Erythrozyten-Werte: Verständlich Erklärt

Die roten Blutkörperchen, auch Erythrozyten genannt, transportieren den lebenswichtigen Sauerstoff innerhalb der Blutgefäße, um ihn dann an die Zellen der Gewebe und Organe abzugeben. Das in großen Mengen in den Erythrozyten vorhandene Hämoglobin ist für die Bindung des Sauerstoffs verantwortlich.

von: René Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge

Die roten Blutkörperchen reifen im Knochenmark und gelangen dann in die Blutbahn. Die jungen Zellen (Retikulozyten) können im Blut von den ausgereiften Erythrozyten unterschieden werden. So kann auch die Neubildung der roten Blutkörperchen anhand der Retikulozytenwerte bestimmt werden.

Ist die Zahl der roten Blutkörperchen vermindert, so kommt es zu einer Sauerstoff-Unterversorgung der Organe. Man spricht dann von einer Anämie oder auch Blutarmut. Anämien können aber auch durch zu geringe Eisen- oder Hämoglobinwerte im Blut entstehen. Die Erythrozyten haben dann ein geringeres Volumen (mikrozytär) und sind schwächer rot gefärbt (hypochrom). Auch durch starken Blutverlust, etwa nach Operationen, ist die Zahl der roten Blutkörperchen vermindert. Werden die roten Blutkörperchen zu schnell abgebaut (Hämolyse) so erkennt man dies an einem gesteigerten Wert des Abbauprodukts Bilirubin.

Bei der Sichelzellenanämie, einer Erbkrankheit, sind die Erythrozyten sichelartig verformt. Sie werden verstärkt abgebaut. Gleiches gilt für die verformten Erythrozyten der Kugelzellenanämie. Bei Thalassämien hingegen wird das Hämoglobin nicht in ausreichender Menge gebildet oder zu schnell abgebaut.

Ist die Zahl der Erythrozyten erhöht, so spricht man von einer Polyglobulie. Dies kann an der seltenen Polycythaemia vera liegen, bei der sich die Blutzellen zu stark vermehren. Wahrscheinlicher ist eine Erhöhung der Erythrozytenzahl durch Sauerstoffmangel, den der Körper durch eine vermehrte Produktion ausgleicht.

Dies kann durch Lungenkrankheiten, aber auch durch Nierenkrankheiten und Herzkrankheiten hervorgerufen werden. Ebenso ist der Erythrozytenwert bei einem längeren Aufenthalt im Hochgebirge erhöht, da die Luft dort sauerstoffärmer ist. Aber auch eine Kohlenmonoxidvergiftung, vor allem bei starken Rauchern, kann als Ursache in Betracht gezogen werden.

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 31.07.2012 aktualisiert