Ich habe zwar keine Erfahrungen damit, allerdings ein kleinwenig Wissen dazu:
Der Zustand der Scheinschwangerschaft, besser Scheinmutterschaft, ist ein Überbleibsel aus der Wolfsrudelvergangenheit des Hundes. Im Rudel wirft nämlich nur die Leitwölfin Welpen. Da sie aber zur Führung der Jagd dringend benötigt wird, säugen die anderen Wölfinnen an ihrer Stelle die Kleinen (und haben deshalb zu dieser Zeit Milch, obwohl sie nicht schwanger waren). Der gesamte Vorgang wird gesteuert durch einen Teil des Gehirns, die Hirnanhangsdrüse, die ein Hormon produziert, das die Muttergefühle stimuliert. In dieser Phase der Scheinschwangerschaft sind die Eierstöcke der Hündin nicht am Geschehen beteiligt.
In leichteren Fällen reicht es oft aus, die Hündin von ihren eingebildeten Welpen fernzuhalten. Dazu einfach alle Spielzeuge, die als Welpenersatz dienen, entfernen und längere, bewegungsintensivere Spaziergänge als sonst mit der Hündin durchführen.
Mit einem gefrorenen Kühlelement oder einem "Cold-Pack" 2-3 mal täglich etwa eine Minute lang die Gesäugekomplexe kühlen, damit sie abschwellen. Kalte, feuchte Kompressen (die werden nach 10 Sekunden warm und fördern dann erst recht die Durchblutung!) oder kampferhaltige, wärmende Salben sind nicht geeignet!
In "schwereren" Fällen von Scheinschwangerschaft sollte die Hündin tierärztlich behandelt werden. Sie bekommt ein flüssiges Medikament in das Futter gemischt, ein "Gegenhormon", das die Hirnanhangsdrüse an der weiteren Produktion von Mutterschaftshormon hindert. Nach fünf bis siebentägiger Behandlung verschwinden in den meisten Fällen die Symptome.
Da die Eierstöcke in dieser Phase der Scheinschwangerschaft keine Rolle spielen, sind Hormone, die eine Wirkung auf die Eierstöcke haben (z.B. Tabletten oder Hormonspritzen) ebenfalls nicht geeignet. Sie werden auch deshalb nicht eingesetzt, weil sie das Risiko einer Gebärmuttervereiterung um ein Vielfaches erhöhen.