Paracelsus

Die Signaturenlehre nach Paracelsus

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Dank der sogenannten „Signaturenlehre“ des Alchemisten Paracelsus haben Homöopathen einige effektive Mittel zur Verfügung, die Ihnen bei der Auswahl des richtigen Präparats helfen. Schließlich müssen sie für ihre Patienten nicht selten 200 Mittel parat halten und zusätzlich aus mehreren Tausend auswählen und sie bestimmen können. Verglichen mit einem Schulmediziner, der oftmals nur aus rund 20 Arzneimitteln wählen muss, stellt dies den behandelnden Homöopathen verständlicherweise vor einige Schwierigkeiten, die mit der „Signaturenlehre“ des Paracelsus sehr viel einfacher gemeistert werden können. Diese Lehre erklärt nicht nur den Aufbau unseres Sonnensystems, sondern sie eröffnet auch Wege, wie man die Natur signaturgerecht zum Wohle der eigenen Gesundheit in das Leben integrieren kann.

Der Grundgedanke des Paracelsus

Glaubt man dem Alchemisten, so besteht ein Zusammenhang zwischen dem Mikro- und dem Makrokosmos, der dafür sorgt, dass sich einige spezifische Muster stets wiederholen. Dies ist nur eines der sieben „hermetischen Prinzipien“, die für Paracelsus bei seiner „Signaturenlehre“ eine signifikante Rolle spielten. In der heutigen Zeit beschreiben wir diese Annahme als sogenannte „Chaostheorie“, welche nach wie vor eine große Bedeutung in der Wissenschaft spielt.

Früher glaubten die Alchemisten daran, dass unsere großen Himmelskörper und Planeten wie beispielsweise die Sonne, der Mond, der Jupiter oder die Venus, alle Teilchen im Universum beeinflussten und sie nachhaltig prägten. Dies geschah durch die Planetenbewegungen und die dadurch verursachten Schwingungen der Körper, die jede Zelle im Universum erreichen konnten. Da für sie jede Materie einen Geist darstellte, war diese automatisch auch belebt. Unterschiede zwischen Mineralien, Tieren oder Pflanzen wurden daher keine gemacht.

Dabei konnte bereits der Mathematiker Pythagoras eine Prägung unserer irdischen Umwelt durch die Planeten feststellen. Dies verdeutlichte er beeindruckend in seinen musikalischen Thesen, die bis heute in der Schulmusik ihre feste Gültigkeit haben. Auch die griechischen Gelehrten waren sich darüber einig, dass jede Bewegung eines Planeten eine typische Sphärenmusik erzeugen würde. So kann man jedem Himmelskörper ein musikalisches Intervall, wie z. B. eine Terz oder eine Quarte, zuordnen.

Die Planeten und unsere Umwelt

Wirft man einen Blick in die Welt der Pflanzen, erkennt man leicht, dass die Sonne das Wachstum von strahlenförmigen Blüten fördert. Zu ihnen zählt man beispielsweise die gelben Kronen der „Arnika“ oder des „Cactus grandiflora“. Der Mars hingegen intensiviert das reiche Wachstum von roten Blüten, Früchten, Blättern oder scharfen Dornen wie beispielsweise bei einer Rose.
Auch in der Tierwelt erkennt man diese Lehre. So werden der Sonne radiärsymmetrische Formen mit acht oder mehr Beinen zugeordnet, während vierbeinige Tiere dem Mars zugeschrieben werden.
Essenziell ist die Zahl, die jedem Himmelskörper zugeordnet werden kann. Aus ihr ergibt sich ein Intervall, das die körpereigene Bewegung weitergibt. Dieser Wert bleibt in jeder lebenden Materie bestehen und stellt so einen Ankerpunkt im Leben eines Geschöpfes dar.

Intervalle und dazugehörige Himmelskörper

Das Intervall der Sekunde wird dem schnellen Mond zugeordnet, während der Merkur eine Terz, also die nächstgrößere Zahl „3“, besitzt. Die Quinte, also die Fünf, gehört zur Venus, die Zahl sechs wird dem Jupiter zugeordnet. Der Saturn wird mit der Septime codiert, welche weitläufig als relativ unharmonisches Intervall gilt. Auch die Kristallstrukturen von Mineralien können auf die ersten fünf Himmelskörper zurückgeführt werden.

Die „Signaturenlehre“ für und in uns

Nicht selten steht die dringende Frage im Raum, warum es so wichtig sei, Materie mit dem jeweiligen Planeten codieren zu können. Führt man sich jedoch wieder in Erinnerung, dass jedes Lebewesen ein „kleines Sonnensystem“ im Inneren verbirgt, erscheint diese Frage eigentlich fast schon überflüssig. So ist es auch nur schlüssig, dass „Gleiches mit Gleichem geheilt“ werden kann und sollte. Dieses uralte Grundprinzip wurde durch Paracelsus gelehrt und täglich angewendet. Dabei wurden die Heilmittel in sieben Gruppen aufgeteilt, die zweckmäßig durch die jeweilige Signatur zu erkennen waren. So wussten die Alchemisten stets, welche Arznei sie für welches Leiden anwenden mussten.

Genauso wie Tiere oder Pflanzen besitzen selbstverständlich auch wir Menschen unsere ganz individuelle Signatur. Dieser „Geburtsherrscher“ beeinflusst unser tägliches Leben maßgeblich und er sollte bei einer Therapie unbedingt beachtet werden. Nur so kann die „Signaturenlehre“ nach Paracelsus ihre ganze natürlich heilende Wirkung entfalten.


Dieser Beitrag wurde letztmalig am 05.03.2015 aktualisiert