Schätzungen zufolge leiden in Deutschland mehr als 70 Prozent der Bevölkerung unter verschiedenen Formen (über 220 verschiedene Arten) von Kopfschmerzen (Cephalgien). 40 % aller Deutschen leiden an mehreren Tagen im Monat an den Beschwerden.

In drei Prozent der Fälle besteht das Leiden dauerhaft, die Kopfschmerzen sind jeden Tag vorhanden. Cephalgien treten akut oder chronisch auf und entstehen isoliert (primäre Kopfschmerzen) oder im Rahmen von Erkrankungen des Organismus (sekundäre Kopfschmerzen).

Bei den primären Kopfschmerzen, die wesentlich häufiger in Erscheinung treten, sprechen Mediziner mittlerweile von einer eigenständigen Erkrankung.

Im Vergleich dazu gilt der Schmerz bei der sekundären Form als Symptom, das auf einer Grunderkrankung, Infektionen oder Verletzungen beruht.

Isolierte Cephalgien können spontan auftreten, kurz und von geringer Intensität sein und genau so rasch wieder gehen.

Starke Kopfschmerzen führen häufig zu Übelkeit, Erbrechen und allgemeinem Krankheitsgefühl. Die Intensität kann derart zunehmen, dass die Augen tränen und Betroffene zu keinen Handlungen mehr in der Lage sind(= lähmender Charakter). Hierbei kommt es z.B. auch zu akuten Fieberschüben (siehe auch Fieber) oder einer der Meningitis ähnlichen Nackensteife.

Kopfschmerzen – jeder kennt sie und bei jedem kann es anders sein…

Der Schmerz selbst kann stechend, pochend, drückend sein, über eine Gehirnhälfte ziehen oder den gesamten Schädel betreffen. Zum Teil zieht er zum Auge oder über das Gesicht. Zu den primären Cephalgien zählt die Migräne.

Diese 10 Prozent aller Menschen betreffenden Kopfschmerzen entstehen anfallsartig und führen zu einem meist einseitig auftretenden Schmerz von pulsierender oder stechender Qualität. Die Intensität der Schmerzen auf der Schmerz-Skala von 1 bis 10 geben die Patienten meistens mit Werten von 5 bis 8 an. Zu Beginn des Anfalls können Sehstörungen und andere Sinnesverzerrungen („Aura“) sowie Lähmungserscheinungen vorkommen. Mit stärker werdenden Migräne-Schmerzen entstehen auch Übelkeit und Erbrechen, dabei kann ein Anfall bis zu 72 Stunden andauern und den Betroffenen vollständig in seinen Aktivitäten lähmen. Auslösende Faktoren sind Stress, Überanstrengung oder unverträgliche Lebensmittel. Jeder Patient kann seine persönlichen Trigger konkret ansprechen.

Als Vorzeichen für Migräne gilt der Thunderclap Headache („Donnerschlagkopfschmerz“). Die heftigen, wie ein Vernichtungsschmerz wahrgenommenen Schmerzen sind meistens die stärksten Schmerzen, die der Betroffene jemals verspürt hat. Schon eine Minute nach Einsetzen der Beschwerden sind die Schmerzen auf dem Höhepunkt und können mindestens eine Stunde, aber auch einige Tage anhalten. Dem Patienten wird schlecht, er muss sich erbrechen und klagt über starke Lichtüberempfindlichkeit. Trotz der erheblichen Belastung ist der primäre Thunderclap Headache nicht bedrohlich, weil keine organische Kausalität zugrunde liegt.

Oft sind Kopfschmerzen nicht gefährlich, aber manchmal sollte man sofort zum Arzt

Der sekundäre Donnerschlagkopfschmerz kann allerdings auf einen Schlaganfall hindeuten. Dann ist die Ursache umgehend ärztlich abzuklären, am besten unter Einbeziehung des Rettungsdienstes. Denn der Patient kann selber nicht wissen, ob eine Hirnblutung oder nur eine Entzündung der oberen Atemwege zugrunde liegt, die ebenfalls die Beschwerden auslösen kann. Lebensbedrohlich sind weitere Auslöser der sekundären Donnerschlagkopfschmerzen wie die Hirnhautentzündung und die Hirnvenen-Thrombose.

Frauen sind doppelt so häufig von Kopfschmerzen (bis zu 14 Prozent) betroffen wie Männer (bis zu acht Prozent), ein Erkrankungsgipfel liegt zwischen dem 30. und 45. Lebensjahr. Ein häufiger primärer Kopfschmerz ist auch der Spannungskopfschmerz.  Auf der Schmerz-Skala bewerten die Patienten die Beschwerden mit 4 bis 5. 90 Prozent aller Menschen leiden daran mindestens einmal im Leben. Diese Kopfschmerzen chronifizieren nur selten und äußern sich in einem vom Nacken ausgehenden Schmerz, der sich zum Teil über den gesamten Kopf ausbreitet und meist nach ca. einem Tag wieder verschwindet. Auslöser sind psychische Belastungen, zu wenig Schlaf und Stress.

Zu den primären Kopfschmerzen zählt auch die Hemicrania continua, die strikt halbseitig begrenzt auftritt und die Patienten täglich quält. Der ziemlich seltene Cluster-Kopfschmerz ist ebenfalls halbseitig lokalisiert. Die Beschwerden beginnen mit einer Schmerz-Attacke hinter dem Auge, ziehen über den Kopf und halten zwischen wenigen Minuten bis mehreren Stunden an, um nach einer kurzen Periode ohne Schmerz erneut aufzutreten. Begleitet ist der Cluster-Kopfschmerz von geröteten und tränenden Augen, wobei das Augenlid auf der schmerzenden Seite herunterhängen kann. Auch eine tropfende Nase gehört zu den Symptomen. Als Auslöser bekannt sind einzelne Nahrungsmittel, helles Licht und Flackerlicht und wechselnde Temperaturen sowie Alkohol. Dieser Kopfschmerz-Typ ist der schlimmste von allen, weil die Schmerzen die Werte 9 bis 10 auf der Schmerz-Skala erreichen.

Ein anderer primärer Kopfschmerz-Typ ist der Eispickelkopfschmerz. Oft erleben die Patienten ganze Serien solcher Attacken, die nur ein paar Sekunden andauern. Viele Menschen, die an dieser Kopfschmerz-Form leiden, haben gleichzeitig Migräne, Cluster- oder Spannungskopfschmerzen. Getriggert wird der Eispickelkopfschmerz durch Kälte (Getränke, Eis).

Zur primären Form gehört auch der Belastungskopfschmerz, der auch als Anstrengungskopfschmerz und Gewichtheberkopfschmerz bezeichnet wird. Der pulsierende Schmerz hält nur wenige Minuten an und wird auf Stauungen im Gefäßsystem des Kopfes zurückgeführt. Ärzte vermuten schwache Venenwände als Ursache, die sich durch eine längere Anstrengung zu stark erweitern. Diese Überbeanspruchung kann auch die Arterien betreffen. Wärme gilt als fördernder Faktor.

Kurzzeitige Anstrengungen lösen den primären Hustenkopfschmerz aus. Hinter dem sekundären Hustenkopfschmerz verbergen sich oft Erkrankungen wie Schädeldeformationen, Hirn-Tumore, Hirnhautblutungen oder ein Aneurysma (Aussackung eines hirnversorgenden Gefäßes).

Durch Druck oder Zug von außen (z.B. zu enger Helm, Zopf oder Haarspangen) entsteht ein Kopfschmerz, der nach Beseitigung der verursachenden Quelle rasch nachlässt.

Wiederholte und häufiger werdende Kopfschmerzen sollten vom Arzt untersucht werden, insbesondere dann, wenn Begleit-Symptome hinzutreten. Dazu gehören Sprach-Probleme, motorische Einschränkungen und gestörte Sinneswahrnehmungen.

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Auslöser von Kopfschmerzen

Sekundäre Kopfschmerzen treten wesentlich seltener in Erscheinung, weisen jedoch eine Vielzahl an unterschiedlichen Auslösern auf.

Hierzu zählen:

  • Medikamente (z.B. bei Schmerzmittelabusus, Nitrospray), „Medikamentenübergebrauchs-Kopfschmerz“
  • Infektionen (Erkältungen, Stirnhöhlenvereiterung)
  • Vergiftungen (Gase, Dämpfe, Intoxikationen mit Alkohol)
  • der Sonnenstich oder Hitzschlag
  • Grelles Licht, Flackerlicht
  • Dehydration (Flüssigkeitsmangel)
  • Verletzungen
  • Körperliche Dauerbelastung und kurzzeitige Höchstbelastung
  • Schlaganfall
  • Wirbelsäulenleiden (durch Schonhaltung kommt es zu Verspannungen)
  •  Sehstörungen (eine Überanstrengung der Augen, z.B. durch regelmäßige Arbeiten am Computer, fördert den Kopfschmerz, auch bei Glaukom oder Fehlsichtigkeiten)
  • Stoffwechselstörungen (z.B. bei Diabetes mellitus), Kopfverletzungen (Erschütterung, Schädel-Hirn-Trauma, Schädel-Basis-Bruch),
  • Zahnprobleme
  • Enzephalitis oder Meningitis
  • Durchblutungsstörungen (Gefäßstenosen, Schlaganfall) und
  • Tumoren des Gehirns (z.B. Glioblastom, Astrozytom)
  • Extreme Temperaturen und extreme Temperatur-Wechsel
  • Unverträgliche Lebensmittel

Der monatliche Regelzyklus führt bei einigen Frauen, neben den bekannten Unterleibsbeschwerden (siehe auch Menstruationsstörungen) zu stichartigen Kopfschmerzen, die kurz vor Einsetzen der Blutung beginnen und mit der Regel langsam nachlassen.

Neben somatisch begründbaren Kopfschmerzen lassen sich auch psychogene bzw. psychosomatische sowie idiopathische (= ohne erkennbaren Auslöser) Cephalgien unterscheiden.

Zur differenzierten Diagnose ist eine ausführliche Anamnese sehr wichtig.

Vielfach reichen neurologische Untersuchungen und Tests aus, um eine gezielte Behandlung zu erstellen. Besonders sekundäre Kopfschmerzen erschweren die Beurteilung.

Hier erfolgen meist weiterführende Untersuchungen wie z.B. die MRT oder eine CT des Schädels (CCT). Mithilfe der Angiographie lassen sich die Gefäßverhältnisse darstellen, Röntgenbilder dienen der Ermittlung von veränderten Skelettanteilen (z.B. im Bereich der Wirbelsäule) oder Knochenläsionen.

Zum Ausschluss oder zur Sicherung einer Nervenentzündung wird eine Lumbalpunktion durchgeführt, um den Liquor auf Auffälligkeiten hin zu untersuchen.

In den Blutwerten sind unter anderem Entzündungsparameter, Tumormarker, Antikörper oder eine verringerte Anzahl an Blutplättchen (Anämie) hinweisgebend. Der hinzugezogene Augenarzt kann Unregelmäßigkeiten am Sehnerv oder im Bereich des Auges feststellen. (siehe auch: Augenkrankheiten)

Kopfschmerzen: Therapien und Hausmittel

Die Therapie der Kopfschmerzen richtet sich nach der Ursache. Viele Menschen greifen bei den Beschwerden zu Paracetamol, Ibuprofen, Diclofenac und Aspirin. Triptane sind nicht nur schmerzlindernd, sondern auch gefäßverengend. Speziell gegen Cluster-Kopfschmerzen verordnen Ärzte Verapamil, das die Sauerstoffversorgung verbessert. Auch die Sauerstoffzufuhr über eine Atemmaske kann helfen.

Die Einnahme von Schmerzmitteln sollte aber nicht zu oft und nicht regelmäßig erfolgen. Generell können eine ruhige Umgebung, ein dunkler Raum und Bettruhe den Schmerz lindern.

Auch kühlende Umschläge im Nacken, an den Schläfen oder auf der Stirn sind hilfreich. Schmerzmittel sind nur für den kurzfristigen Einsatz gedacht und sollten nicht länger als drei Tage hintereinander eingenommen werden.

Durch Entspannungsübungen oder spezielles Körpertraining (z.B. Stärkung der Nacken- und Rückenmuskulatur) können Verspannungen gelöst werden, daneben ist eine stressbewältigende Psychotherapie erfolgversprechend (z.B. bei wiederkehrenden, psychosomatisch bedingten Kopfschmerzen). Gelegentlich empfohlen wird daneben die Anwendung der Aromatherapie mit den ätherischen Ölen von Lavendel, Pfefferminze und Zitrone. Die manuelle Therapie ist geeignet, um Verspannungen zu bessern. Blockaden können mit chiropraktischen Behandlungen gelöst werden.

Ein Migräneanfall wird in der Schulmedizin kombiniert medikamentös behandelt (gegen den Schmerz und die Übelkeit).

Halbseitige Kopfschmerzen werden zum Teil durch Projektion (erlernbare Übungen) auf andere Körperteile vom Kopfbereich entfernt oder durch einen anderen Schmerz überlagert und somit neutralisiert.

Auch eine Punktmassage oder Akupunktur sowie die Fußreflexzonen-Massage werden werden unterstützend eingesetzt. Ebenfalls hilfreich sein kann die Anwendung traditioneller Heilpflanzen. Die infrage kommenden Heilkräuter sind Veilchenwurzelstock, Baldrian, Guarana, Mutter- und Majorankraut. Schöllkraut ist ebenfalls empfehlenswert, es sollte aber nicht selbst gesammelt werden. Manche Menschen versuchen, Kopfschmerzen mit den Mitteln der Homöopathie, Spagyrik, Bachblüten oder mit Schüssler-Salzen zu begegnen.

Urtinkturen (Frischpflanzentropfen) können auch in Erwägung gezogen werden, und zwar von Pestwurz, Weiden, Rosmarin, Lavendel und Erdrauch.

Zur Entlastung der Augen dienen z.B. Brillen oder Kontaktlinsen. Gedacht werden muss auch an Störfelder als Trigger für Kopfschmerzen, wozu Amalgam-Füllungen oder tote Zähne gehören. Hier sind Sanierungen anzudenken. Sport in jeder Form kann zur Vorbeugung der Schmerzanfälle beitragen, ebenso wie eine gesündere Ernährung mit vielen Vitalstoffen.

Die orthomolekulare Medizin verweist auf den Zusammenhang zwischen Spannungskopfschmerzen und Vitamin-D- und Calcium-Mangel. Geraten wird von dieser Seite auch zu Magnesium, Vitamin B2, B6 und Coenzym Q sowie Omega-3-Fettsäuren. Die Versorgung mit den Vitalstoffen kann durch eine optimale Ernährung sichergestellt werden oder eventuell mit Nahrungsergänzungsmitteln.

Bei schweren Erkrankungen werden unter Umständen manchmal sogar stationäre Aufenthalte in Kliniken angeboten und unter Umständen eine operative Behandlung empfohlen.

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