Brennende Füsse: Symptome, Ursachen, Therapie

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Nahezu jeder Mensch erlebt in seinem Leben mindestens einmal das Gefühl von brennenden Füßen. Dieses zeigt sich in vielfältiger Form, kann harmlose aber auch ernst zu nehmende Ursachen besitzen, weshalb eine ärztliche Abklärung erfolgen sollte.

Brennende Füße werden in der Medizin mit dem Fachbegriff Burning-Feet gekennzeichnet. Dabei kann es zu (schmerzhaft) brennenden, juckenden oder kribbelnden Füßen kommen, vergleichbar zum Teil mit einer „eingeschlafenen“ Extremität, die wieder „aufwacht“. Zusätzlich sind Rötungen, zyanotische bis livide Verfärbungen (blauviolett bis weiß), Schwellungen und Veränderungen der Hautoberfläche möglich.

Ursachen

Zu den Ursachen, die meist keiner ärztlichen Therapie bedürfen, zählt unter anderem das kurzfristige Abdrücken von Gefäßen oder Nerven im Unterschenkel- oder Fußbereich. Dies kann durch zu enge Kleidung oder Schuhwerk ausgelöst werden sowie durch übereinander geschlagene Beine beim Sitzen, wodurch die Durchblutung der restlichen Extremität beeinträchtigt wird (Verlauf der wichtigen Gefäße in der Kniekehle - Durchblutungsstörungen). Ein extremer Wechsel von Temperaturen führt zu einer Vasokonstriktion (Zusammenziehen von Gefäßen) bzw. Vasodilatation (Erweiterung von Gefäßen). In starker Kälte ziehen sich Gefäße zusammen, ist der Blutfluss verlangsamt. Gegenteilig verhält es sich bei warmen Temperaturen.

Weitere Ursachen für brennende Füße können Alkohol oder auch der Zigarettenkonsum sein, die sich auf das periphere Nervensystem bzw. das Gefäßsystem auswirken, sowie allergische Reaktionen (z.B. auf das Material der Strümpfe oder Schuhe).

Medizinisch relevant ist das echte Burning-Feet-Syndrom, welches vor allem nachts in Erscheinung tritt und ein schmerzhaftes Brennen verursacht, welches durch Kälte gelindert werden kann. Zusätzliche Begleiterscheinungen können Schuppen auf der Haut (die Feuchtigkeit geht verloren, die Haut trocknet langsam aus - Hauterkrankungen), eine gesteigerte (lokale) Schweißsekretion, Muskelkrämpfe, Verspannungen, Nervenreizungen und Schlafstörungen sein. Die Funktionalität der Füße bleibt dabei erhalten, Bewegungen sind möglich.

Diagnose

Die Entstehung des Burning-Feet-Syndroms ist noch nicht vollständig geklärt. Im Blutbild lässt sich häufig ein Mangel an verschiedenen Vitaminen und deren Koenzymen (Hypovitaminose) feststellen, vor allem der Panthothensäure, der Nicotinsäure und von Vitamin B. Daneben ist auch der Mineraliengehalt (z.B. von Magnesium) vermindert.

Die laufenden Untersuchungen konnten zudem nachweisen, dass es im betroffenen Gewebe zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff infolge einer reduzierten bzw. gestörten Durchblutung kommt und dass Nervenfasern in Mitleidenschaft gezogen sind. Als mögliche Auslöser werden dabei eine Mangelernährung oder auch verschiedene Stoffwechselstörungen in Betracht gezogen.

Die ärztliche Abklärung des Syndroms dient auch dem Ausschluss anderer Erkrankungen (Differentialdiagnose), die eine ähnliche Klinik aufweisen. So kann bei brennenden Fußsohlen, einhergehend mit kaum mehr ausführbaren Bewegungen (oder nur noch unter starken Schmerzen durchführbar) eine tiefe Beinvenenthrombose vorliegen.

Das Neurom bezeichnet eine gutartige Knotenbildung an peripheren Nerven, welches zu einer Reizleitungsstörung von Signalen führt und im Bereich des Fußes auch ein starkes Brennen verursacht. Bei Menschen mit Gicht zeigt sich das Gefühl vor allem an der Großzehe.
Die Polyneuropathie beschreibt Nervenempfindungsstörungen unterschiedlicher Ursache, unter anderem im Zusammenhang mit einem Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit).

Weitere Erkrankungen sind Morbus Raynaud (spezielle Form der Durchblutungsstörung, die sich vor allem an den Extremitätenenden wie Finger und Zehen bemerkbar macht), die Erythromelalgie (eine plötzlich einsetzende, überschießende Durchblutung führt zu schmerzhaften Gefühlen in Füßen und Händen, einhergehend mit deutlichen Rötungen oder Blaufärbungen), das Restless-Legs-Syndrom (= Wittmaack-Eckbom-Syndrom, führt zu kurzzeitigen Beschwerden in den Beinen und Füßen, meist in Kombination mit einer nicht kontrollierbaren Unruhe der betroffenen Extremität) sowie die Lyme Borreliose (Multisystemerkrankung als Folge eines Zeckenbisses).

Therapie

Das Burning-Feet-Syndrom sollte fachärztlich abgeklärt und behandelt werden. Dazu stehen verschiedene bildgebende Verfahren (z.B. Szintigraphie) und medizinische Geräte zur Austestung von Nerven- und Gefäßproblemen (z.B. Messung der Nervenleitgeschwindigkeit) zur Verfügung. Vielfach reicht die Beschreibung des Betroffenen aus, dass die brennenden Füße bei Wärmezufuhr entstehen und sich bei Kälte wieder geben.

Bedingt durch die noch nicht vollständig geklärte Entstehung stützt sich die Therapie auf zwei Behandlungswege, die allgemeine und die spezielle Behandlung. Als akute Maßnahme kann eine Kühlung zur Linderung der Beschwerden beitragen. Mangelerscheinungen (Vitamine, Mineralstoffe) können oral oder per Infusion substituiert werden. Schmerzen lassen sich vor allem durch Antikonvulsiva (dienen normalerweise der Behandlung einer Fallsucht) mildern.

Daneben zeigen Akupunktur und Akupressur eine lindernde Wirkung.

Die gezielte Schmerzbehandlung erfolgt häufig durch Gabe eines lokalen Anästhetikums (Injektion als Blockade in die betroffenen Nervenregionen). Dieses kann wiederkehrend verabreicht werden oder aber während eines stationären Aufenthaltes als Dauerperfusion bzw. Dauerinjektion über ca. zwei Wochen zur Anwendung kommen. Eine vollständige Ausheilung ist dabei möglich (jedoch selten).

Daneben kann aber auch die permanente bzw. in bestimmten Intervallen durchgeführte Betäubung notwendig sein, um das Gefühl der brennenden Füße dauerhaft in den Griff zu bekommen.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 19.07.2012 aktualisiert