Menstruationsstörungen: Varianten, Ursachen und Symptome

Unter Menstruationsstörungen versteht der Mediziner Unregelmäßigkeiten im weiblichen Zyklus. Dieser führt über die monatliche Regelblutung (Menstruation) alle 28 Tage zu einer Abstoßung der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium), welche dem Einnisten einer Eizelle zur Befruchtung dient.

Kommt es nicht zu einer Vereinigung von Samen- und Eizelle, reagiert der weibliche Organismus mit einem hormonellen Regelprozess, der die alte Schleimhaut und das Ei mit der Regelblutung austreibt und anschließend für die Neubildung der Schleimhaut sorgt.

Die regelgerechte Menstruation beginnt mit der Pubertät. Der dabei ablaufende, monatliche Rhythmus führt, hormongesteuert, zu einer mehr oder weniger stark ausgeprägten Blutung. Als physiologisch werden dabei Blutungen zwischen 65 und 200 ml pro Zyklus angesehen.

Erfolgt die Menstruation regelgerecht, wird dies als Eumenorrhoe bezeichnet. Trotz des physiologisch normalen Ablaufes können dabei Begleit-Symptome auftreten. Etwa 75 % aller Frauen im gebärfähigen Alter leiden unter dem Prämenstruellen Syndrom (PMS), das mit überwiegend körperlichen Beschwerden einhergeht. Beim Auftreten von mehrheitlich psychischen Beschwerden liegt eine Prämenstruelle Dysphorische Störung (PMDS) vor.

Davon betroffen sind rund 5 % der Frauen. Ursache sind die Hormon-Schwankungen, die im Zuge der Eizellbildung- und des Eisprunges auftreten. Schulmediziner behandeln das PMS und das PDMS mit Hormon-Präparaten, Schmerzmitteln und Antidepressiva. Die Naturheilkunde empfiehlt Achtsamkeit in der Ernährung, der Vitalstoffversorgung sowie Sport und Entspannungsübungen.

Varianten von Menstruationsstörungen

Störungen der Menstruation beziehen sich auf die Blutungshäufigkeit, die Stärke, die Dauer und die dabei entstehenden Beschwerden.

In Bezug auf die Häufigkeit kann es zu vermehrten Blutungen (Polymenorrhoen), Zwischenblutungen (Metrorrhagien), seltenen Blutungen (Oligomenorrhoen) oder auch zum Ausbleiben der Blutung (Amenorrhoe) kommen.

Daneben können Regelblutungen zu schwach (Hypomenorrhoe) oder zu stark (Hypermenorrhoe, über 200 ml Blut) ausgeprägt sein sowie zu einer Dauerhaftigkeit über einen längeren Zeitraum (Menorrhagie) führen. Nicht selten kommt es dabei auch zu unterschiedlich starken Schmerzen (Dysmenorrhoen).

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Ursachen

Die Ursachen für eine Menstruationsstörung sind vielfältig und können sowohl somatisch als psychosomatisch sein.

Hierzu zählen hormonelle Schwankungen, die z.B. durch Übergewicht oder Untergewicht, Schwangerschaft, orale Kontrazeptiva (Pille), eine Spirale oder einen Vaginalring, Rauchen, vermehrten Alkoholgenuss sowie Erkrankungen der Schilddrüse ausgelöst werden können.

Verwandte Themen sind: Schilddrüsenerkrankungen

Auch andere Organerkrankungen beeinflussen den weiblichen Zyklus. Verschiedene Wucherungen (z.B. EndometrioseKarzinomeMyome) im Bereich der Geschlechtsorgane verändern den regelhaften Abstoßungsprozess der Gebärmutterschleimhaut.

Weitere Möglichkeiten sind chronische Entzündungen, Verletzungen, Operationen in der Genitalregion, Stauungen (z.B. durch eine Niereninsuffizienz) oder auch Herzleiden.

Psychischer und physischer Stress, Trauer, Wut, Aggression und ein hohes Konfliktpotential wirken sich auf den gesamten Organismus aus und können, neben vielen anderen Symptomen, auch den Menstruationszyklus beeinflussen.

Symptome

Bedingt durch die unterschiedlichen Ursachen weisen Menstruations-Störungen ein sehr vielschichtiges klinisches Bild auf.

Die sekundäre Amenorrhoe beschreibt einen Regelverhalt für mindestens drei Monate (der Verdacht einer Schwangerschaft liegt nahe, bestätigt sich jedoch nicht).

Liegt der Gesamtblutverlust einer Menstruation unterhalb 25 Milliliter oder ist der Zyklus verkürzt, spricht man von einer Hypomenorrhoe (zeigt sich vermehrt bei Übergewicht oder kurz vor der Menopause).

Bei der Polymenorrhoe ist der Abstand zwischen zwei Regelblutungen verkürzt, im Gegensatz dazu ist dieser bei der Oligomenorrhoe verlängert und kann zu einer Verschiebung um bis zu 40 Tagen führen (eine sich häufig zeigende Störung).

Kommt es zwischen zwei Blutungszyklen zu einer Zwischenblutung, liegt eine Metrorrhagie vor. Diese kann über mehrere Tage andauern, wobei der Gesamtblutverlust im Vergleich mit einem regulären Zyklus aber nur unwesentlich verändert ist.

Eine Blutungsmenge von über 200 Milliliter wird als Hypermenorrhoe bezeichnet. Kommt es dabei zu einer längeren Regel als gewohnt (mehr als sechs Tage), liegt eine Menorrhagie vor.

Unspezifische Anzeichen von Menstruationsstörungen sind krampfartige Unterbauchbeschwerden, ein vermehrter Abgang von Blutkoageln, Unwohlsein, ÜbelkeitKopfschmerzen sowie ein allgemeines Krankheitsgefühl, welches so stark ausgeprägt sein kann, dass die betroffene Person für den Zeitraum der Störung nicht mehr am aktiven Leben teilnehmen kann.

Diagnose

Neben der Anamnese erfolgt die gynäkologische Untersuchung mit Inspektion und Palpation der Vaginalinnenwände. Zum Ausschluss einer Organerkrankung können bildgebende Verfahren (Röntgen, CT, Sonographie) genutzt werden.

Die Blutwerte geben Aufschluss über Hormonstörungen oder Veränderungen der Zellen (z.B. Entzündungsparameter, Tumormarker). Auch können aus den untersuchten Organen und Bereichen Gewebeproben oder Abstriche zur histologischen Auswertung entnommen werden.

Therapie

Die Therapie richtet sich nach der vorliegenden Ursache.

Hormonstörungen lassen sich meist medikamentös rasch behandeln. Bei Organerkrankungen sind die Maßnahmen individuell zu wählen.

Myome können durch Ausschabung oder durch einen laparoskopischen Eingriff entfernt werden.

Ebenso eine Vielzahl von anderen Gewebewucherungen (mit Ausnahme des malignen Tumors, hier erfolgt ein aufwendiger operativer Eingriff). Unter Umständen muss die Kontrazeption umgestellt werden (z.B. bei Unverträglichkeit der Pille, Abstoßungsreaktion bei liegender Spirale).

Die Psyche beeinflussende Komponenten lassen sich zum Teil durch Entspannungsübungen oder auch Gesprächstherapien behandeln.

Menstruationsstörungen in Zusammenhang mit massiven Gewichtszunahmen oder Gewichtsabnahmen geben sich in den meisten Fällen von selbst und bedürfen keiner speziellen Therapie.

Häufig werden bei unspezifischen Symptomen nur Schmerzmittel und Antimimetika (Mittel gegen Übelkeit) gegeben. Daneben kann eine gesunde und sportlich aktive Lebensweise den Zyklus wieder in geordnete Bahnen lenken.

Interessante Themen: Beckenbodenschwäche – Menopause

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Beitragsbild: pixabay.com – LjNovaScotia

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 19.6.2019 aktualisiert.