Blutbild Erythrozyten
Erythrozyten-Werte Verständlich Erklärt
Die roten Blutkörperchen, auch Erythrozyten genannt, transportieren den lebenswichtigen Sauerstoff innerhalb der
Blutgefäße, um ihn dann an die Zellen der Gewebe und Organe abzugeben. Das in großen Mengen in den Erythrozyten
vorhandene Hämoglobin ist für die Bindung des Sauerstoffs verantwortlich. Die roten Blutkörperchen reifen im
Knochenmark und gelangen dann in die Blutbahn. Die jungen Zellen (Retikulozyten) können im Blut von den
ausgereiften Erythrozyten unterschieden werden. So kann auch die Neubildung der roten Blutkörperchen anhand der
Retikulozytenwerte bestimmt werden.
Ist die Zahl der roten Blutkörperchen vermindert, so kommt es zu einer Sauerstoff-Unterversorgung der Organe.
Man spricht dann von einer Anämie oder auch Blutarmut. Anämien können aber auch durch zu geringe Eisen- oder
Hämoglobinwerte im Blut entstehen. Die Erythrozyten haben dann ein geringeres Volumen (mikrozytär) und sind
schwächer rot gefärbt (hypochrom). Auch durch starken Blutverlust, etwa nach Operationen, ist die Zahl der roten
Blutkörperchen vermindert. Werden die roten Blutkörperchen zu schnell abgebaut (Hämolyse) so erkennt man dies an
einem gesteigerten Wert des Abbauprodukts Bilirubin.
Bei der Sichelzellenanämie, einer Erbkrankheit, sind die Erythrozyten sichelartig verformt. Sie werden verstärkt
abgebaut. Gleiches gilt für die verformten Erythrozyten der Kugelzellenanämie. Bei Thalassämien hingegen wird das
Hämoglobin nicht in ausreichender Menge gebildet oder zu schnell abgebaut.
Ist die Zahl der Erythrozyten erhöht, so spricht man von einer Polyglobulie. Dies kann an der seltenen
Polycythaemia vera liegen, bei der sich die Blutzellen zu stark vermehren. Wahrscheinlicher ist eine Erhöhung der
Erythrozytenzahl durch Sauerstoffmangel, den der Körper durch eine vermehrte Produktion ausgleicht.
Dies kann durch Lungenkrankheiten, aber auch
durch Nierenkrankheiten und Herzkrankheiten hervorgerufen werden. Ebenso ist der
Erythrozytenwert bei einem längeren Aufenthalt im Hochgebirge erhöht, da die Luft dort sauerstoffärmer ist. Aber
auch eine Kohlenmonoxidvergiftung, vor allem bei starken Rauchern, kann als Ursache in Betracht gezogen werden.
|