Thymustherapie erklärt: Wie Organotherapie kranke Organe unterstützt

Organotherapie, auch als Thymustherapie bezeichnet, ist eine alternativmedizinische Therapie aus dem Bereich der Homöopathie zur Behandlung von erkrankten Organen, Drüsen und Geweben mithilfe von Drüsen- und/oder Gewebeextrakten, die verdünnt und nach homöopathischen Prinzipien potenziert werden.

Der Unterschied zur Homöopathie besteht darin, dass in der Homöopathie „Ähnliches mit Ähnlichem“ geheilt, in der Thymustherapie (Organotherapie) dagegen „Identisches mit Identischem“ therapiert wird. Deshalb werden hier Organe, Drüsen und Gewebe von gesunden Tieren, die für diesen Zweck gehalten und gezüchtet werden, verwendet. Die Applikation erfolgt in der niedrigsten Zehner-Potenzierung bei der Behandlung von Schäden und Störungen.

Die Organotherapie basiert auf zwei fundamentalen Prinzipien. Das erste Prinzip ist die Verwendung von identischen Organen. Das zweite Prinzip ist die Aktivierung durch Potenzierung.
Zur Erklärung zum ersten Prinzip: Bei der Behandlung eines erkrankten Organs wird der potenzierte Extrakt eines identischen gesunden Organs eines Tieres eingesetzt, um die Heilungsprozesse im erkrankten Organ des Menschen zu stimulieren.

Zum zweiten Prinzip der Aktivierung durch Potenzierung:

  • A 4-CH Potenz: Stimulierung von nicht voll funktionsfähigen Organen, Drüsen und Geweben und deren Aktivitäten.
  • A 7 CH Potenz: Balancierung von Organen, Drüsen und Gewebe.
  • A 9-CH Potenz: Verlangsamung von überaktiven Organen, Drüsen oder Gewebe.

Zum Beispiel: Im Falle einer Schilddrüsenüberfunktion kommt ein Schilddrüsenhormon-Extrakt in der Potenzierung 9-CH zum Einsatz, um die Überfunktion der Schilddrüse zu normalisieren.

Ein wichtiger Hinweis ist der Unterschied zur Frischzellentherapie. Die Präparate werden in der Organotherapie durch Ultrafiltration und Extraktion gewonnen. Bei der Frischzellentherapie dagegen werden Suspensionen von ungeborenen oder jungen Kälbern oder Lämmern verwendet und indiziert. Diese Praxis, die mit intakten Zellen von Tieren operiert, erhöht das Risiko für immunologische Reaktionen.

Bei der Organotherapie kommen keine ganzen Zellen zum Einsatz, sondern nur lösliche Zellbestandteile. Dies ist zwar keine Garantie für das Ausbleiben von immunologischen Reaktionen. Da aber keine Zellwände zum Einsatz kommen, die die Hauptträger von Antigenen sind, ist das Risiko ungleich geringer.

Leider werden in der deutschen Version von Wikipedia wieder einmal verschiedene Dinge in einen Topf geworfen. Hier werden Frischzellentherapie und Organotherapie als Synonym betrachtet.

Wirkmechanismen und Hypothesen der Thymustherapie

Die Organotherapie (Thymustherapie) basiert auf der Vorstellung, dass Organe auf die Gewebe und Gewebearten reagieren, die eine Affinität zu den gleichen Geweben im menschlichen Körper besitzen, gleichgültig um welche „Lebensform“ es sich handelt. Die Vorstellung geht weiter davon aus, dass jeder lebende Organismus in der Lage ist, seine eigene „Handschrift“ zu erkennen und dementsprechend zu reagieren.

Dies wird auch mit dem Terminus „Gewebe-Gedächtnis“ umschrieben. Dieses Gedächtnis ist die Basis für die Stimulation für die Produktion von exakt den gleichen Zellen des entsprechenden Gewebes, welches erkrankt ist.

Wir haben es hier also nicht mit einer Therapie zu tun, die kranke menschliche Zellen durch gesunde tierische Zellen zu ersetzen versucht. Vielmehr geht es hier um den Austausch von Informationen, die den Anreiz für die Neubildung gesunder Zellen im erkrankten Gewebe abliefern.

In gewisser Weise hat die Organotherapie (Thymustherapie) Parallelen zur Endokrinologie. Hier werden dem Patienten „von außen“ Substanzen verabreicht, die jene Substanzen ersetzen sollen, die aufgrund einer Störung von Organen oder Drüsen nicht mehr produziert werden können. Bei der Organotherapie, und hier liegt der Unterschied, wird keine Substitution vorgenommen, sondern versucht, die gestörte Funktion vom Gewebe oder von der Drüse wieder herzustellen.

Hierzu werden die homöopathischen Informationen auf Basis von „verdünnten“ Extrakten eingesetzt. Der Unterschied zur Homöopathie liegt, wie bereits oben erwähnt, in der Vorstellung, dass hier „Identisches mit Identischem“ behandelt wird.

Diese „identische“ Vorgehensweise in der Behandlung behandelt also ein gestörtes menschliches Organ oder Gewebe oder Drüse mit dem Extrakt eines identischen gesunden tierischen Organs oder Gewebe oder Drüse.

Darüber hinaus gibt es weitere Formen der Organotherapie (Thymustherapie), wie zum Beispiel fortgeschrittene Formen der Zelltherapie, bei der biologische RNA zum Einsatz kommt, mit deren Hilfe zerstörte Zellen im menschlichen Körper repariert oder ersetzt werden.

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Wissenschaft und die Frage nach der Sicherheit und Verträglichkeit

Professor Hanns Dyckerhoff ist eine bekannte Größe in diesem Forschungsbereich. Es existieren in PubMed eine Reihe seiner Veröffentlichungen zwischen den Jahren 1950-1960, leider alle ohne dazugehöriges Abstract.

Professor Dyckerhoff entwickelte mehr als 70 RNA Varianten aus Drüsen- und Organextrakten, die die Regeneration von geschädigten Zellen stimulieren. Es scheint Berichte zu geben, denen zufolge die damit behandelten Patienten von einer Verstärkung von Kraft und Vitalität berichten. In einigen Fällen erfolgte eine Normalisierung physiologischer Funktionen, besonders bei Erkrankungen, die mit dem Altersprozess einhergehen.

Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt von Professor Dyckerhoff war die Erforschung der Effektivität von RNA bei Patienten mit degenerativen Erkrankungen von einzelnen Organen oder Organsystemen. Er behandelte hier gezielt Patienten mit chronischen Erkrankungen.

Während die Schulmedizin und Wikipedia diese Form der Therapie als „nicht evidenzbasiert“ und „gefährlich“ einstuft und abtut, gibt es aus dem Bereich der Naturwissenschaften eine Reihe von Arbeiten, die hier zu vollkommen anderen Schlüssen kommen.

Nur am Rande und in diesem Zusammenhang: was Schulmedizin und Wikipedia unter „evidenzbasiert“ und „sichere und verträgliche Therapie“ verstehen, dass haben wir bereits bei den Medikamentenskandalen von ValproinsäureAvandiaVioxxLipobayKoate etc. sehen können. Es ist mir in diesem Zusammenhang auch nicht bekannt, dass Homöopathie und Organotherapie Todesopfer in diesem Ausmaß fabriziert haben, sodass ich die Etikettierung von „nicht evidenzbasiert“ und „gefährlich bis tödlich“ eher als ein adäquates Etikett für die Schulmedizin und ihre giftige Chemie erachte.

Wie die evidenzbasierte Beweisführung der Schulmedizin für diesen Sachverhalt aussieht, das verdeutlicht eine „Veröffentlichung“ in der „Deutschen Medizinischen Wochenschau“ aus dem Jahr 1987 ([2 cases of death following cell therapy]. – PubMed – NCBI), in der zwei Todesfälle aufgrund von Frischzellentherapie als Beleg für die Unwirksamkeit (fehlende randomisierte doppelblinde klinische Studien) und Gefährlichkeit dieser Therapie herhalten müssen.

Übrigens: Impfungen sind ebenfalls eine Art Organotherapie, bei der Antigene oder gleich ganze Keime per Injektion verabreicht werden, angereichert mit einer Reihe von toxischen Adjuvantien. Im Gegensatz zur Organotherapie soll hier nichts geheilt werden, sondern der Organismus soll glauben gemacht werden, dass eine Infektion abläuft, gegen die er beziehungsweise sein Immunsystem Antikörper zu bilden hat.

In der folgenden Diskussion wird auch klar, warum auch Impfungen als eine „Besonderheit“  der Organotherapie zu Autoimmunerkrankungen, Allergien und anaphylaktischen Fehlregulationen führen können, leider häufiger als man es in der Schulmedizin zugeben und haben möchte.

Weiter geht’s mit…:

Als Beispiel für die naturwissenschaftliche Einschätzung dieser speziellen RNA möchte ich diese Arbeit aus dem Jahr 2009 zitieren: Therapeutic applications of nucleic acids as ligands for Toll-like receptors. – PubMed – NCBI

In diesem Fall denken die Autoren darüber nach, wie endogene Nukleinsäuren über die Aktivierung von TL-Rezeptoren Autoimmunprozesse auslösen und welche Einflüsse über die Gabe von exogenen Nukleinsäuren auf die fehlerhafte Aktivierung dieser Rezeptoren ausgeübt werden. Sie beschreiben, dass die Stimulation dieser Rezeptoren mit exogenen Nukleinsäuren eine attraktive Strategie zur Behandlung und Prophylaxe von Infektionen, Allergien und Krebserkrankungen darstellt. Der Einsatz von stimulierenden oder hemmenden Nukleinsäuren bietet eine erweiterte Palette an Möglichkeiten zur Behandlung von verschiedenen Erkrankungsbildern.

Diese Arbeit aus dem Jahre 2008 untersucht den Einfluss von Nukleinsäuren auf TL-Rezeptoren an dendritischen Zellen: Nucleic acid sensing Toll-like receptors in dendritic cells. – PubMed – NCBI 

Auch diese Autoren sehen, dass Lipide, Proteine und Nukleinsäuren die TL-Rezeptoren von dendritischen Zellen durch verschiedene Erkennungsmuster aktivieren. Nukleinsäuren benutzen diesen Erkennungsmechanismus zur Aktivierung der Rezeptoren, was unter Umständen zu „Fehlinformationen“ = Induzierung von Autoimmunprozessen führen kann. Diese mögliche Gefahr beruht auf verschiedenen Situationen, in denen bestimmte Formen von Interferon mithilfe spezieller Nukleinsäuren produziert werden, die zur Pathogenese von Autoimmunerkrankungen beitragen. Die Aufklärung dieser Mechanismen hilft dabei, die „Entstehungsgeschichte“ und Ursachen von Autoimmunerkrankungen zu beschreiben und mithilfe entsprechender Maßnahmen zu behandeln.

Mein Fazit: Auch hier wäre es theoretisch möglich, mit exogenen Nukleinsäuren einen therapeutischen Effekt auszuüben.

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Tieren und tierische Produkte in der alternativen Medizin

Tierische Produkte als Arzneimittel, vor allem im asiatischen Raum von Bedeutung, klingt befremdlich und bar jeder Logik – zumindest auf den ersten Blick. Ethnologen aus Indien und Saudi-Arabien veröffentlichten im Jahr 2014 eine Arbeit, die die traditionelle Heilkunde in Indien und deren Einsatz von Tieren und Tiermedizin dokumentiert: Documentation and quantitative analysis of local ethnozoological knowledge among traditional healers of Theni district, Tamil Nadu, India. – PubMed – NCBI 

In dieser Arbeit wurden 69 Medizinprodukte auf tierischer Basis dokumentiert. Die Autoren erstellten eine Tabelle, aus der hervorgeht, welche Krankheit mit welchem Tierprodukt behandelt wird.

Hier einige Auszüge aus dem Repertoire:

  • Kindererkrankungen und Gelbsucht – Milch von Hauseseln
  • Orthopädische Beschwerden – Ei-Weiß und Hühnerfleisch
  • Unterbindung von Erbrechen und Brechreiz – Pferdehirsch, eine im Süden Asiens häufig anzutreffende Hirschart
  • Diabetes – Termiten
  • Erkrankungen des Mund-Rachenraums – Fleisch des Bengalenwarans
  • Fieber und Augenprobleme – Milch (nicht näher spezifiziert, daher sehr wahrscheinlich Kuhmilch)
  • Atemwegsprobleme – Fleisch vom Nilgiri-Langur, eine indische Langurenart
  • Bluterkrankungen, Durchfall, Atemwegserkrankungen und Harnwegserkrankungen – verschiedene Teile von der Hausziege
  • Neutrale Erkrankungen – Fleisch vom indischen Chamäleon
  • Dermatologische Erkrankungen – Käse und Kuhdung
  • Erkrankungen des Muskel- und Knochenapparats, sowie gegen Schmerzen – Fleisch vom Hausesel
  • Hämorrhoiden – Fleisch der indischen Klappensschildkröte

Psychologische Störungen – Pheretima, eine Spezies von Erdwürmern in Südostasien

Die Autoren berichten, dass diese Tiere bis auf den heutigen Tag von lokalen heilen in Indien noch zum Einsatz kommen, um verschiedene Erkrankungen zu behandeln.

Mein Fazit: Der Einsatz von Tierprodukten bei verschiedenen Erkrankungen scheint eine Art „Vorläufer“ einer Organotherapie (Thymustherapie) zu sein, bei der aufgrund spezifischer Erfahrungen der Naturheiler Beobachtungen gemacht worden sind, dass spezifische Tierprodukte bei spezifischen gesundheitlichen Problemen helfen können. Vom Grundprinzip entspricht dies der Vorgehensweise der Organotherapie, nur mit dem Unterschied, dass die Organotherapie (Thymustherapie) gezielt identische Organe und Gewebe von Tieren bei entsprechenden Organ- oder Gewebeschäden bei Menschen einsetzt, aber, wohl gemerkt, als Extrakt und in homöopathischer Potenzierung.

Beim Einsatz von Tierprodukten in der indischen Naturheilkunde liegt der Verdacht nahe, dass die eingesetzten Tierprodukte genau diese „Informationen“ in Form von Nukleinsäuren, Aminosäuresequenzen etc. bereitstellen und somit einen therapeutischen Effekt bewerkstelligen. Auch die Kategorisierung, welches Tierprodukt bei welcher Erkrankung einzusetzen ist, spricht für diese Annahme.

Fazit

Organotherapie, bzw. Thymustherapie und naturheilkundliche Verfahren mit Tierprodukten scheinen sich Faktoren zu bedienen, die die Selbstheilungskräfte des menschlichen Organismus aktivieren. Der Unterschied zwischen Organotherapie und den naturheilkundlichen Verfahren ist, dass die Organotherapie noch gezielter diese Faktoren isoliert und zum Einsatz bringt.

Die schulmedizinische Variante der Organotherapie ist die Impfung, bei der neben den natürlichen Komponenten (aktive oder abgetötete Keime, Zellwandfragmente mit Antigenen etc.) noch eine lange Liste an Chemikalien mit verabreicht wird, die zumeist mit dem gewünschten therapeutischen Effekt nichts zu tun hat.

Ausnahme sind hier die sogenannten „Verstärkersubstanzen“, wie Aluminium oder Squalen, die mit dafür verantwortlich gemacht werden, dass es zu Autoimmunreaktionen kommt. Auch hier bliebe zu fragen, ob nicht Nukleinsäuren von Bakterien oder Viren, gegen die geimpft werden soll, hier eine mögliche Rolle spielen können.

Wir hatten bereits den Fall von Verunreinigungen von Impfseren mit DNA-Partikeln von Schweineviren: Rotaviren-Impfung – Empfehlung für Nebenwirkungen, eine evidenzbasierte schulmedizinische Schweinerei.

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Kleine Anmerkung: Die Sache mit den “5 Wundermitteln” ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen…