Heilkräuter und Heilpflanzen

Grüner Tee: Inhaltsstoffe - Wirkung und Zubereitung

von: René Gräber, Heilpraktiker und Gesundheitspädagoge

Die unfermentierten Blätter des grünen Tees, werden vor dem Trocknen nur mit heißem Dampf behandelt, sodass die herzschützenden und krebshemmenden Polyphenole weitgehend erhalten bleiben. Der recht hohe Gerbstoffanteil beruhigt zudem Magen und Darm, stopft aber leider.

Guten grünen Tee im Geschäft zu erkennen ist nicht leicht. Aber anhand des Aussehens, Geruch und Farbe können Sie aber schon gewisse Rückschlüsse ziehen.

Gute Tee-Qualitäten haben einen ausgesprochen frischen Geruch, der an Heu erinnert. Die Blätter sind bei grünem Tee deutlich grün und nicht braun!

Lassen Sie sich in einem Teegeschäft einmal einige Teeblätter geben und kauen Sie sie. Gute Qualitäten bei grünem Tee sind "knackig" und hart.

Es entsteht ein angenehmer Nachgeschmack, der in China "Gaumenfreude" genannt wird.

Um eine Teesorte zu finden, die Ihnen wirklich schmeckt, müssen Sie den Tee aber schon "richtig" zubereiten. Kaufen Sie einfach einmal drei bis vier verschiedene Sorten. Lassen Sie sich dazu einfach die kleinste Menge abfüllen - 30 bis 40g reichen völlig aus.

Beste Qualität ist Blattsprossentee. Er besteht nur aus den obersten Blättern des Teestrauchs. Dieser wird immer von Hand gepflückt. Man erkennt ihn am staubähnlichen weißen Flaum, der wie feine Härchen aussieht.

Der Blättertee besteht aus ganzen Teeblättern. Gute Qualitäten sind auch hier mit der Hand gepflückt, weil die Erntemaschine einzelne Blätter nicht sauber abschneiden können.

Blättertee ist kräftiger im Geschmack. Blättertee ist auch gut geeignet, wenn Sie sehr hartes Leitungswasser haben und Sie ihr Wasser nicht filtern.

Nachdem Sie Ihren grünen Tee aufgegossen haben, entfalten sich die Blätter und geben die wirkliche Qualität preis. Schauen Sie sich mal ein paar Blätter genau an.

Sie können leicht erkennen, ob es sich um Blattspitzen oder einfache Blätter handelt. Sie erkennen, ob die Blätter mit Messern geschnitten oder von Hand gepflückt sind.

Fermentierte Blattstellen sind dunkelbraun gefärbt. Das kann Absicht sein, wenn zum Beispiel beim Oolong-Tee nur die Blattränder, also etwa 40 % des Tees, fermentiert sind. Es kann aber auch ein Fehler sein, das unerwünschte Ergebnis schlechter Behandlung. In diesem Fall sind die Blätter unregelmäßig braun und fleckig.

Grüner Tee - Die Zubereitung ist wichtig

Nachdem das Wasser einmal kurz sprudelnd gesiedet hat, muß es auf etwa 70 bis 80°C abkühlen. Wenn Sie nicht so lange warten wollen, kann man das Wasser auch etwa sechsmal in die Thermoskanne und wieder zurück in den Wasserkocher umfüllen.

Nun füllen Sie pro Tasse Tee einen gehäuften Teelöffel in die Kanne und gießen den Tee mit dem abgekühlten Wasser auf. Wichtig ist, dass die Teeblätter frei schwimmen können. Nach zwei bis sechs Minuten - je nach Geschmack - ist er trinkfertig.

Dazu füllen Sie den Tee mit einem Teesieb in die Tasse oder, wenn es mehr sein soll, in eine zweite Kanne um. So einfach ist das.

Die zweite gute Nachricht: Sie können einen guten grünen Tee bis zu fünfmal wieder aufgießen! Er muß dann zwar immer etwas länger ziehen, aber die grünen Blätter sind über Stunden ergiebig. Viele Teeliebhaber schwören darauf, daß der zweite und der dritte Aufguss sogar noch besser schmeckt, als der Erste.

weitere Pflanzen aus den Tee zubereitet werden kann: Pu Erh Tee - Roibosh Tee - JiaoGuLan - schwarzer Tee - schwarzer Holunder 

Studien belegen eindrucksvoll die Wirkung!

Es gibt momentan in den wissenschaftlichen Datenbanken fast 4000 Untersuchungen und Studien: in vivo, in vitro, am Menschen, Mäusen, an (Krebs)Zellkulturen und viele mehr.

Vor allem Krebs steht im Fadenkreuz bei der Beurteilung des grünen Tees.

Von den 4000 Veröffentlichungen gibt es etliche, wo der Grüne Tee nur als Referenz angegeben wird, der Artikel selbst aber über eine andere Substanz geschrieben wurde. Aber: Grüner Tee als Referenz ist schon an sich ein Fakt mit Aussagekraft!

Es gibt zudem nur sehr wenige Artikel, die die Wirksamkeit von Grünem Tee und auch anderer natürlicher Produkte in Frage stellen oder relativieren.

Dies ist ein sehr erfrischende Aspekt im Vergleich zur sogenannten "wissenschaftlichen Schulmedizin" (eher "Pharmamedizin") - die eher ein Interesse daran zu haben scheint, diese Erkenntnisse zu ignorieren.

Bei all diesen vielversprechenden Forschungsergebnissen zum grünen Tee wäre ich als Hersteller von Chemotherapeutika (Krebsmittel) auch besorgt um meine zukünftigen Umsätze...

Die meisten Untersuchungen über natürliche Heilmittel kommen übrigens aus China und Japan.

Nun zu den einzelnen Studien, die ich hervorheben möchte.

1. Genoprotective effects of green tea (Camellia sinensis) in human subjects: results of a controlled supplementation trial.

Grüner Tee ist bekanntermaßen reichhaltig an polyphenolischen Antioxidantien und genießt deshalb den Ruf, eine Reihe von gesundheitlichen Vorteilen zu haben.

Diese Studie untersucht die genoprotektiven Effekte von zwei verschiedenen Sorten von Grünem Tee in vitro und in vivo. In der in vitro Studie wurden menschliche Lymphozyten in Grünem Tee inkubiert, gewaschen und dann mit freien Radikalen aus H2O2 behandelt und das Ausmaß an Schädigungen der Lymphozyten-DNA gemessen. In der Placebo kontrollierten in vivo Studie tranken 18 gesunde freiwillige Probanden zweimal täglich 150 ml „Longjing“ Grünen Tee oder „Screw-shaped“ Grünen Tee oder Wasser als Kontrolle für die Dauer von 4 Wochen.

Alle Probanden durchliefen die Placebo-Phase, Longjin- und Screw-Tee-Phase in zufälliger Reihenfolge mit einer Wash-out Phase von 6 Wochen. Vor und am Ende jeder Phase wurden Nüchtern-Blutwerte und die Urinwerte bestimmt bzw. untersucht.

Das Ergebnis der in vitro Daten zeigte einen deutlich erhöhten DNA-Widerstand gegenüber der Radikalenbehandlung. Dieser Widerstand war ebenfalls in der in vivo Studie zu beobachten. Es zeigten sich um 20 Prozent reduzierte DNA-Schäden bei der Tee-Behandlung mit den zwei verschiedenen Sorten im Vergleich zu Wasser.

Die Unterschiede gelten als statistisch signifikant. Die Ergebnisse zeigen, dass Grüner Tee signifikante genoprotektive Kompetenz hat, was einmal mehr ein Hinweis dafür ist, das Grüner Tee als „funktionelle Nahrung“ anzusehen ist. Quelle: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20807462


2. Combined effect of green tea and Ganoderma lucidum on invasive behavior of breast cancer cells.

In dieser Studie wurde der kombinierte Effekt von zwei “Kräutern” aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) untersucht, die beide in dem Ruf stehen, effektiv zu sein bei einer Reihe von Krebsformen.

Dies sind Grüner Tee und der medizinische Pilz Ganoderma lucidum, der in der TCM eine lange Tradition hat.

In der vorliegenden Studie konnte gezeigt werden, dass der Extrakt von Grünem Tee (GTE) den Antikrebseffekt von Ganoderma Extrakt (GLE) bezüglich Zellproliferation und Formation von Kolonien auf Brustkrebszellen deutlich verstärkte. D

ieser Effekt wurde ausgelöst durch die Abschwächung von Onkogenen, die an der Ausbildung des Krebsgeschehens beteiligt sind. GTE und GLE haben unabhängig voneinander zeigen können, dass sie in der Lage sind, Adhäsion, Migration und Invasion von Brustkrebszellen zu verhindern.

In der Kombination beider Extrakte konnten synergistische Effekte beobachtet werden, was durch die Unterdrückung des Urokinase-Plasminogen-Aktivators in Brustkrebszellen verursacht wurde.

Die Forscher schließen aus ihren Beobachtungen, dass eine Kombination von Grünem Tee und Ganoderma Extrakten eine viel versprechende Möglichkeit darstellt, Wachstum und Invasion von metastatischem Brustkrebs zu unterdrücken. Quelle: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17332936

3. Cancer and metastasis: prevention and treatment by green tea.

Metastasen stellen den bedrohlichsten Aspekt bei einer Krebserkrankung dar. Sie resultieren aus verschiedenen miteinander verbundenen Prozessen wie Zellproliferation, Angiogenese, Zelladhäsion, Migration und Invasion in benachbartes Gewebe.

Das Auftauchen von Metastasen in Organen, die außerhalb des Bereichs des Primärtumors liegen, ist das destruktivste Element der Krebserkrankung. Metastasen sind die Hauptursache für den Tod der Krebspatienten, trotz jahrzehntelanger Forschung zur Reduzierung der Tumorgröße. Von daher ist die Unterdrückung von Metastasierungen eine der wichtigsten Forschungsschwerpunkte in der Krebsforschung. (Natürlich kann man darüber streiten, ob das sinnvoll ist).

Es liegen eine Reihe von in vitro, in vivo und epidemiologische Studien vor, die zeigen, dass der Konsum von Grünem Tee das Krebsrisiko zu senken scheint.

Hier scheint das Epigallochtechin, ein Hauptwirkstoff im Grünen Tee, eine herausragende Rolle zu spielen, konnte die Substanz zeigen, dass sie die Invasion von Tumorzellen und deren Angiogenese, die unerlässlich für das Wachstum des Tumors ist, zu verhindern vermag.
Quelle: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20714789

Dieser Artikel wurde letztmalig überarbeitet am: 9.9.2010

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