Das Symptom Müdigkeit kann viele verschiedene Ursachen haben. In diesem Beitrag gehe ich vor allem auch Erkrankungen ein, die mit vermehrter Müdigkeit einher gehen, als auch Medikamente, die dieses Symptom als “Nebenwirkung” haben. Wenn die Schulmedizin allerdings “nicht findet” und Patienten dennoch unter Müdigkeit leiden, dann sind andere Ursachen verantwortlich zu denen ich ausführlich in folgendem Beitrag berichte: Müdigkeit und Erschöpfung – Gründe und wie Sie diese vermeiden (yamedo.de)

Beginnen wir zuerst mit dem Problem “chronischer Schlafmangel”.

Das Problem Schlafmangel

Nahezu ein Drittel des gesamten Lebens verbringt der Mensch mit Schlaf. Verkürzungen des Schlafzyklus oder Störungen während des Prozesses können dazu führen, dass man sich nach der Phase nicht erholt fühlt, die Müdigkeit bestehen bleibt. Diese kann, je nach Ursache, plötzlich auftreten oder sich aber als Dauerzustand präsentieren und so das Leben deutlich beeinflussen.

Müdigkeit führt bei Betroffenen zu einer eingeschränkten (reduzierten) Leistung ihrer physischen und psychischen Fähigkeiten. Dies zeigt sich vor allem in einer körperlichen Ermattung, dem erhöhten Bedürfnis nach Schlaf, Motivationsmangel, fahrigen oder unkonzentrierten Handlungen, abnehmender Muskelkraft sowie einer verminderten Gehirnaktivität (Denkprozesse fallen deutlich schwerer).

Während Erwachsene diesen Zustand meist zu unterdrücken versuchen, kann eine zunehmende Müdigkeit bei Kleinkindern gut beobachtet werden. Diese sind nur selten in der Lage, dem sich ankündigenden Schlaf entgegenzuwirken und reagieren unter anderem mit dem plötzlichen Einschlafen während ausgeübter Tätigkeiten (selbst während des Essens) oder mit dem vermehrten Stolpern und Hinfallen (durch die reduzierte Kontrolle über den Körper).

Generell leiden vermehrt Frauen unter Müdigkeit. Daneben lässt sich noch ein Zusammenhang zwischen dem jeweiligen Lebensstandard (dem Stand in der Gesellschaft) und der persönlichen Situation nachweisen.

Ursachen für Müdigkeit

Die „normale“ (nicht krankhaft bedingte) Müdigkeit zeigt sich regelmäßig im Tagesablauf. Hierbei kommt es durch die ausgeübten Tätigkeiten (z.B. Schule, Beruf, Sport) oder auch Nahrungsaufnahme zu einer physiologischen Ermattung des Körpers. Der Prozess des Wach-Schlaf-Rhythmus führt über das Signal Müdigkeit dazu, dass sich die betreffenden Personen in regelmäßigen Abständen hinlegen und durch Schlaf dem Körper Erholung gönnen. Dabei werden sämtliche Stoffwechselaktivitäten des Körpers und laufende Prozesse in ihrer Leistung gedrosselt, der Energieverbrauch minimiert. Kommt es dabei zu keinen Störungen, wacht man anschließend erholt und fit wieder auf. Dieser Prozess zeigt sich auch bei einer erhöhten Belastung der Gehirnaktivitäten oder der Seele. Hierzu zählen z.B. andauernde Denkprozesse, Tätigkeiten mit erhöhter Aufmerksamkeit sowie negative Einflüsse auf die Seele wie Kummer, Schmerz, Depression und Trauer.

Eine weitere, nicht pathologische Ursache für Müdigkeit ist Schlafmangel (zeigt sich z.B. bei langen Feierlichkeiten oder beruflichen Tätigkeiten über die geregelte Arbeitszeit hinaus).

Das chronische Müdigkeitssyndrom (Chronic Fatigue Syndrome – CFS) ist ein sich über einen längeren Zeitraum (länger als sechs Monate) zeigender Erschöpfungszustand des Organismus, der eine dem Burn out vergleichbare Symptomatik verursacht. Die genauen Ursachen sind noch nicht erforscht. Die Erkrankungsfälle sind in den letzten Jahren zunehmend, allein in Deutschland vermutet man (noch ungesicherte Erkenntnisse) nahezu eine halbe Million Betroffene.

Das Burnout-Syndrom wird nach neuerer Ansicht durch 4 Faktoren typisiert. Dies sind körperliche Schwäche mit Depressionen bei gleichzeitig auftretenden Krisen im Berufs- und Privat-Leben. Aber auch diese Definitionen greifen meiner Erfahrung nach zu kurz. Ausführlich dazu in meinem Beitrag: Müdigkeit und Erschöpfung – Gründe und wie Sie diese vermeiden (yamedo.de)

Erkrankungen die Müdigkeit als Symptom haben

Es gibt viele verschiedene Erkrankungen, die mit vermehrter Müdigkeit als Symptom einhergehen können. Ich kann hier nicht alle Errkanungen aufzählen, aber immerhin die wichtigsten 95%.

Schlafstörungen: Schlafapnoe, Insomnie, Restless-Legs-Syndrom und andere Schlafstörungen können zu unzureichendem oder gestörtem Schlaf führen, was zu vermehrter Müdigkeit während des Tages führt.

Anämie: Anämie ist ein Zustand, bei dem der Körper nicht genug rote Blutkörperchen hat, um ausreichend Sauerstoff zu transportieren. Dies kann zu Müdigkeit und Schwäche führen. Häufigster Grund: Eisenmangel.

Chronisches Müdigkeitssyndrom (CFS): CFS  hatte ich bereist oben kurz erwähnt. Das ist eine komplexe Erkrankung, die durch anhaltende, extreme Müdigkeit gekennzeichnet ist, die nicht durch Ruhe oder Schlaf verbessert wird.

Depression: Depression ist eine psychische Erkrankung, die oft mit starker Erschöpfung und Müdigkeit einhergeht.

Diabetes: Unkontrollierter Diabetes kann zu Müdigkeit und Erschöpfung führen, insbesondere wenn der Blutzuckerspiegel nicht gut eingestellt ist.

Schilddrüsenerkrankungen: Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse kann Müdigkeit verursachen. Hypothyreose (Unterfunktion) und Hyperthyreose (Überfunktion) sind Beispiele für Schilddrüsenerkrankungen.

Krebserkrankungen: Krebs kann den Körper stark belasten und zu Müdigkeit führen, sowohl aufgrund der Erkrankung selbst, als auch aufgrund der Behandlungen mit einer Chemotherapie; dabei wäre die Chemo eine klassische Nebenwirkung durch die Medikamente auf die ich weiter unten noch eingehe.

Fibromyalgie: Diese chronische Schmerzerkrankung geht oft mit Müdigkeit und Erschöpfung einher.

Multiple Sklerose (MS): MS kann eine Vielzahl von Symptomen verursachen, darunter Müdigkeit, die oft als “MS-Fatigue” bezeichnet wird.

Herzerkrankungen: Herzinsuffizienz und andere Herzerkrankungen können die Durchblutung und Sauerstoffversorgung des Körpers beeinträchtigen, was zu Müdigkeit führen kann.

Nierenprobleme: Nierenkrankheiten können zu einem Anstieg von Abfallstoffen im Blut führen, was Müdigkeit verursachen kann.

In der Praxis schaut man nach diesen Erkrankungen und wird diese ausschließen müssen, vor allem wenn sich durch einfache Maßnahmen die Müdigkeit nicht bessert.

Müdigkeit durch Medikamente als “Nebenwirkung”

Es gibt viele Medikamente mit verschiedenen Wirkstoffen, die Müdigkeit als mögliche Nebenwirkung haben können. Hier sind einige Beispiele von Wirkstoffen und bekannten Handelsnamen der Präparate, bei denen Müdigkeit häufiger auftreten kann:

Antihistaminika

Wirkstoffe: Diphenhydramin (z.B. Benadryl), Loratadin (z.B. Claritin), Cetirizin (z.B. Zyrtec)
Diese werden oft zur Behandlung von Allergien und Erkältungssymptomen eingesetzt, können aber Müdigkeit als Nebenwirkung verursachen.

Beruhigungsmittel und Schlafmittel

Wirkstoffe: Diazepam (z.B. Valium), Alprazolam (z.B. Xanax), Zolpidem (z.B. Ambien)
Diese Medikamente werden zur Behandlung von Angstzuständen, Schlafstörungen oder zur Muskelentspannung verwendet und können Müdigkeit hervorrufen.

Antidepressiva

Wirkstoffe: Amitriptylin (z.B. Elavil), Sertralin (z.B. Zoloft), Fluoxetin (z.B. Prozac)
Einige Antidepressiva, insbesondere trizyklische Antidepressiva, können als Nebenwirkung Müdigkeit und Schläfrigkeit verursachen.

Antipsychotika

Wirkstoffe: Risperidon (z.B. Risperdal), Quetiapin (z.B. Seroquel), Olanzapin (z.B. Zyprexa)
Antipsychotika werden zur Behandlung von psychotischen Erkrankungen eingesetzt und können Müdigkeit als Nebenwirkung haben.

Blutdrucksenkende Medikamente

Wirkstoffe: Metoprolol (z.B. Lopressor), Amlodipin (z.B. Norvasc), Lisinopril (z.B. Zestril)
Einige blutdrucksenkende Medikamente können Schläfrigkeit oder Müdigkeit verursachen. Hauptproblem ist hier vor allem eine zu hohe Dosis dieser Mittel, die den Blutdruck derart weit senkt, dass der verbleibende “Druck” nicht mehr viel zulässt. Dies ist bei älteren Patienten eines der häufigsten Probleme! Zum Bluthochdruck-Problem, bzw. zu den Blutdruckwerten habe ich hier mehr geschrieben: Blutdruckwerte im Wandel der Zeit (yamedo.de)

Schmerzmittel

Wirkstoffe: Codein (z.B. Tylenol mit Codein), Tramadol (z.B. Ultram), Morphin (z.B. MS Contin)
Opioide Schmerzmittel können Schläfrigkeit als Nebenwirkung haben.

Gut zu wissen: Nicht jeder Patient, der diese Medikamente einnimmt, muss zwangsläufig Müdigkeit als Nebenwirkung verspüren. Die Wirkung kann von Person zu Person unterschiedlich sein. Wenn Sie Bedenken bezüglich der Nebenwirkungen eines bestimmten Medikaments haben oder Müdigkeit als Nebenwirkung bemerken, sollten Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker wenden, um Rat und mögliche Alternativen zu erhalten. Meiner Erfahrung nach diese versierte Apotheker oftmals die besseren Ansprechpartner. Manche Apotheker beraten sehr gerne, andere nicht. Bei den Ärzten sieht es ähnlich aus.

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Schulmedizinische Diagnose

Die richtige Diagnose gestaltet sich nicht immer einfach und erfordert die Anwendung verschiedener Untersuchungs- und Testverfahren. Dazu kommt es natürlich darauf an, welche Erkrankung (siehe oben) vermutet wird.

Das Wichtigste ist aus meiner Sicht eine vernünftige Anamnese (Krankengeschichte) des Patienten. Hier bekommt man meist schon mit 80%iger Wahrscheinlichkeit den entsprechenden Hinweis, was das Problem sein könnte.

Danach kommt eine Inspektion und eine Laborauswertung und danach eventuell noch einige verschiedene bildgebende Verfahren (Röntgen, Ultraschall, usw.).

Therapie

Bezüglich der Therapie verweise ich auf meinen ausführlichen Beitrag: Müdigkeit und Erschöpfung – Gründe und wie Sie diese vermeiden (yamedo.de). In dem Beitrag beschreibe ich die wirklichen Ursachen und wie man diese am besten angeht.

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Beitragsbild: 123rf.com – Katarzyna Bialasiewicz

Dieser Beitrag wurde erstmalig im August 2008 erstellt und letztmalig am 30.1.2024 aktualisiert.