Die Frage für Naturheilkundler ist nicht: Ist Neurodermitis heilbar oder nicht…

Eine entscheidende Frage in der Naturheilkunde und Alternativmedizin ist, ob die Umwelt verantwortlich ist für die geradezu dramatische Zunahme der Fallzahlen von Allergien, Asthma und Neurodermitis. Die Erkrankungen beruhen mehr oder weniger auf einer Fehlregulation des Immunsystems.

Das wiederum kann an sehr verschiedenen Ursachen liegen. Ein beleibter Schnellschuss ist die Meinung, das sei überwiegend genetisch begründet, vor allem dann, wenn die  genauen Zusammenhänge einer Krankheitsgeschichte noch nicht klar sind.

Einige Wissenschaftler halten Neurodermitis für eine Autoimmunerkrankung, ohne dies genau begründen zu können. Andere sind davon überzeugt, die Haut produziere bestimmte Proteine im Überfluss oder es bestehe ein Zusammenhang mit Allergien und anderen Unverträglichkeiten.

Auf jeden Fall herrscht Einigkeit darüber, dass die Schübe oder regelrechten Anfälle von Juck-Attacken von bestimmten, teils individuell verschiedenen Triggern ausgelöst werden können. Dazu gehören Stress ebenso wie Umwelt-Toxine.

Eben –  die „Umwelt” , aber das ist ein höchst dehnbarer Begriff. Wo fängt die Umwelt an und wo ist die Grenze zu unserem Körper? Das Darmlumen mögen wir als „Innen“ bezeichnen, in Wirklichkeit ist der Raum aber vom Körper kontrolliertes Außen-Milieu.

Damit wird die Ernährung  zum Umwelt-Faktor, der in Zeiten von Industrie-Food und zunehmender Schadstoffbelastungen zur Gretchenfrage der Gesundheit wird. Wenn wir also davon ausgehen, dass das Immunsystem bei Neurodermitis die Hauptrolle spielt, müssen wir uns das anschauen, was im Darm los ist.

Denn dort befindet sich ein großer Teil des Immunsystems. Mit einer Oberfläche von 400 m² ist er sogar unser größtes Immunorgan überhaupt. Und wenn Ihr Arzt davon noch nichts gehört hat, dann soll er sich mal die entsprechende Fachliteratur (von Unikliniken) besorgen.

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Darmflora und Immunsystem stehen in engem Zusammenhang

Der Darm ist von über hundert Billionen Bakterien besiedelt, die ihm bei der Umsetzung seiner „schwerwiegenden” Aufgaben unterstützen. Bei Personen mit Neurodermitis konnten nun bereits im Kindesalter Unterschiede zur Darmflora von Nicht-Neurodermitikern festgestellt werden.

Wichtig sind aber nicht nur die symbiontischen Helfer. Auch die Krankheitserreger, die ständig auf uns einprasseln, brauchen wir, damit sich unser Immunsystem gut entwickelt. Das ist wie ein Training, das uns langfristig vor wirklich gefährlichen Erregern schützt.

So hat die Bildung von Antikörpern der Immunglobulin E-Reihe (IgE), die hauptsächlich für eine Allergie verantwortlich sind, ursprünglich den Sinn, Infektionen mit Parasiten zu bekämpfen.

Die IgE sind von Haus aus für Darmparasiten wie Würmer verantwortlich. Wurmerkrankungen lösen eine von Typ-II-Helferzellen dominierte Immunantwort mit Vermehrung der Eosinophilen, der Mastzellen und des Gesamt-IgE-Spiegels aus – eben wie auch für Allergien typisch.

Der schützende Effekt der Würmer ist offenbar polyklonalen IgE-Antikörpern, lgG-4-Antikörpern, antientzündlich wirkenden Zytokinen wie Interleukin und dem Transforming-Growth-Facor ß (TGF ß) zu verdanken.

In Japan, gelang es Ärzten, Neurodermitis mit einem Bandwurm sehr erfolgreich zu behandeln. Danach wurde dann natürlich eine “Wurmkur” verordnet, um den Schmarotzer wieder loszuwerden…. Na: wenn das nicht wahre Naturheilkunde ist!

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands stieg die Allergierate in den neuen Bundesländern auf “Westniveau” an. Woran das im Einzelnen liegt, kann natürlich nicht gesagt werden. Es zeigt aber, wie die Gesamtheit aller Lebensgewohnheiten unser Immunsystem beeinflusst.

Hält Dreck gesund?

Halten wir uns oft in tendenziell sterilen Lebensräumen auf, greift das Immunsystem andere Allergene an, weil „echte Gegner“ einfach nicht da sind. Die Körperabwehr reagiert über und richtet sich gegen Pollen, Tierhaare oder was auch sonst immer.

Daher gehen manche Therapeuten heute schon so weit, „Dreck” zu verordnen. So finden sich in Schmutz und Belägen am Wasserhahn Bakterien der Gattung Mycobacterium vaccae, die sich normalerweise von Faulschlamm ernähren. Die abgetöteten Erreger werden dann etwa Asthmatikern unter die Haut gespritzt – „Heilkraft aus dem Schlamm”.

Wenn man nicht ganz so weit gehen möchte, ist es doch zumindest ratsam, sein Kind nicht, wie in der Werbung empfohlen, ständig mit Desinfektionsmitteln zu traktieren, denn Hygiene bis zum Exzess kann krank machen – ganz zu schweigen vom allergischen Potential der verschiedenen Reinigungsmittel. Ein bisschen Dreck schlucken ist dagegen gesund.

Jedenfalls sind wir in Deutschland prädestiniert für Erkrankungen des allergischen Formenkreises – in „armen Ländern” kommen Allergien vergleichsweise selten vor. Wer unter schlechten sozialen Bedingungen lebt, hat auch ein höheres Risiko, krank zu werden, könnte man meinen.

Für die Neurodermitis gilt offenbar das Gegenteil. An der medizinischen Hochschule Hannover hat man über 4.000 Schulkinder untersucht. Ergebnis: In den „teuren” Wohngebieten leiden bis zu 25 % der Kinder unter den typisch juckenden Ekzemen, in den „ärmeren” Vierteln dagegen nur etwa 3 %.

Außerdem ist die Hauterkrankung unter den Kindern deutscher Eltern sechsmal häufiger als bei Kindern ausländischer Herkunft prävalent. Verantwortlich sei das Immunsystem, so der Studienleiter Dr. Kurt Buser.

Wenn ein Kind quasi in keimfreier Umgebung aufwachse, werden seine Abwehrzellen nicht trainiert und reagieren irgendwann auf die falschen Stoffe – und aus dem blitzsauberen Hänschen wächst unvermeidlich ein allergischer Hans heran.

Bleibt nichts anderes als Symptom-Linderung?

Es gibt aber auch Bakterien, die einen Neurodermitis-Schub auslösen können. Das heißt nicht, dass die Mikroben die grundlegende Krankheitsursache sind, sondern  den Verlauf  der Krankheit ungünstig beeinflussen.

Wegen des quälenden Juckens kratzen sich die Patienten und fügen sich so Hautverletzungen zu. Dann können zum Beispiel die gefürchteten Bakterien der Art Staphylococcus aureus eindringen.

Die Einzeller verursachen nicht nur Entzündungen, sondern aktivieren in sensorischen Nerven ein spezielles Protein (Protease  V8). Die Fasern schicken dann Signale ans Gehirn, das den subjektiven Eindruck „Jucken“ meldet.

Die Antibiose gegen Staphylococcus aureus ist daher ein relativ neuer Ansatz in der Behandlung. Bewährt hat sich dabei die Lotion Stapheffect mit Endolysinen. Die Wirkstoffe vernichten ausschließlich die Staphylokokken und schädigen die nützliche Hautflora nicht.

Vorapaxar ist ein Blutgerinnungshemmer, der „nebenbei“ auch die Protease V8 inaktiviert. Dieses Mittel könnte ebenfalls den starken Juckreiz bei Neurodermitis dämpfen, wenn nach den erfolgreichen Tierversuchen irgendwann Studien am Menschen erfolgreich sein werden.

Die Schulmedizin bietet daneben weitere Mittel, die zwar nicht die Ursache von Neurodermitis beseitigen, aber die Beschwerden lindern können. Dazu gehören Kortison-Präparate und Immunsuppressiva wie Cyclosporin, Pimecrolimus und Tacrolimus.

Zinksalben, Dexpanthenol und Harnstoff-Lotionen sind weitere Mittel zur äußerlichen Behandlung. Daneben versuchen Ärzte, den Patienten mit UV-Bestrahlung sowie den Vitaminen D und E zu helfen.

Die Naturheilkunde bietet ein breites Spektrum an Alternativen. Zur Neurodermitis-Therapie sollten Sie auch den Artikel “Stutenmilch” lesen, und wie diese die Neurodermitis lindern kann.

Befassen Sie sich bei Interesse auch mit dem Thema “Colostrum“. Überhaupt ist eine Ernährungsumstellung das A und O. Lassen Sie Industrie-Food weg und wenden Sie sich der Mittelmeer-Diät zu.

Das heißt: mehr Fisch als Fleisch und viel Gemüse und gesunde Pflanzenöle mit Omega-3-Fettsäuren. Nutzen Sie auch Heilpflanzen wie Nachtkerzenöl und die Präparate der Homöopathie und die Schüssler-Salze. Unterstützen Sie Ihr Immunsystem mit einer Darmsanierung und Probiotika.

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Beitragsbild: 123rf.com – kerdkanno

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 02.01.2024 bearbeitet.