Ferritinwerte - Verständlich Erklärt

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Ferritin ist ein eisenspeichernder Eiweißkomplex im menschlichen Körper. Da ungebundenes Eisen für den Organismus lebensgefährlich ist, wird es entweder an das Hämoglobin (den roten Blutfarbstoff) gebunden, in verschiedenen Zellen (hauptsächlich in Knochenmark, Leber und Milz) eingelagert oder an Enzyme gekoppelt, die das Eisen benötigen. Innerhalb der Zellen wird das Eisen von Ferritin umgeben um ein freies Eintreten in den Blutkreislauf zu verhindern. Ein wenig Ferritin wird jedoch von den Zellen in die Blutbahn gegeben, so dass bei einer Blutentnahme der Ferritinwert bestimmt werden kann. Die Bestimmung des Ferritinwertes erfolgt meist bei dem Verdacht auf Anämie (Blutarmut).

Welche Ferritinwerte sind normal?

Die Ferritinwerte sind bei Männer und Frauen unterschiedlich.

Während Männer im Alter von 18 bis 45 Jahre die Untergrenze bei 10 Milligramm pro Liter und die Obergrenze bei 220 Milligramm pro Liter liegt, liegen die entsprechenden Grenzen bei Frauen derselben Altersklasse bei 6 Milligramm pro Liter bis zum Höchstwert von 70 Milligramm pro Liter.

Ab 45 Jahren verschieben sich die Grenzen. Beim Mann liegt die Untergrenze bei 15 Milligramm pro Liter und die Obergrenze bei 400 Milligramm pro Liter, bei Frauen entsprechend bei 18 /bzw. 120 Milligramm pro Liter.

Was sind die Ursachen für zu niedrige Werte?

Zu niedrige Ferritinwerte können auf verschiedenen Erkrankungen hinweisen. Am häufigsten kommen entweder ein Eisenmangel, Störungen des Verdauungsapparates mit einer Blockade der Aufnahme von Eisen oder durch chronische Magengeschwüre verursachte Blutungen aus Ursache in Frage. Bei Schwangeren kann der Ferritinwert erniedrigt sein, da Schwangere einen höheren Eisenbedarf haben.

Was sind die Ursachen für zu hohe Ferritinwerte?

Sind die Ferritinwerte zu hoch, kann dies auf eine Anämie, eine Hepatitis, eine Infektion, eine seltene Eisenspeichererkrankung oder einen Tumor hinweisen. Manche Menschen haben erhöhte Ferritinwerte, weil sie Eisenpräparate in zu hoher Dosis oder über einen zu langen Zeitraum eingenommen haben. Und letztendlich können auch mehrfache Bluttransfusionen eine Erhöhung der Ferritinwerte verursachen.

Therapie

Die Therapie eines erhöhten oder erniedrigten Ferritinwertes muss sich immer auf die Grunderkrankung beziehen. Da die Abweichung nur bei einem Arzt festgestellt werden kann, sollte es auch diesem überlassen werden, die richtige Therapieform zu wählen und einzuleiten. Von Selbstbehandlungen ist abzuraten.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 25.09.2012 aktualisiert