heilbar, die angezeigten Beschwerden können medikamentös und durch eine
Ernährungsumstellung gelindert werden. Bei auftretenden Komplikationen und wenn eine lindernde Therapie keinen
Erfolg zeigt wird der befallene Darmanteil reseziert, wodurch die Erkrankung in ihrem Verlauf verlangsamt aber
nicht gestoppt wird.

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