Akupunktur bei Kniearthrose

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Mit Akupunktur und Heilpflanzen gegen Gelenkschmerzen?

Mehr als 40 Prozent aller über 65-Jährigen leiden an chronischen Gelenkschmerzen. Ursache hierfür soll eine fortschreitende Zerstörung der Knorpelschicht in den Gelenken sein.

Arthrose des Knies oder beider Knie kommt bei den über 50-Jährigen zu 17 Prozent vor. Und laut schulmedizinischer Auffassung ist das Mittel der ersten Wahl eine OP. Diese wird immer dann ins Auge gefasst, wenn die Schmerzen permanent und Laufen und Gehen unmöglich sind.

Was lange als altersbedingter Verschleiß angesehen wurde, stellt sich wohl auch als Folge einer Fehlsteuerung des Immunssystems dar: Dieses veranlasst die Freisetzung bestimmter Zytokine (hormonähnlicher Botenstoffe), von denen das Interleukin-1 entzündungsfördernd wirkt und an der Zerstörung der Gelenkknorpel maßgeblich beteiligt zu sein scheint.

Einer Mitteilung der Ärztezeitschrift für Naturheilverfahren zufolge hat ein Forscherteam ein Therapieverfahren entwickelt, das – neben der schmerzlindernden Wirkung – die zerstörerische Aktivität des Interleukin-1 hemmen kann.

94 Patienten mit Kniegelenk-Arthrose wurden zweimal wöchentlich mit Akupunktur (jeweils 35 Minuten) behandelt; zusätzlich nahmen sie täglich eine Tinktur aus Salbei, Lavendel, Melisse und Myrrhe ein. Die Extrakte dieser Pflanzen hatten in Versuchen eine knorpelschützende, anti-entzündliche und Interleukin-1-hemmende Wirkung gezeigt.

Nach fünf Wochen hatten sich die Schmerzen der Patienten um durchschnittlich 50 Prozent reduziert (eine alleinige Akupunktur-Behandlung brachte nur eine 32%ige Linderung).

Die „klassischen“ synthetischen Arthrose-Medikamente bringen dem Bericht zufolge eine Schmerzlinderung von durchschnittlich 60 Prozent. Der Preis dafür sind die nicht zu unterschätzenden Nebenwirkungen; außerdem haben diese Medikamente keinen knorpelschützenden Effekt.

Obwohl einige Schulmediziner immer noch der Auffassung sind, dass Akupunktur wirkungslos ist, hat sich aber im Laufe der Geschichte gezeigt, dass diese „wirkungslose“ Therapie gar nicht so wirkungslos ist, wie angenommen. Akupunktur kann sehr wohl wirksam Knieschmerzen, die aufgrund einer Arthrose entstanden sind lindern, so dass eine aufwendige (und zudem viel teurere) Operation nicht mehr benötigt wird.

Laut Patientenberichten waren die so behandelten Patienten auch noch nach 2 Jahren schmerzfrei. Auf der anderen Seite berichteten die Patienten, die sich einer konventionellen Therapie durch Operation unterzogen hatten, dass einer von 7 trotz OP noch starke Schmerzen hatte.

Um die Wirksamkeit der Akupunktur bei Arthrose des Knies zu beurteilen wurde eine Gruppe von 90 Betroffenen mit einem Durchschnittsalter von 71 Jahren per Akupunktur behandelt. In jedem Fall war die Arthrose so stark ausgeprägt, dass unter schulmedizinischen Gesichtspunkten eine OP notwendig geworden war.

Statt der OP wurden die Patienten einmal pro Woche mit einer Akupunktur behandelt. Der Behandlungszeitraum betrug zuerst einen Monat. Danach wurden sie alle 6 Wochen mit Akupunktur weiter behandelt. Aus dieser Gruppe erhielten 31 Patienten auch noch nach 2 Jahren regelmäßige Akupunkturen.

Bei allen Patienten trat eine dramatische Reduktion von Schmerz und Steifheit ein, bei einer gleichzeitigen Verbesserung der Mobilität. Diese Verbesserungen fielen so drastisch aus, dass auch aus schulmedizinischer Sicht kein Grund mehr für eine OP vorlag.

Quelle: Acupuncture offers low cost alternative to knee surgery for osteoarthritis 

Eine weitere Arbeit dokumentiert die Effektivität der Akupunktur bei Kniearthrose. Die Forscher des Sloan-Kettering Krebszentrums in New York sagen, dass Akupunktur chronische Schmerzen lindert und dass diese Wirkung nichts mit einem sogenannten „Plazeboeffekt“ zu tun hat.

Weiter: Diese Therapie sollte in die Liste der Maßnahmen aufgenommen werden, die für die Schmerzkontrolle zur Verfügung stehen. Sie sind auch deshalb von der Effektivität der Akupunktur überzeugt, weil inzwischen eine riesige Menge an wissenschaftlichen Daten dafür zur Verfügung steht.

Sie untersuchten 29 große klinische Studien, in denen insgesamt 17.922 Patienten eingeschlossen waren. In diesen Studien wurden die Patienten entweder mit einer Akupunktur oder einer Schein-Akupunktur behandelt. Es zeigte sich, dass die Akupunkturbehandlung signifikant bessere Ergebnisse zeitigte als keine Behandlung und die Scheinbehandlung. Damit lässt sich ein Plazeboeffekt ausschließen.

Quelle: Acupuncture for Chronic Pain: Individual Patient Data Meta-analysis

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 03.01.2013 aktualisiert