Schmerzen merken

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Wie "merken" wir eigentliche Schmerzen?

Diese Situation kennen wir: Beim Kochen sind wir einen Augenblick lang unaufmerksam und schon haben wir den heißen Kochtopf berührt. Unsere Hand zuckt im selben Moment zurück, da wir den Schmerz spüren, und alles läuft in Sekundenbruchteilen ab.
Was steckt dahinter?

In unserer Haut befinden sich neben Sensoren für Druck und Temperatur auch Schmerzsensoren, die so genannten Nozizeptoren.
Dies sind sehr komplexe Nervenbündel, die ohne jede Zeitverzögerung auf Verletzungen und Beschädigungen der Haut reagieren. Sie sind nicht nur in der Haut um unseren Körper enthalten, sondern ebenso in allen anderen Häuten: Knochen-, Organ- und Hirnhaut.

Bei Verletzungen senden die Nozizeptoren sofort elektrischen Impulse als Alarmsignal ans Gehirn, in unserem Fall also die Information über die Verbrennung.

Solche Alarmsignale gelangen über die schnellsten Nervenfasern ins Gehirn, die es in unserem Körper gibt: die A-Delta-Fasern. Sie sind gewissermaßen die Überholspur der Nervenfasern und was auf ihnen übermittelt wird, hat automatisch Vorrang vor allen anderen Reizen und Informationen. Der Alarm rast mit 14 Metern pro Sekunde ins Gehirn.



Dort löst die Verbrennung einen akuten, durchdringenden Erstschmerz aus, der uns reflexartig reagieren und die Hand sofort vom Topf wegziehen lässt. Dieser Vorgang dauert nicht länger als maximal 100 Millisekunden und verhindert weitere Verletzungen durch die Gefahrenquelle.

In unserer Wahrnehmung finden der Schmerz und die Reaktion zeitgleich statt.

Auf ihrem Weg ins Gehirn passieren die Signale einige Umschaltstationen, an denen Nerven zusammenlaufen. An den Hinterhörnern des Rückenmarks beispielsweise befindet sich eine solche Station, die über die Wichtigkeit eines Reizes entscheidet. Schmerzsignale passieren sie sofort.

Während dieses Vorgangs senden die Nozizeptoren der verletzten Haut bereits eine zweite Schmerzwelle. Dieser Schmerz fühlt sich dumpfer an, hält länger vor und wird über die zehnmal langsameren C-Fasern geschickt.

Die unmittelbare Ursache für den Schmerz ist schon vorbei und das zweite Signal dient dem Schutz der verletzten Hautstelle: Wir werden veranlasst, die Stelle zu schützen und keine neue Verletzung zu riskieren.

Organ- und Zahnschmerzen gehören meist auch zu dieser Kategorie.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 28.05.2013 aktualisiert