Ob Kaffee schädlich ist oder nicht, kann man nicht so pauschal beantworten. Es gibt Wirkmechanismen von Kaffee, die gesundheitsfördernd, aber auch gesundheitsschädigend sein können. Maßgeblich ist stets: Dieselbe Tasse Kaffee kann bei zwei Personen völlig unterschiedliche Wirkungen haben.
Der Molekularbiologe und Altersforscher, Prof. Dr. Franz Madeo von der Karl-Franzens-Uni in Graz, fand beispielsweise heraus, dass der Zellreinigungsprozess der Autophagie durch Inhaltsstoffe des Kaffees gefördert wird. Allerdings nur dann, wenn der Kaffee ohne Kuhmilch getrunken wird.
Weiter regen das Koffein und auch gewisse Röststoffe des Kaffees die Darmperistaltik an.
Die Gehirndurchblutung wird gesteigert. Auch die Reaktionsgeschwindigkeit und die Aufnahmebereitschaft unseres Gehirns nehmen zu.
Eine Analyse der Reviewˍ, bei der mehr als 17.000 gesunde Versuchspersonen über viele Jahre beobachtet wurden, ergab dass Personen mit einem hohen Kaffeekonsum ein signifikant reduziertes Risiko aufwiesen, an Typ-2-Diabetes zu erkranken
Auch weiß man seit gut 150 Jahren, dass Kaffee das Risiko für Asthmaanfälle senken kann - bereits seit 1859 werden in Schottland Asthma-Patienten ganz offiziell mit Koffein behandelt.
"Kaffee darf man nicht zur täglichen Flüssigkeitsbilanz dazuzählen", so hieß es früher immer. Diese Aussage ist so nicht richtig. Kaffee wirkt zwar harntreibend, besteht aber selbst fast ausschließlich aus Wasser, welches der Körper auch verwertet. Wer die entwässernde Wirkung von Kaffee tatsächlich stark spürt, trinkt einfach ein Glas Wasser dazu. So wird in Österreich Kaffee übrigens immer serviert.
Obwohl Kaffee freie Säure enthält, z. B. Chlorogensäure, wirkt er sich insgesamt basisch auf die Säure-Basen-Bilanz aus. Dass Kaffee also den Körper übersäuert ist so nicht ganz zutreffend. Die chemische Zusammensetzung von Kaffee ist nämlich äußerst komplex. Er enthält neben Koffein noch Hunderte weitere Inhaltsstoffe mit stoffwechselrelevanten Eigenschaften. Darunter natürlich die bekannten Bitter- und Röststoffe, weiter Antioxidantien, Kaffeesäure, Mineralien wie Kalium, Kalzium, Magnesium, Phosphor und eine physiologisch relevante Menge an löslichen Ballaststoffen, welche eine gesunde Darmflora unterstützen.
Der Genuss von Kaffee vermindert unter Umständen das Risiko für erhöhte Leberwerte, Leberzirrhose und Leberkrebs. Das geht aus zahlreichen Studien hervor. So konnte z.B. eine Untersuchung des renommierten US-amerikanischen National Cancer Instituteˍ 2014 zeigen, dass Kaffeetrinker in der Regel bessere Leberwerte haben. Es wurde 2016 in einem Reviewˍ bestätigt, dass Kaffeekonsum mit einer Verbesserung verschiedener Leberenzyme verbunden ist.
Aber:
Menschen mit niedrigen Eisenwerten sollten auf die Tasse Kaffee zum Essen bzw. direkt danach verzichten, denn dieser ist ein Eisenräuber. Er hemmt die Aufnahme von Eisen aus der Nahrung. So sollten Betroffene den Kaffee mit mindestens einer Stunde, besser zwei, Abstand zu den Mahlzeiten trinken.
Damit Kaffee ein wahrer Genuss ist, muss er gut zubereitet sein. Das bedeutet in erster Linie, er muss frisch gemacht und heiß sein. Das Warmhalten oder Wiedererhitzen des Kaffees ist daher ein absolutes No-Go für jeden Kaffeeliebhaber, denn es lässt den Kaffee schnell bitter schmecken. Darüber hinaus ist es Geschmacksache, ob man eine Filtermaschine oder einen Kaffeevollautomaten bevorzugt.
Man sollte übrigens immer Kaffee aus biologischer Landwirtschaft wählen, denn in der konventionellen Bohne können durchaus auch Pestizide ein unliebsamer Inhaltsstoff sein.
Und die Röstung entscheidet in der Regel darüber, wie gut oder schlecht Kaffee vom Magen vertragen wird. Wird der Kaffee bei sehr hohen Temperaturen geröstet, entstehen viele Bitterstoffe, die letztendlich dem Magen zusetzen. Somit ist auf schonende Röstung zu achten, wenn man einen magenfreundlicheren Kaffee bevorzugt.